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Neues aus den Vereinen  

TTC Fortuna Passau: Das Team hinter dem Team

Der Schlussapplaus für die Tischtennis-Stars des Zweitligateams des TTC Fortuna Passau ist noch nicht verklungen, da beginnen schon die fleißigen Helfer mit den Aufräumarbeiten. Um so eine Großveranstaltung für bis zu 300 Zuschauer bei einem Spitzenspiel stemmen zu können, bedarf es bei den neun Heimspielen in einer Saison einer Vielzahl von Helferinnen und Helfern. Exemplarisch sollen drei besonders treue Seelen vorgestellt werden, die nicht im Rampenlicht eines Bundesligaspieles stehen, aber für dessen Gelingen von eminent hoher Bedeutung sind.

Rassige Ballwechsel, hitzige Spielsituationen, geballte Fäuste mit lauten Urschreien – das sind wohl die Zutaten, welche die Zuschauer bei einer Zweitligabegegnung im Tischtennis sehen wollen. Zudem in den Spielpausen mit anderen Tischtennisbegeisterten ins Gespräch kommen und über die vorangegangene Partie fachsimpeln. Im Fußballjargon würde man die Zuschauerschaft wohl als Bundes-Jogis bezeichnen – hätte, hätte, Fahrradkette. Das Spielgerät ist auch im Tischtennis rund und weiß, nur etwas kleiner, leichter und wohl etwas schwerer beherrschbar als im Fußball. Wenn Tischtennis einfach wäre, dann würde es Fußball heißen – hat ein nicht namentlich bekannter Tischtennisphilosoph einmal von sich gegeben. Möglich, noch von niemandem bewiesen, aber auch nicht widerlegt.

Was bei einem Zweitliga-Event ersten Ranges auf keinen Fall fehlen darf ist eine gehobene kulinarische Verköstigung – von der einfachen Leberkässemmel bis hin zur leckeren Eierlikörtorte, eine Erfrischung oder die Tasse Kaffee natürlich inbegriffen.

Stellvertretend hierfür stehen die Leiter des Kiosk-Teams um das Ehepaar Christa und Peter Haslinger, die ihr Metier bestens im Griff haben. Bis jetzt hat zumindest noch niemand gejammert – ein gutes Zeichen. Unter der Woche werden bereits die Getränke besorgt und am Freitagabend in die Neue Mehrfachturnhalle gefahren, die Tortendienste organisiert sowie Semmeln und Wurst eingekauft. Die ersten Fans treffen bereits eine Stunde vor Spielbeginn um 13 Uhr ein und wollen sich das Warmspielen von Grebnev und Co. ansehen – die passende Erfrischung mit der dazugehörigen Wurstsemmel dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Kein Problem für das Ehepaar Haslinger. Massenandrang in der ersten 15-minütigen Spielpause. Jetzt geht es ans Eingemachte für das Kiosk-Team. Der ganze Tischtennispulk setzt sich in Bewegung und will bedient werden. Keine Sorge. Zusammen mit den vielen anderen Helfern wird die Menschenschlange freundlich und kompetent bewirtet. Nach 15 Minuten hat der Spuk wieder ein Ende und die Fans nehmen wieder ihre angestammten Plätze im weiten Rund der Halle ein.

Seine Multitasking-Fähigkeit bewies Peter Haslinger übrigens schon an anderer Stelle. Der ehemalige Einkäufer einer überregional bekannten Lebensmittelgroßhandelskette ist natürlich prädestiniert für die Organisation eines Kioskes, eigentlich fast schon überqualifiziert, wird er doch als ehemaliger Schatzmeister des Vereines als Kassier für den Eintritt benötigt. So sitzt er gerne mit verschränkten Armen bei einer Tasse Kaffee am Halleneingang: acht Euro pro Erwachsenen, fünf Euro für Studenten und Rentner. Für Zweitligaspitzentischtennis ein billiger Jakob – das aber nur nebenbei. Die Tischtennis-Community ist klein, man kennt sich eben. Vom Präsidenten des Bayerischen Tischtennisverbandes über den Passauer Oberbürgermeister oder den vielen Fans von nah und fern. Alle gehen sie durch seine Hände. Bezahlt wird in bar – old school.

Kommen wir zum Ort des eigentlichen Geschehens, dem Spielfeld samt Platte, Netz, Umrandung und Schiedsrichtertisch. Alles will gehegt und gepflegt sein, um den Protagonisten die optimalen Bedingungen für ihr virtuoses Spiel zu bieten. Hier kommt Gerätewart Gerhard Baier zum Einsatz. Seines Zeichens ehemaliger aktiver Tischtennisspieler beim TuS Pfarrkirchen in der Landesliga, irgendwann einmal der Schönheit und Ästhetik des Tischtennissports erlegen. Warum? Das weiß der Rentner selber nicht. Klingt komisch, ist aber so. Er ist einer der vielen Helfer des Aufbauteams, welches sich um die ordnungsgemäße Anordnung der Platten, Netze, Schiedsrichtertische, Spielfeldumrandungen usw. kümmert. 15,25 cm darf ein Netz übrigens hoch sein – nicht höher, aber auch nicht niedriger. Vor jeder Partie wird die korrekte Netzhöhe vom Oberschiedsrichter nachgemessen. Tischtennisspieler sind Perfektionisten und arbeiten akkurat genau. Oftmals entscheiden die winzigsten Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.

Gerhard Baier ist am Samstag um 10.30 Uhr der Erste, der das Licht einschaltet und am Abend oftmals der Letzte, der die Strahler ausgehen lässt. Die Halle sauber zusammengeräumt, den Müll noch fachmännisch entsorgt und alles in tadellosem Zustand hinterlassen, damit die Basketballer des TV Passau am darauffolgenden Tag ihrem Sport frönen können. Feierabend, es ward getan!

So leistet jeder Einzelne des Aufbau- und Kioskteams still und leise im Hintergrund seinen Beitrag und trägt zum Wohlbefinden der anwesenden Zuschauer bei. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile – 20 Jahre Zweitligatischtennis en suite gibt es eben nur mit einem starken Team hinter dem Team. Jetzt vorgezogene Sommerpause. Anfang September geht der Spielbetrieb wieder weiter – hoffentlich!

Aufbau-Team: Dr. Rudi Eder, Michael Eder, Christoph Eder, Gerhard Baier, Hubert Thuma, Martin Lindner, Walter Reichert, Achmed Khafaji, Erhard Braun

Kiosk-Team: Peter und Christa Haslinger und punktuell Anja Boshof-Ritzinger, Monika Eder, Alexandra Seidl-Gordini, Martin Lindner, Heike Nilson-Wigge, Lisbeth Wagner, Katrin Zeilberger

Herzlichen Dank euch allen für die geleistete Arbeit und eure Mühen.

Manfred Hirschenauer im Namen der Vorstandschaft

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