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Personal/Hintergrund  

"Ich bin ruhig geblieben"

Mike Hollo spricht im Interview über seine EM-Medaille, gewonnene Erfahrung und das Überstehen von kritischen Situationen

Mike Hollo mit der EM-Medaille (Fotos: Marco Steinbrenner)

Bei der Jugend-EM in Cluj-Napoca stellte Bayern mit sieben von 18 Spielern den größten Teil des DTTB-Teams. Mit seiner Bronzemedaille - die einzige aus deutscher Sicht im Einzel - und drei Viertelfinal-Teilnahmen avancierte Mike Hollo zum besten DTTB-Akteur in Rumänien. Der 14-Jährige, der beim Turnier von seinen Eltern begleitet worden war, spricht im Interview über seinen schönen Erfolg, den Weg dorthin und über den ersehnten Urlaub, der am heutigen Freitag losgeht. 

Kriegt die Bronzemedaille einen Ehrenplatz?
Mike Hollo: Ich werde sie auf jeden Fall in meinem Zimmer aufhängen. Wo, weiß ich aber noch nicht. 

Gab es eine kleine Feier nach dem Medaillengewinn? 
Wir haben mit dem gesamten DTTB-Team im Hotel zusammengesessen und ein schönes Essen gehabt. 

Du warst bei der deiner zweiten Jugend-EM dreimal im Viertelfinale (Doppel, Mixed, Team) und hast Bronze im Einzel gewonnen. War das die EM, die du ihr insgeheim erträumt hast?
Ich hätte auch sehr gerne im Team, Doppel und Mixed eine Medaille gewonnen, aber klar, dass es gerade im Einzel geklappt hat, freut mich natürlich riesig. 

Trauerst du noch dem verlorenen Halbfinale nach oder ist das vergessen? 
Also kurz nach dem Spiel war ich schon traurig, habe mich über die vergebene Chance im ersten Satz geärgert und darüber, taktisch nicht alles richtig gemacht zu haben. Aber das war schnell vergessen und die Freude über Bronze da.

Du hattest gerade im Einzel-Wettbewerb einige brenzlige Situationen zu überstehen, vor allem im Achtelfinale gegen den Spanier Pons, als du schon fast draußen warst, Matchbälle gegen dich hattest und dann doch noch im 7. Satz mit 11:9 gewonnen hast. 
Bei 2:3 in Sätzen und 0:5 war ich fast schon weg. Früher hätte ich mich bei solch einem Spielstand total aufgeregt. Diesmal bin ich ruhig geblieben, habe mir gesagt, ich probiere es noch mal, und es hat geklappt. 

Ist das auch ein bisschen der Tatsache geschuldet, dass es deine zweite EM war und du mittlerweile erfahrener bist?
Bei meiner ersten EM im vergangenen Jahr war ich total aufgeregt und nervös. Diesmal war ich auch aufgeregt, aber nicht mehr so stark. Ich kannte die Atmosphäre, das Drumherum bei einer EM usw. Das hat einiges erleichtert. 

Die EM dauerte zehn Tage, davor standen drei Vorbereitungslehrgänge in Folge mit dem deutschen Team auf dem Programm. Wie kriegt man das mit der Schule unter einen Hut?
Wir haben ja in Bayern jetzt Sommerferien und in der Zeit kurz zuvor ist auch nicht mehr allzu viel los in der Schule. Aber ich musste zwischen den Lehrgängen schon Schulstoff nacharbeiten. 

Du bist 14 und darfst noch ein weiteres Jahr bei den Schülern U15 mitspielen. Dazu wirst du für den TuS Fürstenfeldbruck im vorderen Paarkreuz der Regionalliga aufschlagen. Was nimmst du dir für die kommende Saison vor?
Im Verein will ich eine ausgeglichene oder vielleicht sogar positive Bilanz schaffen. Und international die eine oder andere Medaille gewinnen. 

Heute geht es für dich in den Urlaub nach Griechenland. Kannst du den Schläger überhaupt solange beiseite legen? 
Ich freue mich darauf, mal zehn Tage ohne Tischtennis zu sein. Danach geht es wieder voll los.

Jubel nach dem Erreichen des Halbfinals
Bei seiner zweiten Jugend-EM die erste Medaille für Mike Hollo
Bayerns Starter bei der Jugend-EM 2018 im Porträt

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