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Personal/Hintergrund  

Grundsatzrede des BTTV-Präsidenten im Wortlaut

Konrad Grillmeyer sprach beim Verbandstag in Reichertshofen über "Gegenwart und Zukunft" des BTTV

BTTV-Präsident Konrad Grillmeyer (Foto: F. Leidheiser)

Bei der Eröffnungsfeier des BTTV-Verbandstages in Reichertshofen richtete sich Präsident Konrad Grillmeyer in seiner Grundsatzrede an die Gäste und Delegierten. Wir wollen Ihnen die Rede nicht vorenthalten, hier ist sie im Wortlaut: 

Liebe Sportkameradinnen und Sportkameraden, sehr verehrte Gäste,

seit dem letzten Verbandstag 2015 in Bad Gögging sind erst drei Jahre vergangen und es stehen schon Neuwahlen an, obwohl normalerweise eine Legislaturperiode im Bayerischen Tischtennis-Verband auf vier Jahre ausgerichtet ist. Wir haben aber beim außerordentlichen Verbandstag in Amberg beschlossen, nicht nur die Strukturreform umzusetzen, sondern auch die Legislaturperiode der Verbandsebene an die der neuen Bezirke anzupassen. Danach kehren wir wieder zur normalen Legislaturperiode auf vier Jahre zurück. Die neuen 16 Bezirke sind inzwischen gegründet worden und die alte Struktur wurde dadurch abgelöst. Nach dem außerordentlichen Verbandstag wurden in vielen Arbeitsgruppen die Weichen für den Spielbetrieb in der neuen Struktur gestellt. So gab es Arbeitsgruppen, die sich mit dem Jugendsport, dem Erwachsenensport und dem Seniorensport zum Mannschafts- und Einzelspielbetrieb beschäftigten. Allen die hier mitgewirkt haben, bereits an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für den Zeitaufwand und die Ideen, die mit eingebracht wurden. Möglicherweise ist noch nicht alles perfekt, aber ihr habt es in der Hand vernünftige Änderungen vorzuschlagen und einzubringen. Ich möchte es an dieser Stelle mit der Strukturreform bewenden lassen und darf im Übrigen auf meinen Bericht verweisen. Das Präsidium ist jedenfalls davon überzeugt, dass wir einen richtigen Schritt gemacht haben.

Das Projekt, das ich jetzt ansprechen möchte und das uns schon länger Sorgen bereitet, ist die Baustelle des Leistungszentrums in München. Schon seit Jahren berichten wir über dieses Thema, eine Lösung konnten wir aber bisher nicht präsentieren. Mit einer der schwierigsten Punkte dabei ist, einen geeigneten Standort für einen möglichen Bau oder die Nutzung einer eigenen Halle zu finden. Denn ein entscheidendes Kriterium ist, dass die Halle in unmittelbarer Nähe der Eliteschule des Sports sein muss. Obwohl wir die Unterstützung durch unsere Dachverbände, dem DTTB, dem BLSV und dem Olympiastützpunkt München haben, fehlt es uns so glaube ich, am Willen der Politik dieses Projekt zu realisieren. Seit dem Beginn dieses Projektes haben wir, d. h. überwiegend unser Geschäftsführer Dr. Carsten Matthias viele, viele Gespräche mit den verschiedensten Institutionen geführt, sind aber immer wieder an der Standortfrage gescheitert. Wir wollen noch nicht aufgeben und weiter versuchen hier einen Schritt voranzukommen. Es wird sicher nicht einfacher werden, aber die politischen Vertreter sollten einmal darüber nachdenken, welch ein Gewinn so eine Halle für die Stadt und die umliegenden Vereine sein kann. Ich möchte es auch nicht unterlassen, dass dies für unseren Bundesstützpunkt Nachwuchs eine ideale Konstellation darstellen würde und damit eine optimale Trainingsarbeit gewährleistet werden könnte. Ansonsten darf ich auch noch auf den Bericht des Präsidiums verweisen.

