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Sonstiges  

BTTV-Jahrestagung in Wolnzach

Mitgliederrückgang im Fokus - Herausforderung "Trendwende"

BTTV-Präsident Claus Wagner machte die Herausforderung Mitgliederrückgang zum zentralen Thema seiner Grundsatzrede. Fotos: Nils Rack

Die Alarmglocken in Sachen Mitgliederentwicklung läuten immer lauter. Bei der Jahrestagung des Bayerischen Tischtennis-Verbandes, die am Wochenende im Hotel Hallertau im oberbayerischen Markt Wolnzach stattfand, war der anhaltende Mitgliederschwund - allgemein und speziell im Jugend- und Damensport - das zentrale Thema der Grundsatzrede von Verbandspräsident Claus Wagner. »Diesen Trend umzukehren, das ist die Herausforderung von heute. Wir müssen hier aktiv werden, wenn wir nicht sehenden Auges den Niedergang unserer Sportart erleben wollen«, lautete sein eindringlicher Appell, den er am Samstagabend im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung an die anwesenden Verbandsfunktionäre und die gesamte  BTTV-Familie richtete. 

»Stellen wir uns den Herausforderungen« 

Unter dem Motto »Stellen wir uns den Herausforderungen« rief Wagner dazu auf, die Problematik mit vereinten Kräften intensiv und vorbehaltlos anzugehen. Bei allen Überlegung wie bestehende Mitglieder gehalten und neue Mitglieder gewonnen werden können, dürfe - etwa im Bereich der Wettkampfformen und -bestimmungen - nichts mehr als selbstverständlich angesehen werden, »was bisher stets als unantastbar galt, weil es eine lange Tradition hat.« In anderen Worten: Drastische Situationen erfordern mithin auch drastische Maßnahmen. »Die Vereine vor Ort zu aktivieren ist dabei unsere Aufgabe, denn Mitgliedergewinnung findet nur in den Vereinen statt. Es sind genügend Potentiale vorhanden, aber wir müssen die Initiative ergreifen.« In diesem Sinne müsse der BTTV seine Mitgliedsvereine - wie etwa im Rahmen der diesjährigen Kreistagsbesuche geschehen - weiterhin verstärkt für das Thema sensibilisieren, Hilfestellungen anbieten sowie vor allem Anreize und Rahmenbedingungen schaffen, die zur aktiven Mitgliederwerbung motivieren und die Attraktivität des Tischtennissports in Bayern steigern.  

Alarmierende Zahlen 

Wie groß und akut der Handlungsbedarf ist, verdeutlichte Wagner »numerisch«: »Die Zahl der im BTTV aktiven Vereine ist in den letzten fünf Jahren von 1654 auf 1612 gesunken; ein Minus von 2,5 % oder 42 Vereinen. […] Die Zahl der aktiven Spielerinnen und Spieler ist um ca. 7000 Spielberechtigungen gesunken. […] Die Zahl der im BTTV gemeldeten Mannschaften ist von 8104 auf 7534 zurückgegangen. Das ist ein Minus von 7%. Die Zahl der Herrenmannschaften ist um fast 1% gestiegen […] Dagegen müssen wir bei Jungenmannschaften ein Minus von 15% verzeichnen. Besonders gravierend sind die Zahlen bei Damen und Mädchen. Die Zahl der Damenmannschaften hat sich um 17% verringert; die Zahl der Mädchenmannschaften gar um 41%. Das ist alarmierend. Statistisch gesehen spielen in jedem der 63 Kreise des BTTV noch 4,9 Mädchenmannschaften.« Die finanziellen und sportlichen Auswirkungen dieses Negativtrends wiegen schwer: Bei den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sind im BTTV-Haushalt schon jetzt Einbußen in Höhe von 50.000 Euro zu beklagen, die anderweitig eingenommen werden müssen. Der flächendeckende Spielbetrieb ist ebenso in Gefahr wie das pyramidenförmig aufgebaute Ligensystem. 

Tagungen der Vorstands- und Fachbereiche

Ehe Wagner seine Worte sprach, hatten sich Vorstands- und Fachbereiche im Rahmen ihrer Tagungen nicht zuletzt mit aus dem Mitgliederschwund resultierenden Problemen beschäftigt und möglichen Lösungen debattiert. Außerdem galt es die letzten Weichen für die kommende Spielzeit zu stellen und die am Sonntag im Verbandshauptausschuss zur Abstimmung stehenden Anträge vorab in den relevanten Fachgremien zu diskutieren. Das umfangreichste Arbeitspensum hatte erneut der Vorstand Jugend unter Vorsitz von Vizepräsident Marcus Nikolei zu bewältigen. Sechs Stunden rauchten die Köpfe seiner Mitglieder, bevor er zur offiziellen Eröffnungsfeier ging. Außerdem fand in Wolnzach eine Versammlung des Ehrenrates und des Freundeskreises statt. Schon am Freitag hatten sich Präsidium und Bezirksvorsitzende zu Informations- und Beratungsgesprächen getroffen, die bis Mitternacht dauerten. 

Sitzung des Verbandshauptausschusses 

Dank der guten Vorbereitung in den Gremien und seitens der Geschäftsstelle konnte der Verbandshauptausschuss die elf Tagesordnungspunkte seiner sonntäglichen Sitzung in knapp zweieinhalb Stunden recht zügig abarbeiten. Neben 23 Anträgen stand der Haushalt 2013 zur Diskussion und wurde einstimmig genehmigt.

23 Anträge standen bei der Sitzung des Verbandshauptausschusses zur Abstimmung.

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