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Neues aus den Vereinen  

Abdel Salifou verspricht viel Freude

Die Königshöfer holten einen ihrer härtesten Widersacher an Bord - Steger: „Er passt gut zu uns“

Nun hat der TSV Bad Königshofen die Katze aus dem Sack gelassen: Der  Franzose Abdel-Kader Salifou hat das Rennen um den durch den Abgang von Mizuki Oikawa frei gewordenen Platz gemacht. Manager Andy Albert hat sich sehr lange Zeit gelassen, die Angebote geprüft, Sportliches und wirtschaftlich Vertretbares gegeneinander abgewogen und sich für den 30-Jährigen entschieden. Nicht zuletzt bezog er auch die Meinung des Stammtrios Kilian Ort, Bastian Steger und Filip Zeljko mit ein, die ihren neuen Teamkollegen aus der Liga und von internationalen Pro-Tour-Turnieren her gut kennen. „Wir wollten ihn eigentlich unseren Partnern und Fans live präsentieren und bis dahin mit der Bekanntgabe warten“, gesteht Albert. „Da Abdel aber auf unabsehbare Zeit nicht persönlich hier vorstellig werden kann, wollen wir unsere Fans nicht weiter auf die Folter spannen.“ Zudem hat Salifou kürzlich bereits als Ehrengast am virtuellen Stammtisch des TSV-Fanclubs Ping-Pong-Ultras teilgenommen.
Wer das Heimspiel am 29. September und das Rückspiel am 22. Dezember gegen den TTC Neu-Ulm gesehen hat, kann sich an den ungeheuer aggressiv spielenden, dunkelhäutigen Franzosen erinnern. Beim 3:2-Sieg des TSV unterlag Salifou seinem Vorgänger Mizuki Oikawa in einem sensationellen Schlagabtausch mit 10:12 im fünften Satz. Damals hätten beide nicht an diese Entwicklung gedacht. Und im Rückspiel in der Neu-Ulmer ratiopharm-Arena (0:3) gewann Salifou gegen Bastian Steger nach Abwehr mehrerer Matchbälle und 4:9-Rückstand im vierten Satz (14:12) im fünften mit 11:9. Überhaupt weist ihn seine persönliche Bilanz der abgebrochenen Saison als einen Spezialisten mit Nerven wie Drahtseilen für Fünf-Satz-Matches aus. Weniger zufrieden dürfte er mit seiner Einzel-Bilanz (6:11) sein, die sich umso weniger erklären lässt, weil er den schwedischen Vizeweltmeister Mattias Falck gleich zwei Mal sowie Bastian Steger (je 3:2), Daniel Habesohn und den Weltranglisten-Sechsten Hugo Calderano (je 3:0) schlagen konnte.
Seine überzeugendsten Vorstellungen gab Salifou ausgerechnet gegen die beiden Play-off-Teams aus Bremen und Ochsenhausen sowie gegen Bad Königshofen. Geboren wurde Abdel-Kader 1989 in Reims. In Frankreich spielte er bei Olympique Rémois tennis de table, bei SPO Rouen und Stella Sport La Romagne. Von weniger Erfolg gekrönt war sein einjähriges Gastspiel bei Energa KTS Torun in der polnischen Superliga, von wo ihn der Liga-Neuling TTC Neu-Ulm holte. Dort hatte der Doppelspezialist vereinsintern als einer von acht Spielern hart um Einsätze zu kämpfen, kam aber auf die meisten von allen. Seine größten Erfolge erzielte er 2013 mit Gold bei den Croatian Open, den Egypt Open und den Marocco Open. 2011 holte er Mannschafts-EM-Bronze für Frankreich. In der Weltrangliste schaffte er nie den großen Durchbruch. Seine beste Platzierung erreichte er 2018 mit Rang 83. Heute wird er an 202 geführt. Etwas aussagekräftiger ist sein Q-TTR-Wert, der bei 2441 Punkten liegt. Fünf Mal nahm er für sein Heimatland an Welt-, sieben Mal an Europameisterschaften teil. Mit Neu-Ulm lag er bei Saisonabbruch vor dem letzten Spieltag im März, punktgleich mit dem TSV Bad Königshofen (je 18:24), auf Platz 8.
Abdel Salifou lebt in Grenznähe zum Saarland und gehört einer Trainingsgruppe in Saarbrücken an, in der auch der Ex-Königshöfer Darko Jorgic ständiger Sparringspartner von ihm ist. Sein spezielles Ritual vor jedem Spiel: Er dreht unmittelbar vor Spielbeginn eine Runde in der Box. Und für TT-Insider: Er spielt die Beläge „Bluestorm Z1“ auf Vor- und Rückhand sowie das Holz „Ovtcharov Senso Carbon“. Als sportliches Vorbild gibt er Michael Schumacher an, als Hobbys Reisen und Kochen, als Lebensmotto „Ich hab´ es schon oft gemacht.“ Seine eigene Spielweise bezeichnet er als „aggressiv. Ich bleibe gerne am Tisch und übernehme die Initiative, vor allem mit meiner Vorhand.“ Auch abseits des Tisches sollte Salifou gut nach Bad Königshofen passen. Er gilt als „aufgeschlossen, herzlich und fröhlich, immer nett, immer gut gelaunt“, so seine Team-Managerin in Neu-Ulm Nadine Berti.
Sein zukünftiger Teamkollege Bastian Steger beschreibt ihn ähnlich: „Er passt gut zu Bad Königshofen. Ich kenne ihn von internationalen Turnieren. Er ist ein lockerer und witziger Typ, trotzdem sehr professionell und im Spiel höchst konzentriert: Ein Kämpfertyp mit einer super Einstellung, der einen Satz nie verloren gibt. Das wird unseren Zuschauern gefallen, zumal er eine sehr attraktive Spielweise hat und eine extrem starke Vorhand, mit der er unheimlich viel Druck ausüben kann. Er hat ein gutes System, gute Leute geschlagen, was ich auch zu spüren bekommen habe. Er hat ein hohes Maximum und ist ein perfekter Neuzugang, mit dem wir alle viel Freude haben werden.“

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