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Mannschaftssport Jugend  

Deutschlandpokal Jugend/Schüler

Eva-Maria Maier, Katharina Teufl und Sophia Kahler freuten sich über den dritten Rang in der Mädchen-Konkurrenz. Foto: Markus Ostermeier

Ohne zu enttäuschen machten unsere BTTV-Nachwuchsauswahlen beim diesjährigen Deutschlandpokal-Wettbewerb, der am Wochenende im bayerisch-schwäbischen Dillingen (Mädchen und Jungen U18) und im baden-württembergischen Gerlingen (Schülerinnen und Schüler U15) stattfand, nicht die ganz fette Beute: Die U18 Mädchen und Jungen erspielten jeweils den dritten Rang, die Schülerinnen Platz fünf und die Schüler Platz neun. Angesichts einer langen Liste krankheits- und verletzungsbedingter Ausfälle, auf der mit Chantal Mantz, Svenja Horlebein und Elias Grünwald gleich drei etatmäßige »Einser« standen, war kaum mehr zu erwarten gewesen. 

Mädchen: Positive Überraschung 

Für die BTTV-Mädchen war der Gewinn der Bronzemedaille in der Aufstellung Eva-Maria Maier, Sophia Kahler und Katharina Teufl ein absolut starkes Ergebnis. Ob des verletzungsbedingten Ausfalls der amtierenden Deutschen Meisterin Chantal Mantz, die es sich jedoch nicht nehmen ließ in Dillingen dabei zu sein und ihre Kolleginnen moralisch zu unterstützen, war damit nicht unbedingt zu rechnen. Erst recht nicht nach der unerwarteten und tränenreichen Auftaktniederlage im ersten Gruppenspiel gegen Berlin, als eine 3:1-Führung nicht zum Erfolg reichte. In Addition mit einem 4:0-Sieg über das Saarland und einer im Detail knapp gestalteten 1:4-Niederlage gegen den späteren Turniersieger Hessen, reichte es in der Konsequenz nur zu Platz drei in der Vorrundengruppe. In Zwischen- und Endrunde »passten« neben Leistung und Einstellung dann aber auch die Ergebnisse: Siege über Brandenburg (4:0) und Thüringen (4:1) bedeuteten den Einzug ins Halbfinale. Erneut ging es dort gegen die starken Hessinnen und erneut hatten die bayerischen Mädchen 1:4 das Nachsehen. Ein bemerkenswerter 4:3-Triumph im kleinen Finale gegen die favorisierte Auswahl des WTTV bildete den freudigen Abschluss. 

Jungen: Kilian Ort zeigt Führungsqualitäten 

Dass die U18-Jungen als einziges BTTV-Team in planmäßiger Best-Formation mit Kilian Ort, Marius Zaus, Jan Schubert und Florian Schwalm antreten konnten, war nicht zuletzt dem außergewöhnlichen Teamgeist von Top-Ass Ort zu verdanken.Viele Sportler hätten in seiner Situation wohl keinen Moment gezögert, ihre Teilnahme abzusagen, doch Ort ist von anderer »Sorte«. Obwohl er gesundheitlich merklich angeschlagen war, obwohl er als TTR-stärkster Teilnehmer mehr zu verlieren als zu gewinnen hatte und obwohl der Deutschlandpokal gewiss nicht zu den absoluten Höhepunkten im proppenvollen Kalender des Jugend-Nationalspielers gehört, stellte er sich in den Dienst der BTTV-Auswahl. Mit einer Einzelbilanz von 9:1-Siegen hatte der »Nebenbei-Abiturient« entscheidenden Anteil am Gewinn von Bronze. Dass er im Turnierverlauf gleich dreimal einen 0:2-Rückstand »drehen« konnte, belegt seinen enormen Kampfgeist, der selbst dem eigenen Körper zu trotzen wusste. Einzig im Auftaktmatch gegen Niedersachsen reichten die Kräfte gegen Nils Hohmeier nicht zum Sieg. Orts 2:3 besiegelte die überraschende 2:4-Auftaktpleite, die im Nachhinein betrachtet wohl nicht nur den Gruppensieg, sondern auch die Finalteilnahme kostete: Gruppenplatz ließ das BTTV-Team nach zwischenzeitlichen Siegen in den Gruppenspielen gegen Schleswig-Holstein (4:1) und Hessen (4:3) sowie im Viertelfinale gegen den WTTV (4:1) im Halbfinale auf Turnierfavorit Baden-Württemberg treffen. In einem finalwürdigen Duell fehlte der BTTV-Auswahl nicht viel zur Überraschung. Nachdem Ort durch ein ungefährdetes 3:1 für die 1:0-Führung gesorgt hatte, schrammten Schubert und Zaus gegen die Nationalspieler Dang Qiu bzw. Dennis Klein nur knapp an kleinen Sensationen vorbei. Schubert unterlag Top 12-Bundesranglistensieger Qiu ebenso in fünf Sätzen wie Zaus dem Top 12-Dritten Klein. Der Ausgleich zum 2:2 gelang dem amtierenden Deutschen U18-Meister-Doppel, Zaus/Ort, gegen Qiu/Klein unerwartet deutlich und Ort markierte durch ein 3:2 über Qiu die 3:2-Führung. Am Ende jubelte jedoch das BaWü-Team, das durch Erfolge von Bluhm über Zaus (3:2) und Klein über Schubert (3:0) den 4:3-Endstand und Finaleinzug festmachte. Das Endspiel gewannen Qiu und Co. ohne Satzverlust gegen das Rheinland, während sich die bayerischen Jungs im kleinen Finale erfolgreich an Niedersachsen revanchierten (4:1). 