Ich möchte an dieser Stelle das Thema „Finanzen“ ansprechen. Wie ihr vielleicht dem Bericht zu den Finanzen entnommen habt, werden wir für 2017 einen Gewinn von nicht ganz 97.000 EUR erzielen, obwohl im Haushalt für 2017 noch von  einem Verlust von etwas mehr als 31.000 EUR die Rede war. Die Gründe dafür werden Morgen unter TOP 3 „Jahresrechnung 2017“ sicherlich erläutert. Einige von euch haben vielleicht in meinem Bericht des Präsidiums unter dem Punkt „Finanzen“ gelesen, dass ich auf künftige finanzielle Risiken hingewiesen habe. Ich habe auch schon in den Vorjahren darauf hingewiesen, obwohl wir den letzten Verlust in 2013 zu beklagen hatten. Natürlich wird sich jetzt jeder Fragen, warum ich immer wieder so ein „Horrorszenario“ ausrufe, obwohl dies in den letzten Jahren nicht eingetreten ist. Es gab immer gute Gründe und unvorhergesehene Ereignisse, warum wir immer gut weg gekommen sind. Ein ganz entscheidender Faktor ist, dass wir seit Jahren im Bereich der Ausgaben versuchen durch effizientes Arbeiten und bewusstes Ausgabenmanagement Einsparungen zu erzielen. Hierzu gehört auch, dass wir vieles digitalisiert haben und damit bürokratische Hindernisse abbauen konnten. Dass dies auch gelungen ist, zeigen die Ergebnisse. Ein weiterer Faktor ist, dass wir durch frist- und formgerechte Beantragung von Staatsmitteln, die eigentlich anderen Fachverbänden zustehen, aber nicht abgerufen werden, oftmals einen vorher nicht zu kalkulierenden „Nachschlag“ an Fördermitteln erhalten haben.
Also warum spreche ich von finanziellen Risiken? Geht es vielleicht um die Einnahmenseite? Ja. 

Es geht zum einen um die unsägliche, neu beschlossene Eigenmittelberechnung und Verteilung durch den BLSV und zum anderen um den seit Jahren anhaltenden Mitgliederrückgang in unserem Sport. Nachdem wir ersteres vorerst nicht ändern können, müssen wir uns nach wie vor Gedanken um unseren Rückgang bei den Vereinen und Sportlern machen. D. h. wir müssen zeitgemäße Angebote finden, um über unsere Vereine neue Mitglieder gewinnen zu können und das über alle Altersgruppen hinweg. Die Vereine auch zu aktivieren, die bereits vorhandenen Angebote wie z. B. die mini-Meisterschaften anzunehmen und auf die damit verbundenen Vorteile für sie hinweisen. Wir müssen uns deswegen nicht neu erfinden, aber unsere Angebote/Dienstleistungen den Vereinen besser nahebringen und davon überzeugen. Dieses Feld gilt es insbesondere die nächsten Jahre zu beackern. 
Dies wird unter anderem mit eine Aufgabe für den Vereinsservice sein, hier entsprechende Modelle zu entwickeln und den Vereinen nahe zu bringen. Das auch andere Landesverbände und Sportfachverbände mit diesem Phänomen zu kämpfen haben, darf keinesfalls ein Grund sein zu kapitulieren. Wir müssen uns hier alle in die Pflicht nehmen. Vielleicht kann es uns dann gelingen, den Trend des Mitgliederrückganges zumindest abzubremsen. Gestattet mir zu diesem Bereich noch eine Anmerkung zu unserem Partner, der myTischtennis GmbH. Seit Jahren profitieren wir durch jährlich steigende Ausschüttungen an unseren Verband. Wir sind neben dem TTVWH, WTTV und TTVN als Gesellschafter an dieser Firma beteiligt. Wobei dies allerdings nicht mit den erhaltenen Ausschüttungen zu tun hat. Ich wollte dies nur zur Abrundung unserer Einnahmenseite erwähnen, dass auch diese Ausschüttungen zu unserem positiven Ergebnis beigetragen haben. Im Übrigen darf ich noch bekanntgeben, dass der Geschäftsführer der myTischtennis GmbH bei der ersten Verbandsausschusssitzung in der neuen Legislaturperiode die Gesellschaft näher vorstellen und erläutern wird.

Daran anschließend möchte ich von einem Projekt berichten, das hier gut zum Finanzthema passt. Wir haben beschlossen, den Bereich „Aus- und Fortbildung“ der in unserer Bilanz unter dem  Begriff „Zweckbetrieb“ geführt wird, künftig d. h. zum 1.1.2019 in einer gGmbH auszugliedern. Die Gesellschaft wird danach den Namen „Bayerische Tischtennis-Akademie gGmbH“ führen. Alleiniger Gesellschafter wird der Bayerische Tischtennis-Verband sein. Der gesamte Aus-und Fortbildungsbereich für Trainer, Schiedsrichter, Fachwarte usw. wird künftig über diese Gesellschaft abgewickelt. Zum Geschäftsführer dieser Gesellschaft soll der jetzige Referent für den Vereinsservice, Michael Hagmüller, bestellt werden. Er wird mit den notwendigen Kompetenzen und Freiheiten, die er für diese Tätigkeit braucht, ausgestattet werden. Wir erhoffen uns von dieser Ausgliederung, dass sie uns nicht nur steuerliche Vorteile bringen wird. Wir versprechen uns u.a. mehr Transparenz und mehr Flexibilität. Wir haben sämtliche Verträge sowohl vereinsrechtlich, sowie gesellschaftsrechtlich und steuerrechtlich prüfen lassen. Insbesondere auch darauf, dass die gemeinnützigen Vorgaben erfüllt sind. Nähere Informationen werden nach Abschluss der Verträge und Gründung der Gesellschaft noch bekannt gegeben. Dies sollte für eine erste Information zunächst genügen.

