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Personal/Hintergrund  

Mit Fachwissen und Social Media: Werner Sigmund ist Butterfly-Basistrainer

Der B-Lizenz-Trainer des TSV Neuried überzeugte die Jury

Werner Sigmund mit DTTB-Sportdirektor Richard Prause und Rüdiger von Berg (Butterfly, rechts). Fotos: privat

Der Basistrainer des Jahres 2016 kommt aus Bayern, genauer gesagt vom TSV Neuried nähe München. Werner Sigmund (33) erhielt unlängst den von der Firma Butterfly ausgelobten Preis. Jurymitglied Richard Prause (DTTB-Sportdirektor) und Rüdiger von Berg (Butterfly Deutschland) übergaben Sigmund im Rahmen des TTBL-Spiels zwischen Grenzau und Düsseldorf die Urkunde und eine Butterfly-Ausrüstung im Wert von 1000 Euro. Die Jury, in der neben Prause auch Dana Weber (Bundestrainerin Schülerinnen), Helmut Hampl (DTTZ-Cheftrainer), Gert Zender (Präsident VDTT), Frank Schönemeier (Landestrainer TTVN) sitzt, lobte insbesondere die Nutzung der neuen Medien – ein Bestandteil von Sigmunds Arbeit beim TSV Neuried. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, betonte Richard Prause.

Anregungen geben und Tischtennis nach außen transportieren

B-Lizenztrainer Werner Sigmund ist mit seinem Videoprojekt 3T Table Tennis Training beim TSV Neuried auf Facebook und Youtube vertreten und erzielt dabei beachtliche Reichweiten. Das erfolgreichste Facebook-Video aus dem August 2015 erreichte 290.000 Personen und wurde 2200 Mal geteilt. In seinen auf Deutsch und Englisch betitelten Videos zeigt Sigmund Sequenzen aus dem Vereinstraining, gibt Tipps und Tricks und kreative Anregungen zum Nachmachen – insbesondere für Trainer an der Basis. „Unser Ziel ist es nicht, den perfekten Spieler zu zeigen mit der perfekten Technik. Vielmehr wollen wir anderen Trainerinnen und Trainern Möglichkeiten aufzeigen, die sie vielleicht für ihr Training nutzen können“, erklärt Sigmund. Ein weiterer Aspekt habe mit dem Image von Tischtennis zu tun. „Wenn man Leute nach Tischtennis fragt, haben die meisten die berühmte Steinplatte im Kopf. Ich möchte mit den Videos zeigen, dass Tischtennis anders ist als auf der Steinplatte, enorm dynamisch und dass ein Balleimertraining richtig anstrengend ist“, sagt Sigmund.

Wenn der 33-Jährige im Training mal wieder die Kamera ausrichtet, dann freuen sich die Kinder und Jugendlichen. „Die haben richtig Spaß. Ich stelle fest, dass sie auch konzentrierter bei der Sache sind, sie wollen weniger Fehler machen und finden es auch toll, sich später zu sehen. Auch für den Trainer ist es einfacher. Eine Bewegungskorrektur kann er mit dem Video stärker unterfüttern, als wenn er sie nur mündlich von sich gibt. Die Jugendlichen wiederum können Selbst- und Fremdwahrnehmung besser abgleichen.“ Dann gäbe es manchmal einen Aha-Effekt, nach dem Motto: „Stimmt, ich habe den Ellbogen ja tatsächlich sehr weit oben.“ Sigmund versteht nicht, warum Videoaufnahmen etwa bei Lehrgängen noch nicht so verbreitet sind, obwohl die Technik nicht das Problem ist. „Jeder hat heutzutage ein Smartphone oder Tablet.“

Sigmund fing erst 2008 an, Tischtennis zu spielen

Erstaunlich ist die Geschwindigkeit mit der sich der frischgebackene Butterfly-Basis-Trainer selbst im Tischtennis entwickelte. Der promovierte Maschinenbauer fing erst 2008 an, Tischtennis im Verein zu spielen. „Im Griechenland-Urlaub wollte ich eigentlich Volleyball spielen, das haben ein paar verrückte Engländer aber mit Kickboxen verwechselt, dann bin ich mal zum Tischtennis“, erzählt Sigmund. Als er Ende des Jahres 2008 zum ersten Mal eine Tischtennis-Halle betritt, ahnt er noch nicht, dass er knapp ein halbes Jahr später schon als Coach und Jugendleiter mit dem Nachwuchs trainiert. „Ich habe die Möglichkeit bekommen, den C-Trainer zu machen, das hat mir auch für mein eigenes Spiel enorm geholfen – gerade wenn man erst als Erwachsener zum Tischtennis kommt.“

Beim TSV Neuried ging es schnell bergauf, in diesem Jahr spielte die erste Jugend sogar Bayernliga, 2015 legte Sigmund seine B-Lizenz ab, selbst spielt er mittlerweile in der ersten Herren-Mannschaft (2. Bezirksliga). Dreimal pro Woche stand Sigmund bislang in der Halle, nach Jobantritt in Augsburg und 50 Kilometer einfacher Fahrt ins Training klappt es nur noch ein- bis zweimal mit dem Jugendtraining. „Ich will aber unbedingt dabei bleiben“, sagt Sigmund. Seine bislang aufgebaute Community dürfte sich freuen: Auch in Zukunft wird es unterhaltsame, kreative und lehrreiche Tischtennis-Videos im Netz geben.

3T Table Tennis Training beim TSV Neuried
Facebook

Youtube

Sigmund mit Urkunde und dem Team von Borussia Düsseldorf

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