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Mannschaftssport Erwachsene  

1.Damen-Bundesliga: Kolbermoor ringt Meister Berlin ein Unentschieden ab

"Ein Signal für die kommende Saison"

Kristin Silbereisen brachte Shan Xiao Na die erste und einzige Saisonniederlage bei. Foto: Erik Thomas

Na also, geht doch! Die 1. Damen-Bundesliga hat an ihrem Abschlussspieltag 2016/17 gezeigt, dass sie auch spannend kann und den Deutschen Vizemeister SV-DJK Kolbermoor im Hinblick auf die kommende Saison mit dem Selbstbewusstsein ausgestattet, auch Serien-Meister ttc berlin eastside so richtig gefährlich werden zu können: Mit der Unterstützung zahlreicher mitgereister Fans rangen die Kolbermoorerinnen dem Hauptstadtteam ein 5:5 ab und befleckten dessen bis dahin blütenweiße Weste. 

Nachstehend der Spielbericht von Martina Emmert/tischtennis.de

Der Deutsche Meister leistet sich einen kleinen Schönheitsfleck

Der SV DJK Kolbermoor hat dem Deutschen Meister ttc berlin eastside in einem dreistündigen, finalen Schlagerspiel ein leistungsgerechtes Remis abgetrotzt. Die Atmosphäre war bei einer Rekordkulisse in dieser Saison von 200 Zuschauern erstklassig. Heike Ahlert hat als Vizepräsidentin des Resorts Leistungssport dem ttc berlineastside den Pokal überreicht und den Spielerinnen die Medaillen für den vierten Deutschen Meistertitel in Serie umgehängt. „Die Erfolge sind wirklich bemerkenswert. Und noch besteht nach dem Pokalsieg auch die Chance auf ein erneutes Triple. Petrissa war meines Erachtens die beste Spielerin, aber Sabine bot Gegenwehr. Stark spielte auch Palina gegen Balint, während Chantal zu wenig Paroli bot. Nach der Siegerehrung wurde Sekt und Currywurst kredenzt“, sagte Ahlert, die zudem ihre Freude über die Fahrt nach Berlin zum Ausdruck brachte.

Im Spitzenspiel zum Ausklang der Saison 2016/17 gegen den SV DJKKolbermoor mussten die Gastgeberinnen auf Georgina Pota verzichten. Die Ungarin gewann bei den Slovenian Open den Titel im Doppel, und erreichte im Einzel das Finale. Herausragend war die Leistung der Ungarin im Semifinale beim 4:0 gegen die Nummer 22 der Weltrangliste Honoka Hashimoto aus Japan. Eine rechtzeitige Anreise war dadurch jedoch nicht mehr gewährleistet, ein Vorteil, den sich die Gäste zu Nutze machten. „Doch diese Tatsache kann unsere super Teamleistung nicht schmälern. Auch die mitgereisten Fans aus unserem Verein unterstützten die Mannschaft lautstark, waren bei dem großartigen Erfolg das fünfte Rad am Wagen. Nach dem 0:4 in Bingen erspielten Sibel Remzi und Bernadett Balint ein 3:1 hinten. Vor allem nach unserem 3:5-Rückstand war das nicht zu erwarten. Wir sind komplett zufrieden, denn Berlin gab seit ewigen Zeiten mal wieder einen Punkt ab. Vielleicht aus unserer Sicht ein Signal für die kommende Saison“, resümierte SV DJK-Coach Michael Fuchs.

Die Doppel wurden diesmal anders als im Hinspiel getroffen, und Petrissa Solja/Shan Xiaona wahrten als stärkstes Duo der Liga mit einem 3:1 gegen Balint/Remzi ihre weiße Weste. Im Gegenzug verbuchten Kristin Silbereisen/Sabine Winter mit einem 3:1 gegen Chantal Mantz/Irina Palina das 1:1. Mantz kehrte von den Slovenian Open aus Otocec mit der Bronzemedaille im Doppel an der Seite von Wan Yuan (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim) zurück. Die Deutschen Meisterinnen von 2016 harmonierten wieder einmal perfekt, aber gegen Pota/Matilda Ekholm (Schweden) war kein Kraut gewachsen.

Silbereisen sorgte danach gleich für einen Paukenschlag, denn die Deutsche Meisterin aus Kolbermoor brachte Shan mit einem 11:5, 3:11, 11:9, 13:11 die erste Saisonniederlage im Einzel bei. Der Jubel fiel nach Abwehr von zwei Satzbällen bei der 32-Jährigen entsprechend fröhlich aus. Parallel bewies ttc-Spitzenspielerin Solja in einem hochklassigen 3:2-Spiel gegen Winter Stehvermögen. „Durch den Sieg bei der Deutschen Meisterschaft verfügte Kristin über genügend Selbstvertrauen. Die Beiden kennen sich in und auswendig, spielten schon zehn Jahre lang in einem Verein. Und Sabine und Petrissa zeigten ein wahnsinniges Spiel. Mit ein Quäntchen mehr Glück, hätte es auch zu Gunsten von Sabine ausgehen können“, erklärte der SV DJK-Betreuer. Linkshänderin Solja steigerte sich nochmals zum 11:8, 11:5, 10:12, 11:3 gegen Silbereisen, sodass die 23-Jährige maßgeblichen Anteil am Teilerfolg der Berlinerinnen besaß. Shan wurde beim glatten 3:0 von Winter nicht geprüft.

Das insgesamt blendende Niveau führte das Quartett im hinteren Paarkreuz fort, denn alle Akteurinnen holten noch einmal das Beste aus sich heraus. Mit Cleverness wartete Abwehrspezialistin Irina Palina auf, denn die Trainerin und Managerin musste natürlich auch im Einzel für Pota an den Tisch. Mit einem 11:4, 10:12, 11:5, 11:9 gelang gegen Balint das 3:3, denn Mantz besaß gegen Remzi beim 13:11, 10:12, 11:13, 8:11 keine guten Karten. Die U21-Europameisterin fand schließlich auch gegen Balint nicht das richtige Rezept, sodass ausgerechnet Palina über das Zünglein an der Waage zu entscheiden hatte. Mit einem 10:12, 9:11, 11:9, 6:11 ließ sich das Remis gegen Remzi nicht vermeiden.

„Wir können mit dem 5:5 leben, aber natürlich hätten wir lieber gewonnen. Ich habe gegen Remzi gekämpft, und mir den Sieg so gewünscht, doch es sollte nicht sein. Das 0:2 von Chantal war sicher nicht erwartet. Respekt zolle ich der Leistung von Balint. Nach der Niederlage gegen mich, und dem deutlichen 0:3 in der Hinrunde gegen Chantal konnte sie diesmal einen wichtigen Punkt holen. Doch letztendlich war es insgesamt ein tolles Spiel mit tollen Ballwechseln und einer sehr schönen Stimmung. Auch uns machte es viel mehr Spaß vor so vielen Zuschauern zu spielen“, fiel auch das Fazit von ttc-Trainerin Palina durchweg positiv aus. 

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