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Mannschaftssport Erwachsene

Saisonvorschau 1.Bundesliga/Damen

Auf seine Jung-Nationalspielerinnen Kathrin Mühlbach (links) und Sabine Winter setzt der TSV Schwabhausen auch 2011/12.

Schwabhausen und Langweid haben Klassenerhalt zum Ziel

Die 1. Bundesliga der Damen hat nach vielen Jahren erstmals wieder zwei bayerische Standorte: Zum TSV Schwabhausen, der seine Premierensaison 2010/11 auf Tabellenrang sieben beendete, gesellt sich 2011/12 der TTC Langweid. Die Schwaben - zwischen 1996 und 2007 acht Mal Deutscher Meister -  verwirklichten als Meister der 2.Bundesliga/Süd ihre Rückkehr ins Oberhaus. 

Zünftiger Saisonstart: Brisanter Derby-Kracher am Sonntag 4. September um 14Uhr in Langweid 

„Zünftig“ nimmt die Liga am kommenden Wochenende den Spielbetrieb auf. Doppelt gefordert ist der TSV Schwabhausen, der die Saison am Samstag mit seinem Gastspiel bei Top-Team TTG Bingen/Münster Sarmsheim (ehemals Hassia Bingen) einläutet. Doppelte Brisanz verspricht tags darauf das bayerische Derby zwischen Langweid und Schwabhausen. „Eine tolle Sache, zu der trotz Sommerferien hoffentlich viele Zuschauer in die Langweider Halle kommen“, rührt neben den Langweider Klubverantwortlichen auch Schwabhausens Trainer Alexander Yahmed schon fleißig die Werbetrommel.

Geografisch trennt Langweid und Schwabhausen in nationalem Maßstab nur ein „Katzensprung“ von 50 Kilometern. Sportlich signalisiert das identische Saisonziel den besonderen Reiz des schwäbisch-oberbayerischen Schlagabtauschs: „Nichtabstieg“ nennt es Yahmed, vom „Klassenerhalt“ spricht TTC-Managerin Martina Erhardsberger. Mindestens Platz acht, könnte man bei nur neun Klubs und einem Abstiegsrang auch sagen.  

TSV Schwabhausen setzt auf bewährtes Personal 

Personell unverändert geht der TSV Schwabhausen das Unternehmen „Klassenerhalt“ an. Die „Wölfe“ aus dem oberbayerischen Landkreis Dachau verfügen über ein „Rudel“, das in sich eine attraktive Bandbreite ganz unterschiedlicher Spielstile vereint. Alte und neue Spitzenspielerin der Mannschaft ist Routinier Bao Di (37). Mit ihrer unangenehmen Noppen-Penholderspielweise, die so recht in kein Schema passt, kam die Deutsche mit chinesischen Wurzeln in der vergangenen Saison auf eine gute 11:8-Bilanz und erwies sich damit als wesentliche Stütze der Mannschaft. Für athletisches Topspin-Angriff-Tischtennis steht das motorische Supertalent und Klubjuwel Sabine Winter (18) an Position zwei. Ihre überragende Fitness konnte die Jung-Nationalspielerin zuletzt allerdings weniger am Tisch als bei ihrer inzwischen erfolgreich absolvierten Grundausbildung zur Soldatin der Bundeswehr-Sportfördergruppe unter Beweis stellen. Spielerin und Verein sind jedoch optimistisch, dass das Eigengewächs trotz des entstandenen Trainingsrückstands rechtzeitig zum Saisonstart top in Form ist. Hinter Winter ist mit Yang Ting (28) eine Abwehrspielerin die Nummer drei der Mannschaft. Das aggressive Kontrastprogramm zu der chinesischen Defensivkünstlerin bildet Kathrin Mühlbach (19) an „Brett“ vier. Mit kurzen Noppen auf der Rückhand ist die zweite Jung-Nationalspielerin in Schwabhausens Mannschaft voll auf Tempo-Angriff eingestellt. Ein starker Trumpf in der Hinterhand und eine treue Vereinsseele ist die Ungarin Agnes Kokai (28), die ebenfalls auf Angriff mit kurzen Noppen setzt. 

Mit Blick auf die „super Entwicklung“, die Yahmed seinen Team-Youngsters Winter und Mühlbach attestieren kann, könnte die gleiche Mannschaft in dieser Saison eine viel stärkere sein. Yahmed gibt sich allerdings vorsichtig: „Unsere Jugend kann unsere große Stärke, aber auch eine Schwäche sein.“

Die Aufstellung: Di Bao, Sabine Winter, Ting Yang, Kathrin Mühlbach, Agnes Kokai.

