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Mannschaftssport Erwachsene  

1. Damen-Bundesliga

Kolbermoor siegt vor großer Kulisse

In puncto Zuschauerinteresse war der SV DJK Kolbermoor in den vergangenen Spielzeiten stets die klare Nummer eins der 1. Damen-Bundesliga. Und das scheint sich 2016/17 fortzusetzen: Während der Liga-Durchschnitt aktuell bei mageren 105 Besuchern pro Spiel liegt, verfolgten 253 begeisterte Fans das erste Heimspiel von Sabine Winter und Co., an dessen Ende ein 6:2-Erfolg über die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim stand. Nachstehend der Spielbericht von Martina Emmert:  

Der SV DJK Kolbermoor startete gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim mit einem kompromisslosen 2:0 in den Doppeln. Das lag in erster Linie daran, dass Bernadett Balint/Sibel Remzi gegen Hana Matelova/Marie Migot nach einem 5:0, aber 8:10 im ersten Durchgang und einem 10:8 im zweiten Satz jeweils zum 12:10 noch den Kopf aus der Schlinge zogen. Ein sicheres 11:6 schloss sich an. „Uns war das Losglück holt und ermöglichte uns so einen guten Start. Sabine Winter/Kristin Silbereisen konnten sich gegen Ding Yaping/Wan Yuan behaupten. Ihre Gegnerinnen boten jedoch hervorragend Paroli. Yaping fischte von hinten alles und Yuan loggte vorn am Tisch die Bälle ein. Hätten wir die Doppel anders herum getroffen, wäre sicher ein 1:1 herausgesprungen“, analysierte SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger fair. „Wir wussten, dass es schwierig werden würde, dieses Manko abzufedern“, sagte TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

Nur langsam erholten sich die Gäste von dem Schock. Ding Yaping bewies gegen Kristin Silbereisen beim 3:2 ihre Klasse, und bewahrte ihr Team vor einem aussichtslosen Rückstand. Dabei tankte Silbereisen nach einem spektakulären dritten Satz, als aus einem 2:4 ein 11:4 wuchs noch Zuversicht. Ein erstklassiges Niveau zeigten Sabine Winter und Matelova, die sich beim 11:9, 8:11, 11:4, 12:10 nichts schenkten. Die Tschechin vergab beim 10:9 die Möglichkeit sich in den fünften Abschnitt zu retten. „Ding agierte überragend. Sensationell was sie mit ihren 49 Jahren noch leistet. Kristin spielte geschickt und schlau, hatte aber in der entscheidenden Phase einen Netzroller gegen sich“, kommentierte Berger, der auch Matlova mit einem Lob bedachte. 

Den Doppelvorteil transportierten die Bayerinnen nach der Pause im hinteren Paarkreuz weiter. Remzi gewann das Duell der beiden Liga-Neulinge gegen Migot unerwartet glatt mit 3:0. Der Sieg basierte auf einem knappen 15:13 im ersten Satz. Bei den Bingerinnen verkürzte Wan mit einem 3:1 gegen Balint. „Für Sibel ist es wichtig, dass sie sich wohl fühlt. Ihre Art kam auch beim Publikum an. Durch entsprechende Unterstützung wurde sie zum Erfolg getragen. Ihre Bananenschläge und teilweise abgeknickten Vorhand-Topspins machen ihrer Gegnerin das Leben nicht leicht. Bernadett fand gegen das schnelle Spiel und die guten Blockbälle von Yuan kein Mittel“, meinte Berger. 

„Yuan zeigte wirklich eine glänzende Vorstellung, und Marie benötigt nach wie vor ihre Zeit. Auch an die vielen Zuschauer muss sie sich noch gewöhnen“, berichtete Lautebach. 

253 Fans gerieten dann aber richtig aus dem Häuschen, als im Spitzenpaarkreuz das Spiel zu kippen drohte. Winter stand mit einem 9:11, 11:6, 5:11, 1:4 gegen Ding mit dem Rücken zur Wand. Die Nummer 56 der Weltrangliste wurde zu einer Auszeit gezwungen, die sich über ein 6:6 zum 11:9 auszahlte. Parallel zeigte sich Silbereisen gegen Matelova nach einem 11:6, 9:11, 6:11, 6:9 zum 12:10 nervenstark. Die Aufregung legte sich schnell, denn im fünften Satz hatten Winter und Silbereisen wieder alles unter Kontrolle. „Wir hatten eigentlich schon einen Haken an diese beiden Partien gesetzt. Aber Papa Marc Winter feuerte Sabine lautstark an, die diese zusätzliche Motivation aufnahm. Marc leistete ganze Arbeit. Tolle Momente an diesem Nachmittag, auch wie sich Kristin zurückmeldete. Und sie gewannen gegen ausgeruhte Kontrahentinnen, die ihnen alles abverlangten. Schade, dass dieses schöne Spiel schon zu einem so frühen Zeitpunkt auf dem Plan stand. Jeder Zuschauer, der da war, hatte etwas gewonnen“, viel das Fazit bei Berger überschwänglich aus. 

„Wir hatten es nach einem 2:1 und Führungen im vierten Satz zum 4:4 in der Hand, aber so läuft es manchmal. Natürlich waren Yaping und Hana geknickt, und wir waren enttäuscht. Aber alle gaben ihr Bestes, in Kolbermoor kann man verlieren“, ergänzte Lautebach.

Quelle: www.tischtennis.de

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