Schülerinnen wähnten sich schon im Halbfinale

Extrem unglücklich verpassten die Schülerinnen (Sarah Mantz, Victoria Dauter, Franziska Schreiner und Anna-Luisa Herrmann) in Gerlingen den Einzug in`s Halbfinale. Nach Platz zwei in der Vorrunde hatten sie es im Viertelfinale mit Hessen zu tun und wähnten sich zwischenzeitlich bereits als Siegerinnen der Begegnung. Beim Stand von 3:2 traf Dauter auf Abwehr-Strategin Anna Jansen, erspielte sich eine 2:1-Satzführung und hatte im vierten Durchgang bei 10:8 Matchball. Den glaubte die Kolbermoorerin ebenso wie ihre Teamkolleginnen und Betreuerin Krisztina Toth auch verwandelt zu haben, doch der Schiedsrichter »stoppte« den Jubel des BTTV-Teams abrupt. Zu aller Erstaunen blätterte er zum 10:9 um und blieb auch nach längeren Diskussionen bei seiner Entscheidung: Der von Jansen vermeintlich ins Aus beförderte Ball habe die Tischkante gestriffen. Dauter verlor das Match noch 2:3 und im letzten Einzel zog »Teamküken« Franziska Schreiner gegen Ex-Bayerin Anna Heeg ebenfalls in fünf Sätzen zum 3:4-Endstand den Kürzeren. Nichtsdestotrotz spielte gerade Schreiner ein tolles Turnier, bezwang mit Wan Qian (WTTV) und Lea Grohmann (Hessen) unter anderem zwei Top 12-Teilnehmerinnen. Die gesamte Mannschaft machte mit Siegen über Brandenburg (4:2) und den WTTV (4:3) in den Platzierungsspielen um die Plätze fünf bis acht das Beste aus dem bitteren Halbfinal-Aus. 

Schüler: Tröstende Erfolge in der Trostrunde 

Den erwartungsgemäß schwersten Stand aller bayerischen Teams hatten die Schüler. Die Startabsagen von Elias Grünwald, Marius Link und Bastian Herbert drückten die ohnehin nicht allzu hohen Erwartungen weiter nach unten. »Leader« Toni Matuka sowie die beiden U13-Youngster Daniel Rinderer und Jürgen Haider verkauften sich so teuer wie möglich, doch mehr als Rang neun war einfach nicht drin. Nach Vorrunden-Niederlagen gegen Niedersachsen (0:4), Hessen (2:4) und das Saarland (0:4) war auch Sachsen (2:4) in der Zwischenrunde nicht zu bezwingen, sodass es statt ins Viertelfinale in die Platzierungsspiele um die Plätze neun bis 16 ging. Die »Trostrunde« erfüllte dann ihren namentlichen Zweck und bescherte den BTTV-Schüler drei verdiente Erfolgserlebnisse gegen die Pfalz (4:2), Berlin (4:1) und Thüringen (4:1). 

Die Ergebnisse sind in softwarebedingt leider nicht allzu übersichtlicher und unvollständiger Weise auf den Webseiten der durchführenden Vereine unter nachstehenden Adressen zu finden: 

http://tischtennis.ksg-gerlingen.de (Schülerinnen und Schüler)

http://www.tischtennis-dillingen.de (Mädchen und Jungen)

Die in Blau gekleideten BTTV-Jungs v.l. Marius Zaus, Jan Schubert, Florian Schwalm und Kilian Ort brachten Farbe in die Siegerehrung. Foto: Markus Ostermeier
Die Schülerinnen Franziska Schreiner, Victoria Dauter, Anna-Luisa Herrmann, Sarah Mantz und Betreuerin Krisztina Toth. Foto: Cornel Borsos
Verbandstrainer Cornel Borsos und seine Schüler Toni Matuka, Jürgen Haider und Daniel Rinderer. Foto: Krisztina Toth

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