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Personal/Hintergrund  

"Ich hoffe, ich kann die Form beibehalten"

Kilian Ort nach seiner Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin

Spielszenen aus dem Halbfinale Ort vs. Steger

In einem Post auf seiner Facebook-Fanseite hat sich Kilian Ort nach seinem überraschenden DM-Silbermedaille von Berlin zu Wort gemeldet. Der 21-Jährige schrieb unter anderem: „…Danke auch für die Glückwünsche, die ich aufgrund der für mich überwältigenden Anzahl leider noch nicht alle beantworten konnte und danke an alle, die sich für mich die Daumen wund gedrückt haben.
Danke natürlich auch an meine Familie, ohne die ich nie neben solchen Topspielern auf dem Podest einer deutschen Meisterschaft hätte stehen können. Jetzt gilt es, weiter an meinem Spiel zu arbeiten, um mich Schritt für Schritt zu verbessern.“

Bei den 86. Deutschen Meisterschaften hatte sich der Weltranglisten-287. Vom TTBL-Club TSV Bad Königshofen unter anderem mit Siegen über den WR-19. Ruwen Filus und den WR-.21 Bastian Steger in das Finale vorgekämpft, ehe er vom Weltranglistenersten und zwölffachen Deutschen Meister Timo Boll beim 0:4 unsanft gestoppt wurde. „Von außen sieht das nicht so spektakulär aus, was der Timo macht, aber der macht halt keinen Fehler. Wenn du nur halbherzig spielst, schlägt es sowieso ein. Ich habe noch das eine oder andere Loch in meinem Spiel, das ich schließen muss – und das hat er mir aufgezeigt“, sagte Ort nach dem Endspiel gegen den Ausnahmekönner.

Im Halbfinale gegen Bastian Steger hielt sich Coach Cornel Borsos zurück

Mit sechs Jahren hatte Kilian Ort die ersten Schritte am Tisch gemacht – unterstützt von Papa Josef, selbst langjähriger Bayernliga-Spieler. Später nahm sich BTTV-Verbandstrainer Cornel Borsos dem Talent an, begleitete und formte ihn durch die Schüler- und Jugendzeit. Auf Facebook bedankte sich Ort auch bei seinem Mentor, der „mich dankenswerterweise auch noch bei den Deutschen Meisterschaften betreut hat.“ Für Borsos selbst war der Erfolg seines langjährigen Schützlings eine tolle Sache. Nur im Halbfinale gegen den gebürtigen Oberviechtacher Bastian Steger hatte Borsos ein etwas schlechtes Gewissen. „Zwischen 1995 und 1997 habe ich zusammen mit Basti für Lappersorf in der Regionalliga gespielt und viel mit ihm trainiert. Daher war mir das etwas unangenehm. Ich habe mich in dem Spiel auch sehr zurückgehalten“, sagte Borsos.

Seit 2014 in Düsseldorf

Im September 2014 verließ Kilian Ort sein Elternhaus in Bad Königshofen und zog nach Düsseldorf, um dort tagtäglich unter Profi-Bedingungen trainieren zu können. Die nur wenige, freie Zeit nutzt er aber weiterhin, um wieder in das vertraute Umfeld zurückzukehren. Die Zeit fernab in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt verlief wechselhaft. Nach einem Jahr zog sich der Anhänger des FC Bayern München eine langwierige und schmerzhafte Schulterverletzung zu, die ihn knapp zwölf Monate auf Eis legte. Behutsam wurde Ort wieder aufgebaut. Seit August 2016 absolviert der Schüler-Europameister mit Team Deutschland 2010 und Mixed-Europameister von 2013 (mit Nina Mittelham) wieder das komplette Pensum. Im Herbst letzten Jahres war er außer Form, auch ein längerer Bundeswehrlehrgang brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Jetzt ist er wieder da. „Ich habe schon gemerkt, dass ich gut drauf bin. Und ich bin ja eher ein kritischer Typ. Wenn ich sage, dass ich gut in Form bin, heißt das schon was“, betont der 21-Jährige. „Ich hoffe, dass ich die Form in den nächsten Wochen beibehalten kann. Bald sind die German Open in Bremen. Da ist die Weltelite zu Gast. Vielleicht kann ich da den einen oder anderen legen.

Den Dankes-Post auf seiner Facebook-Fanseite über seine überraschende DM-Silbermedaille versah Kilian Ort übrigens mit dem Hashtag #immergriffigbleiben. Am Montag nach dem Berlin-Wochenende war bereits wieder Training angesagt. Stets nach dem Motto: immer griffig bleiben.

Kilian Ort jubelt nach seinem Halbfinalerfolg über Bastian Steger (Fotos: Erik Thomas)
Im Finale gegen Timo Boll war Ort chancenlos
Shakehands mit der Nummer 1 der Welt: Kilian Ort

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