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Mannschaftssport Erwachsene  

1. Bundesliga Damen

Gut gewehrt, dennoch verloren

Han Xue Vukelja verdiente sich für Langweid Bestnoten (Foto: Hilmar Glatter).

In der 1. Damen-Bundesliga wehrten sich die bayerischen Vertretungen aus Schwabhausen und Langweid auch an diesem Spieltag nach Kräften, zu überraschende Punktgewinnen reichte es für die Kellerkinder der Liga jedoch nicht: Vier Spiele, vier Niederlagen. 

TSV Schwabhausen – ttc berlin eastside 4:6

Ein dickes Lob verdiente sich der TSV Schwabhausen trotz knapper 4:6-Niederlage gegen den ttc berlin eastside. Nach zuletzt eher schwachen Auftritten boten die Oberbayern dem hohen Favoriten aus der Bundeshauptstadt ärgste Paroli, präsentierten sich an allen Positionen spielstark und engagiert. Am Ende war es ein Punkt aus den Doppeln, der zur ganz großen Überraschung fehlte. Und Yang Ting/Agnes Kokai hatten die Chance diesen zu holen. Das Abwehr/Angriff-Duo des TSV erspielte sich gegen Berlins Magyaren-Doppel Georgina Pota und Petra Lovas eine 11:9, 11:7, 6:3-Führung, ehe die Gäste das Blatt zum 3:2 aus ihrer Sicht wendeten. Sabine Winter und Kathrin Mühlbach hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ein 1:3 gegen die Defensiv-Kombination Irene Ivancan/Polina Mikhaylova kassiert. In den Einzeln hielten sich die Punktgewinne dann die Waage, wobei Winter doppelt und höchst prominent siegte. Die 19-Jährige hielt zwei Spielerinnen aus den Top Ten der Europarangliste in Schach: Erst Nationalmannschaftskollegin Ivancan (3:1), dann Ungarin Pota (3:0). Damit ging Pota im Einzel leer aus der Partie, denn vor Winter hatte sich schon Yang Ting in vier Sätzen gegen Berlins Nummer eins behauptet. Den vierten TSV-Zähler buchte Kathrin Mühlbach, die nach einem packenden Schlagaubtausch mit Lovas – ebenfalls ungarische Nationalspielerin – jubeln durfte: 12:10, 5:11, 11:9, 8:11, 11:9. Der Gesamtsieg war den Berlinerinnen zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr zu nehmen, da TSV-Ungarin Kokai im Duell »vier gegen vier« bereits gegen die Russin Mikhaylova verloren hatte.

DJK TuS Essen-Holsterhausen – TTC Langweid 6:2

Für den TTC Langweid entwickelte sich das Gastspiel bei der DJK TuS Essen-Holsterhausen zum Deja-vu. Wie schon im Hinspiel verloren die bayerischen Schwaben 2:6 und wieder waren es Aya Umemura (3:1) und Xue Han Vukelja (3:2), die mit Einzelsiegen über Elke Schall die Punkte für den TTC holten. Katharina Schneider trauerte bei ihrer hauchdünnen Niederlage (11:6, 11:13, 4:11, 11:8, 9:11) im Vergleich mit Yin Na vor allem einer vergebenen Führung und Satzball in Durchgang zwei nach. Reichlich »gefrustet« war Schneider allerdings bereits im Doppel, das sie zusammen mit Umemura gegen Schall/Barbora Balazova bestritt. Erstmals in dieser Saison, jedoch ein ums andere Mal im Verlauf dieses einen Doppels, wurden Schneiders Aufschläge – mit der Begründung eines zu flachen Ballwurfs – vom Schiedsrichter »abgezählt«. Besonders bitter: Bei Spielstand 11:12 in Durchgang eins klappte die Zähltafel »einfach so« zum 11:13 um. Dass die strittige Entscheidung ausgerechnet von jenem Schiedsrichter gefällt wurde, dem Schneider in konkreter Aufschlagposition den Rücken zukehrte, ärgert Langweid bis heute: (Klubchef Gert Jungbauer: »Warum haben wir in der 1. Bundesliga denn zwei Schiedsrichter pro Tisch? Die jederzeit freie Sicht auf den Aufschläger ist doch wohl ein wesentlicher Grund dafür. Wenn das Spielgeschehen aus einer einzelnen Position zuverlässig bewertet werden könnte, bräuchten wir uns diesen »Luxus« nicht zu leisten.«). Ihren Unmut und ihr Unverständnis darüber konnte Langweids Nummer drei nicht ganz verhehlen und sah dafür in Satz eins eine gelbe, in Satz drei eine gelb-rote Karte.

SV Böblingen- TSV Schwabhausen 6:1

Im Vergleich zur Freitagspartie gegen Berlin blieb Schwabhausen am Sonntag in Böblingen blass. Beim 1:6 ergaben sich für die Oberbayern nur zweieinhalb echte Chancen. Sabine Winter nutzte deren zweite zum 11:9, 11:7, 5:11, 12:10 über Nicole Struse. Die erste Gelegenheit hatte sie im Doppel mit Kathrin Mühlbach gegen Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr noch ausgelassen (12:14, 11:9, 5:11, 12:10, 8:11). Zumindest eine »halbe« erspielte sich Kathrin Mühlbach beim 1:3 gegen Abwehrstrategin Rosalia Stähr.

TTC Langweid – ttc berlin eastside 3:6

Auf die Frage nach Langweids bester Spielerin lautet die Antwort in dieser Saison regelmäßig Aya Umemura. Diesmal nicht. Obwohl auch Umemura bei Langweids 3:6-Heimniederlage gegen Berlin gut spielte und gegen Ivancan einen klaren Erfolg landete, war es Han Xue Vukelja, die sich diesen Titel verdiente. Nachdem sie im Doppel mit Martina Erhardsberger beim 2:3 gegen Irene Ivancan/Polina Mikhaylova den 1:1-Ausgleich nur knapp verpasste, blieb die großgewachsene Kroatin chinesischen Ursprungs im Einzel unbezwungen. Die Penholder-Strategin »packte« im Spitzenpaarkreuz sowohl Pota (3:1) als auch Ivancan (3:2). Kollegin Umemura landete einen klaren Dreisatzerfolg über Ivancan, musste sich Pota nach 2:0-Führung aber noch geschlagen geben, wobei die Ungarin ab Mitte des dritten Satzes nahezu fehlerfrei agierte. Im hinteren Paarkreuz waren die Berlinerinnen jedoch schlichtweg besser. Eine kleine Möglichkeit ergab sich für den TTC nur beim 11:5, 5:11, 10:12 und 10:12 zwischen Schneider und Mikhaylova. 

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