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Mannschaftssport Erwachsene  

1. Spieltag der TTBL

Bad Königshofer Boy-Band zeigt trotz Niederlage in Bremen, dass sie kein Kanonenfutter ist

Bad Königsofen schlägt sich beim Erstliga-Einstand wacker. Foto: Mark Gauci

In der TTBL hat Liga-Neuling TSV Bad Königshofen zum Einstand 1:3-Niederlage beim SV Werder Bremen verloren, aber die Erkenntnis gewonnen: "Wir können mithalten!" 

Für den TSV Bad Königshofen, vom Hallensprecher als „Bad Königstein“ vorgestellt, eröffnete Kilian Ort das Abenteuer Bundesliga mit seinem Spiel gegen den mehrfachen Olympia-Medaillen-Gewinner Bastian Steger. Die beiden kennen sich gegenseitig von vielen gemeinsamen Lehrgängen im Leistungszentrum Düsseldorf, so dass sich von daher die Vorteile ausglichen. Ort startete im ersten Satz etwas verkrampft. Er führte zwar bis 4:3, musste seinen ersten Erstliga-Satz aber mit 7:11 abgeben. Die kleine Zuschauerkolonne von Königshöfer Nordseeurlaubern, Vater Josef und Firmpate Andy Albert, mit dem Zug nachgefahren,  unterstützten ihren Liebling hörbar nach Kräften. Auch im zweiten Satz führte Kilian Ort ständig mit eins bis drei Punkten Vorsprung, gegen Satzende 10:8 und musste durch einen Netzroller den 10:10-Ausgleich schlucken. Auch beim dritten Satzball (11:10) schlug sich Fortuna eindeutig auf die Seite von Steger, der mit einem Kantenball erstmals in diesem Satz in Führung ging und ihn für sich entschied. Im dritten Satz machte er mit 11:5 den Sack zu.  Teamcoach Richard Vyborny zum Spiel: „Kilian hat mir trotz der Niederlage sehr gut gefallen. Man hat ihm angemerkt, dass es das erste wichtige Match nach mehr als drei Monaten für ihn war. Die ersten zwei Sätze haben entschieden. Im zweiten hatte er bei 10:8 wirklich unglaubliches Pech. Hätte er den durchgebracht, hätte ich ihm eine Überraschung zugetraut. Dann aber ist  Steger mit seiner Erfahrung immer ruhiger geworden und Kilian etwas hektisch.“ Und Ort selber: „Dieses Pech, auf das ich nicht alles schieben will, wird sich im Lauf der Saison wieder ausgleichen. Ich denke, ich habe alles gegeben.“

Stand das gesamte Spiel schon unter dem Vorzeichen Goliath gegen David, so war dies beim zweiten Match an der Körpergröße abzulesen: Der des Ägypters Omar Assar, 1,96 m, Nummer 34 der Weltrangliste, gegen Mizuki Oikawa, 1,61 m, Nummer 98 WR. Doch was dieses ungleiche Paar sich da entgegenzusetzen hatte, war Weltklasse auf Augenhöhe. Der kleine Japaner, am Samstagnachmittag bei den Bulgarian Open erst im Viertelfinale gegen Dimitrij  Ovtcharov ausgeschieden, wurde immer wieder vom intellektuell wirkenden Brillenträger aus Ägypten („Die Bundesliga war schon immer mein Traum“) ziemlich unkonventionell angegriffen. Mit seinem Reichweiten-Vorteil schoss er mit der Vorhand aus der tiefen Rückhandseite – und gewann mit 11:8. Den zweiten Satz holte sich Oikawa mit 11:6, wozu Andy Albert bemerkte: „Da ist mir schon ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe gesehen, wir können mithalten.“ Der dritte und vierte gingen aber wieder an den Afrikameister im Werder-Trikot.

Jetzt musste das „Nesthäkchen“ Darko Jorgic, seit Mai 19 Lenze jung, gegen den Rumänen Hunor Szösc an den Tisch. Doch was heißt musste! Vom ersten Ballwechsel an war ihm von allen drei Königshöfern die größte Lockerheit anzusehen. „Irgendwie spielt er wie Richard Vyborny“, freute sich Manager Andy Albert. „Als ich ihn siegen gesehen habe, fiel mir ein ganzer Felsen vom Herzen. „Du hattest wieder ein goldenes Händchen“, habe ihm Vyborny versichert. Jorgic kam nur im dritten Satz etwas in Bedrängnis, besiegte aber alle Netz- und Kantenbälle und seinen Gegner und holte den ersten Spielgewinn für den Aufsteiger zum 1:2-Zwischenstand. „Ein perfekter Einstand gegen die Nummer 63 der Welt“, lobte Kilian Ort den Slowenen.

Würde nun im Duell der beiden Einser Oikawa eine Sensation gegen Steger gelingen und den Ausgleich erzielen? Er schaffte es nicht. Er hatte zwar zwei Satzbälle im ersten Satz, musste sich aber dem zur Topform auflaufenden Bremer mit 12:14/7:11/8:11 beugen. Um 17 Uhr 24 war das erste Bundesligaspiel der Königshöfer beendet. Für das TSV-Trio ging es im Anschluss zusammen mit Vyborny weiter zu den Czech Open. „Vybo meint, er war zufrieden mit uns“ schien Kilian Ort nicht hundertprozentig der gleichen Meinung zu sein. „Unser erster Auftritt war nicht schlecht. Natürlich müssen wir unsere Chancen, einen Satz zu holen, besser nutzen und erfahrener werden. Wir haben auf jeden Fall gezeigt, dass man nicht im Vorbeigehen gegen uns gewinnt. Ich denke, dass wir auch in den nächsten Spielen unsere Chancen haben werden.“

Und Andy Albert: „Ich bin wahnsinnig erleichtert mit der Erkenntnis jetzt schon, dass wir alles richtig gemacht haben. Da war viel Augenhöhe zu sehen. Auf den super-coolen Darko Jorgic bin ich ganz, ganz stolz, dass er so eingeschlagen hat. Ich sage heute nur so viel: Wir werden unseren Heimvorteil spüren.“  Hörte sich an wie eine Kampfansage.

Quelle: Rudi Dümpert (TSV Bad Königshofen)

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