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Einzelsport Erwachsene  

64. Bayerische Meisterschaften Damen und Herren

Benjamin Rösner ist nach seinem denkwürdigen Sieg nur noch happy und total kaputt

Fairness pur nach einem grandiosen Endspiel: Jürgen Hegenbarth (links) gratulierte Benjamin Rösner herzlich zum zweiten Einzeltitel nach 2010. Fotos: Nils Rack

Mit stehenden Ovationen feierten die 200 Zuschauer in Regenstauf die Finalisten im Herren-Einzel – und alle waren sich einig, beide hätten den Sieg verdient gehabt. Nach einem denkwürdigen und vor allem kräftezehrenden Endspiel mit vielen sehenswerten Ballwechseln lagen sich Benjamin Rösner (TTC Kist/Würzburg) und Jürgen Hegenbarth (TTC Fortuna Passau) in den Armen – das war die Geste der diesjährigen Bayerischen Meisterschaften. Dabei schien Rösner eigentlich einem sicheren Sieg entgegenzusteuern, führte schnell 3:0 und war nur noch einen Satz von der Verteidigung des Vorjahrestitels entfernt.

Doch der Routinier aus Passau kämpfte und wurde von Ballwechsel zu Ballwechsel stärker. Er gewann die Sätze vier bis sechs und lag im siebten Durchgang 8:5 und 9:7 vorne. Bei 10:9 hatte Hegenbarth dann Matchball. Doch Rösner wehrte diesen und auch den bei 11:10 ab. Bei 12:11 hatte der Würzburger den ersten Matchball – und verwertete diesen auch. Er riss die Arme in die Höhe, warf seinen Schläger auf den Boden und war einfach nur noch happy. »Diese geile Stimmung war richtig motivierend. Ab Mitte des siebten Satzes habe ich ohne Druck gespielt und es hat noch geklappt«, sagte der durchgeschwitzte Meister. Eine Siegesfeier musste aber entfallen, »denn ich bin total kaputt und muss morgen früh raus.« Aber über eines freute er sich riesig, ebenso wie der zweitplatzierte Jürgen Hegenbarth: Beide sicherten sich die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Bamberg. »Ich habe so gehofft, dass es mit der Qualifikation klappt.«

Dass es überhaupt zu diesem denkwürdigen Finale gekommen war, lag am Favoritensterben im Viertelfinale. Nachdem alle acht gesetzten Spieler dieses erreicht hatten, schieden drei der vier Favoriten aus. Für die größte Überraschung sorgte dabei Alexander Yahmed (TSV Schwabhausen), der den an Nummer eins gesetzten Alexander Flemming (TV Hilpoltstein), der zuletzt noch Zweiter beim Bundesranglistenfinale war, in fünf Sätzen eliminierte. Aber auch die Lokalmatadoren Christoph Schmidl (FC Tegernheim), der in sechs Sätzen gegen Felix Bindhammer (TV Hilpoltstein) verlor, und der Regensburger Michael Plattner (TTC Fortuna Passau), der hauchdünn mit 10:12 im Entscheidungssatz Benjamin Rösner unterlag, schieden aus. Lediglich Jürgen Hegenbarth überstand diese Runde, obwohl es Anfang des siebten Satzes gegen Gregor Clemens Förster (FC Tegernheim) auch nicht danach aussah. 

Im Halbfinale bestimmte Jürgen Hegenbarth die Partie gegen Felix Bindhammer und siegte in vier Sätzen. Spannender war es am Nebentisch, denn nach einem offenen Schlagabtausch siegte Benjamin Rösner in der Verlängerung des sechsten Durchganges. Im Endspiel gewann dann Rösner mit 11:9, 11:4, 11:9, 4:11, 7:11, 10:12 und 13:11 gegen Hegenbarth. 

Von Spiel zu Spiel lief sein Motor besser: Benjamin Rösner vom TTC Kist/Würzburg.
Mit 42 Jahren noch einmal im Einzel-Endspiel: Jürgen Hegenbarth vom TTC Fortuna Passau.
Sorgte im Viertelfinale für die große Überraschung: Alexander Yahmed vom TSV Schwabhausen.
Wieder einmal unter den Besten Vier: Felix Bindhammer vom TV Hilpoltstein.

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