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Damen EM-Qualifikationsspiel in Nordhalben (OFR)

Bittere Niederlage vor Traumkulisse


Nordhalben. Vor einer Traumkulisse von knapp 800 Zuschauern in der ausverkauften Nordwaldhalle im oberfränkischen Nordhalben mussten die deutschen Tischtennis-Damen gegen Europameister Italien eine 0:3-Niederlage in der Europameisterschafts-Qualifikation hinnehmen. Damit liegt das Team des neuen Bundestrainers Tobias Beck nur noch auf Platz zwei der Gruppe A in der Premier Division. Zwei Spiele stehen zum Abschluss der EM-Qualifikation für Aarhus 2005 noch aus. Deutschland muss in der Ukraine und gegen Österreich im westfälischen Hamm antreten. Bei Punktgleichheit zählt in der Endabrechnung der direkte Vergleich, den die Italienerinnen nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel und dem heutigen 3:0-Sieg für sich entschieden haben.


In einer ausgeglichenen Partie am Dienstagabend unterlag Elke Wosik (Busenbach) im Auftakt-Einzel der EM-Dritten von Courmayeur, Nikoleta Stefanova, in der Verlängerung des fünften Satzes. Die 31-jährige Deutsche vergab dabei einen Matchball beim Stand von 10:9. Kristin Silbereisen (Homberg) bot im Anschluss bei ihrem Länderspiel-Debüt eine starke Leistung gegen Wenling Tan-Monfardini. Die 19-jährige Nummer 106 der Weltrangliste spielte klug und mit viel Ballgefühl gegen die mit langen Noppen auf der Rückhand agierende EM-Finalistin, unterlag jedoch schließlich mit 1:3.


Beim Einzel von Nicole Struse (Kroppach) hofften die Zuschauer auf die Wende. Die diesjährige Europe-Top-12-Siegerin startete gegen Laura Negrisoli furios, vergab die Durchgänge zwei und drei jedoch klar und kam erst im vierten Satz zurück ins Match. Nach ausgeglichenem Verlauf im entscheidenden Satz zog sich Struse, die bereits mit einer leichten Zerrung im rechten Oberschenkel angetreten war, beim Stand von 8:6 eine Verletzung am linken Knie zu, musste eine Behandlungspause nehmen. Es folgte ein Tischtennis-Krimi, der mit 21:19 für die Italienerin endete – nach Abwehr von sechs Matchbällen von Struse verwandelte Negrisoli ihren eigenen fünften.


 

"Das Ergebnis ist enttäuschend, nicht aber die Leistung der Damen", sagte Dirk Schimmelpfennig, Cheftrainer des Deutschen Tischtennis-Bundes. Auch Tobias Beck war mit Leistung und Einstellung seiner Mannschaft bei seinem Länderspiel-Einstand zufrieden, nur nicht mit dem Ergebnis. "Es ist bitter, so deutlich zu verlieren", so Beck. "Die Italienerinnen haben den Sieg verdient, aber nicht in dieser Höhe. Wenn man sieht, wie eng jedes einzelne Spiel war, hätten wir ebenso gut gewinnen können." "Phasenweise habe ich meine Chancen nicht genutzt", ärgerte sich auch Kristin Silbereisen. "Meine beiden Satzbälle im ersten und vierten Satz waren keine unmöglich zu spielenden Bälle. Ich hätte das Spiel noch drehen können." Elke Wosik ergänzte: "Es ist auch für die Zuschauer traurig. Wir hatten hier tolle Bedingungen, und es hat großen Spaß gemacht."

 


Bereits am Mittwochmittag reisen die deutschen Damen weiter zur ersten europäischen Station der Pro-Tour-Serie in diesem Herbst, den Polish Open nach Warschau. Nicole Struse wird auf einen Start dort verzichten und zunächst das Knie untersuchen lassen. "Über die Schwere der Verletzung können wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen", erklärte Schimmelpfennig.


Deutschland – Italien 0:3

Elke Wosik – Nikoleta Stefanova 2:3 (6,-5,5,-6,-10)

Kristin Silbereisen – Wenling Tan-Monfardini 1:3 (-10,5,-4,-10)

Nicole Struse – Laura Negrisoli 2:3 (6,-4,-4,5,-19)



 

Weitere Informationen finden Sie unter www.tischntennis.de.

 


(Quelle: DTTB)

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