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Europameisterschaft in Stuttgart

Bastian Steger geht mit Selbstbewusstsein in die Heim-EM


Nur knapp 40 Kilometer liegt Frickenhausen von Stuttgart entfernt. Für Bastian Steger, der Nummer zwei des Vereins aus dem Neuffener Tal und gebürtigem Bayern, werden die LIEBHERR Europameisterschaften damit zu einem Heimspiel.


 

Wenige Tage vor der Eröffnung am 13. September brennt Steger förmlich auf den Startschuss: ´´Klar ist es toll, fast vor der Haustür zu spielen. Von einigen Freunden und Bekannten weiß ich schon, dass sie Karten besorgt haben´´, erzählt er. Natürlich hofft Steger aber auch auf die Unterstützung der deutschen Anhänger: ´´Ich gehe mal davon aus, dass viele unserer Fans kommen werden. Als wir gegen Düsseldorf in der Porsche-Arena gespielt haben, haben das immerhin 4500 Besucher gesehen. Das war schon eine super Stimmung´´. Der Austragungsort überzeugt den Frickenhausener restlos. Der moderne Komplex mit

dem Hallen-Duo Porsche-Arena und Hanns-Martin-Schleyer-Halle sorgt für optimale Bedingungen für Spieler und Zuschauer. ´´Die Porsche-Arena ist eine tolle Halle. Und mit 6000 Zuschauern sollte die Stimmung noch mal besser werden als damals gegen Düsseldorf´´, hofft Steger.


Dem nahen EM-Start ging eine wochenlange, intensive Vorbereitung mit drei Nationalmannschafts-Lehrgängen voraus. ´´Im österreichischen Faak lag der Schwerpunkt eher auf der Athletik. Die erste Einheit absolvierten wir am Tisch und die zweite dann jeweils mit Holger (Yannik Holger Obenauer, Athletikcoach, Anm.d.Red.). Wir mussten nach der Sommerpause ja erstmal wieder aufgebaut werden´´, beschreibt der Oberpfälzer das Programm des ersten Lehrganges. ´´In Düsseldorf und natürlich vor allem beim dritten Lehrgang in Rotenburg an der Fulda stand Tischtennis dann wieder im Vordergrund, wir sind mehr und mehr an den Tisch gegangen´´.


 

Die letzten Tage vor EM-Beginn absolviert Steger im heimischen Frickenhausen. Jeden Tag stehen Tischtennis-Einheiten und eigenverantwortliches Fitnesstraining auf dem Plan: ´´Das macht jeder auf eigene Kappe´´, so Steger. Im Training verfolgt der Bayer seinen eigenen Masterplan: ´´Ich versuche, meine Stärken noch zu verstärken und meine Schwächen zu vernichten´´, schmunzelt er. ´´Nein, im Ernst, die Rückhand muss natürlich kommen. Außerdem habe ich in der Vorbereitung viel Aufschlagtraining gemacht. Es gib einfach ein gutes Gefühl, wenn das Service sicher kommt.´´


Auf die Frage, welchem Spieler er lieber aus dem Weg gehen würde, muss er einen Moment überlegen. ´´Einen Angstgegner habe ich eigentlich nicht. Von mir aus können Sie alle kommen´´, erklärt er, um einen Moment später einzuschränken: ´´ Naja, Timo oder Samsonov muss ich jetzt nicht unbedingt in meiner Nähe haben. Aber letztes Jahr bei der EM in St. Petersburg habe ich nur 9:11 im 7. Satz gegen Samsonov verloren. Die Chance, auch mal einen der Topfavoriten zu schlagen, ist also durchaus da.´´


Als persönliches Ziel hat sich der sympathische 28-Jährige das Erreichen der Runde der besten Acht und damit den Kampf um die Medaillen zum Ziel gesetzt. Nachdem er bei den letzten beiden Europameisterschaften jeweils knapp im Achtelfinale gescheitert war, möchte er dieses Mal auf jeden Fall eine Runde weiter kommen. ´´Wenn es gar nicht läuft, kann es unter Umständen auch schon einmal vorzeitig vorbei sein, das hängt auch von der Auslosung ab. Aber bei einer EM ist alles möglich, wie man an der Medaille von Robert Gardos im letzten Jahr gesehen hat. Wenn Form und Auslosung stimmen und ich dann das Publikum im Rücken habe, wer weiß…´´, führt Steger aus. Man darf also gespannt sein auf den Lokalmatador, der sich einiges vorgenommen hat.

 


Text: Sonja Scholten, Foto: DTTB

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