Zu unseren Dachverbänden DTTB und BLSV nur so viel, ich möchte mich hier noch einmal ganz herzlich bedanken für die Unterstützung für unseren Bundesstützpunkt und dem Projekt Leistungszentrum München. Ich habe im Übrigen unsere Dachverbände vorher das eine oder andere Mal bereits erwähnt und im Präsidiumsbericht das wichtigste dargestellt. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass beim letzten Bundestag des DTTB neben den Neuwahlen auch eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, die sich mit dem Thema der Finanzen des DTTB beschäftigen soll. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe zeigen, dass dies ein äußerst schwieriges Thema ist. Unser Verband ist in der AG mit dem Geschäftsführer Dr. Carsten Matthias vertreten. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Vereinheitlichung der Spielsysteme; hier bringt sich Vizepräsident Gunther Czepera für den BTTV ein. Ein weiteres Thema zwischen dem DTTB und den Landesverbänden ist die Zusammenlegung von Aufgaben der TMG, DTTB und myTT und eine gemeinsame Außendarstellung. Hierzu wird geprüft, welche Synergien möglich und sinnvoll sind.

Wir haben in 2018 zwei Events nämlich das U-Bahn-Event „TT meets Tube“ in München und das China-Turnier in Gaimersheim erfolgreich durchgeführt. Beide Events sorgten für mediale Aufmerksamkeit und das war auch unser Ziel. Dass U-Bahn-Event führten wir bereits zum zweiten Mal durch, während das Deutsch-Chinesische Einladungsturnier zum ersten Mal in Deutschland und dann gleich in Bayern durchgeführt wurde. Das Deutsch-Chinesische Einladungsturnier wurde durch den zahlreichen Besuch von Vertretern der Politik und Wirtschaft entsprechend aufgewertet. Beide Events waren großartig organisiert. Dafür an alle Helfer meinen Dank die dazu beigetragen haben, dass wir diese Veranstaltungen erfolgreich durchführen konnten. 
Als „Dienstleiter“ für den Sport hat der BTTV in den letzten Tagen für die Allianz deren Weltspiele im Bereich Tischtennis organisiert. 
Weiter möchte ich noch erwähnen, dass sich unsere seit Jahren bestehende Turnierserie „Bavarian Race“ nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Das Highlight dieser Veranstaltungsreihe ist natürlich immer das Finale in Ruhpolding, in dem die Sieger in den einzelnen Kategorien aufeinander treffen und sich über ansehnliche Preise freuen dürfen.

Noch ein Wort zu uns:

Wir wollen nach diesem Verbandstag den Fachwarten für Controlling und zukünftigen Turnierleitern eine auf die jeweiligen Bereiche abgestimmte Schulung anbieten, damit sie in der Lage sind ihre übernommenen Aufgaben perfekt erfüllen können. Auch für die mit der Öffentlichkeitsarbeit betrauten Fachwarte soll es bereits im September eine Schulung geben. Sollte auch in anderen Bereichen ein Bedarf an Fortbildungen vorhanden sein, so wollen wir auch diese erfüllen.

Zum Schluss möchte ich noch Danke sagen: 

an meine Kollegin und Kollegen im Präsidium für ihre Mitarbeit und Unterstützung, insbesondere meinem Stellvertreter Gunther Czepera,

allen Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihren unermüdlichen Einsatz und Unterstützung, insbesondere dem Geschäftsführer Dr. Carsten Matthias und seinem Stellvertreter Nils Rack,

unseren Trainern, koordiniert durch Krisztina Toth, und den lizensierten Schiedsrichtern unter VSRO Joachim Car,

allen ausgeschiedenen Fachwarten in der alten Struktur, insbesondere den Vorsitzenden und Vorständen in den Bezirken und Kreisen, 

sowie allen Fachwarten für ihr Engagement in unserem Verband.

Den neuen Bezirksvorsitzenden und ihren Teams wünsche ich viel Erfolg und Glück zu ihren bevorstehenden Aufgaben. Dasselbe gilt für diejenigen, die sich beim morgigen Verbandstag zur Wahl stellen oder sich berufen lassen.

Herzlichen Dank!

Nur gemeinsam können wir in der neuen Legislaturperiode etwas erreichen und unseren Verband erfolgreich in die Zukunft führen.

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