TTC Langweid präsentiert zwei „Neue“

Zum vierten Mal nach 1988, 1993 und 2008 sagt Langweid als Zweitliga-Meister „Ja“ zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. „Wir hätten diesen Schritt schon ein Jahr früher als Vizemeister der 2. Liga machen können, doch da verzichteten wir. Als Meister wollen wir es trotz knapper Kasse nun erneut angehen. Das sind wir unseren Fans schuldig und irgendwie fühlen wir uns durch unsere langjährige Zugehörigkeit in der 1.Liga auch zu Hause. Darum freuen wir uns `mal wieder daheim zu sein“, erklärt Vorsitzender Gert Jungbauer. 

Erstligaerfahrung verfügt nicht nur der Klub, sondern besitzen auch sämtliche Spielerinnen seines Kaders. Auf der Spitzenposition vertraut man am Lech erneut auf die Japanerin Aya Umemura (34), mit der Langweid 2006 und 2007 Deutscher Meister wurde. Nach Zwischenstopps in Italien und Holsterhausen machte sie bei ihrer Rückkehr zur vergangenen Spielzeit als beste Spielerin der 2.Bundesliga/Süd mit einer Bilanz von 32:4 den wesentlichen Unterschied gegenüber der Konkurrenz. Von Erstliga-Absteiger TTK Anröchte wechselte Han Xue Vukelja (29) als neue Nummer zwei zum TTC. In Diensten ihres ehemaligen Arbeitgebers erzielte die großgewachsene Penholder-Spielerin im vorderen Paarkreuz eine 7:19-Bilanz, gewann dabei unter anderem gegen Liga-Größen wie Elke Schall und Shan Xiao Na. „In Saison zwei nach der Geburt ihres Kindes rechnen wir und sie selbst mit einer weiteren Leistungssteigerung“, so Jungbauer über die Kosmopolitin. Vukelja ist Kroatin, in China geboren und lebt in den Niederlanden, wo ihr Ehemann als Herren-Nationaltrainer arbeitet. An Postion drei spielt mit DTTB B-Kader-Mitglied Laura Matzke (22) die zweite große „Neue“.  In der vergangenen Spielzeit schlug die ehemalige Deutsche Jugendmeisterin mit einer Erfolgsbilanz von 5:17 relativ glücklos für den TTSV Saarlouis-Fraulautern auf. „Wir vertrauen ihr ohne Wunderdinge zu erwarten. Sie besitzt großes Talent und der Knoten kann noch platzen“, hofft Jungbauer. Komplettiert wird das Team sporadisch durch Coach Katrin Meyerhöfer (32), aber in erster Linie Spielertrainerin Katharina Schneider (26). Beide werden es als beruflich stark eingespannte Amateure zwar schwer haben, aber Kampf- und Teamgeist garantieren. 

„Wir wissen, dass wir mit dieser Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt nur Außenseiterchancen haben, aber wir sind nicht chancenlos und können zumindest im vorderen Paarkreuz beinahe jedem Gegner Paroli bieten, was für Spielerinnen und Fans wichtig ist. Aus unseren finanziellen Möglichkeiten hat Managerin Martina Erhardsberger, die sich federführend um das Personal kümmerte, das Optimum herausgeholt.“

Die Aufstellung: Aya Umemura, Xue Han Vukelja, Laura Matzke, Katrin Meyerhöfer, Katharina Schneider.

Top-Favorit Kroppach – Fragezeichen Cheng I-Ching

Top-Favorit der Liga ist wie in den Vorjahren Abonnement-Meister FSV Kroppach. Der TTSV Saarlouis-Fraulautern, die TTG Bingen/Münster Sarmsheim und der TTC Berlin eastside gelten als größte Konkurrenten der Westerwälder. In Kragenweite von Langweid und erst recht Schwabhausen dürfte vor allem der MTV Tostedt liegen. Das Nordlicht der Liga zog mit der taiwanesischen Weltklassespielerin Cheng I-Ching kurz vor Ende der Tranferperiode allerdings noch einen ganz „dicken Fisch“ an Land. Sie soll im Abstiegskampf bis zu viermal eingesetzt werden. Heißt wohl: gegen Schwabhausen und Langweid. Ob die Nummer 67 der Weltrangliste aber wirklich jemals für Tostedt an den Tisch gehen wird, ist unsicher. Die Gerüchteküche brodelt. 

erstellt am 29.08.2011

Bei aller Routine sind auch für Schwabhausens Frontfrau Bao Di die Tipps von Coach Alexander Yahmed äußerst wertvoll.

Neuzugang Han Xue Vukelja schlägt bei Aufsteiger Langweid an Position zwei auf.

Mit einem Sushi-Kochkurs für ihre Teamkolleginnen Laura Matzke (links) und Katharina Schneider brachte Langweids Spitzenspielerin Aya Umemura Abwechslung in die Saisonvorbereitung.