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Mannschaftssport Erwachsene  

Es hat wieder nicht ganz für Kolbermoors Damen gereicht

Bundesliga-Tischtennisdamen verlieren Entscheidungsspiel um die Deutsche Meisterschaft mit 3:5

Kolbermoors Bundesligadamen scheiterten ganz knapp in drei Play-off-Spielen und wurden in der Saison 2020/2021 Deutscher Vizemeister. Foto: Erlich

Berlin/Kolbermoor – Es hat nicht sein sollen: Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen haben das dritte und entscheidende Finalspiel um die diesjährige Deutsche Meisterschaft knapp mit 3:5 beim ttc berlin eastside verloren und damit dafür gesorgt, dass die Bundeshauptstädterinnen ihren Titel des Vorjahres erfolgreich verteidigen konnten.

Nachdem man sich in den ersten beiden Begegnungen schon jeweils mit 5:3 (je ein Sieg für beide Mannschaften in der Halle des Gegners) getrennt hatte, durfte man in der entscheidenden Partie ein ebenso spannendes Spiel erwarten.

Und Kristin Lang sorgte mit einer bärenstarken Leistung gleich einmal dafür, dass die Oberbayerinnen vom Titel durchaus träumen durften. In der Auftaktbegegnung gegen Xiaona Shan, die über die volle Distanz von fünf Sätzen ging, vergab sie zunächst eine 2:0 Satzführung und hatte in Durchgang Nummer vier beim Stand von 10:8 bereits zwei Matchbälle, die sie vergab und in der Verlängerung mit 11:13 verlor. Im Entscheidungssatz ließ sie nach der 5:1 Führung beim Seitenweichsel jedoch nichts mehr anbrennen, baute ihre Führung sukzessive auf und verwertete beim Stand von 10:4 ihren ersten Matchball.

Wie am Samstag, als Kolbermoors Damen nach den ersten beiden Spielen mit 2:0 führten, schien es auch in der dritten Begegnung möglich zu sein, lag doch Fu Yu gegen Nina Mittelham mit 2:0 Sätzen in Front. Das Unheil brach über die Portugiesin aber im dritten Satz herein. 6:4 führte sie noch, als ihre Gegnerin ein Timeout nahm und am Ende knapp das bessere Ende für sich hatte. Kolbermoors Nummer eins bekam allerdings eine neue Chance im vierten Satz, der bisweilen sehr ausgeglichen verlief. Nach dem 9:9 gelang ihr ein sehenswerter Ball zum 10:9, der zum Matchball führte. Doch auch hier hatte sie nicht das Glück auf ihrer Seite, obwohl sie kurze Zeit später nochmals mit 11:10 in Führung lag. Nach dem Ausgleich kassierte  sie neuerlich zwei Punkte und musste sich mit 11:13 geschlagen geben. Ausgerechnet im fünften Satz lief es für die 42-jährige Akteurin dann nicht nach Wunsch. Nach dem 3:5 Rückstand beim Seitenwechsel nahm sie sogar noch zusätzlich ein Timeout. Diese Auszeit brachte sie aber aus dem Tritt und geriet mit dem 4:9 in einen mehr oder weniger uneinholbaren Rückstand. Zwar verkürzte sie noch auf 8:10, doch letztlich machte den Punkt Nina Mittelham.

Die beiden Minuspunkte im hinteren Paarkreuz – Svetlana Ganina verlor erneut gegen Britt Eerland und Yuan Wan musste sich in drei Sätzen gegen Yaping Ding beugen – waren zwar noch nicht das Ende vom Lied, jedoch brachte der 1:3 Rückstand das „Oberbayern-Quartett“ in eine sehr prekäre Situation.

Im zweiten Einzeldurchgang setzte man nochmals alles auf eine Karte und schien durch Fu Yu, die auf Xiaona Shan traf, nach den ersten beiden Sätzen zumindest auf einem guten Weg zu sein. Zwar lief sie bis zum 2:2 immer dem Satzverlust nach, aber die Vorstellung in Durchgang Nummer vier, als sie nach dem 0:3 Rückstand noch mit 11:8 gewann, ließ für den Entscheidungssatz hoffen. Wie aber schon in der ersten Begegnung lag sie beim Seitenwechsel zurück – diesmal sogar mit 1:5. Als sie gegen die Berlinerin auf 3:5 verkürzen konnte,  nahm diese ein Timeout. Der weitere Verlauf gestaltete sich für Fu Yu in der Folge sehr schwierig, in der in der Endphase dann auch noch erneut das Pech dazu kam. Ausgerechnet beim Stand von 9:10 gegen sie sprang ein Angriffsball von der Netzkante über den Tisch ins Aus.

Zwar gewann dann Kristin Lang gegen Nina Mittelham in einem weiteren nervenaufreibenden Spiel, das erneut über fünf Sätze ging – Lang lag beim Seitenwechsel sogar noch mit 2:5 im Rückstand, gewann aber mit 11:9 -, den Punkt zum 2:4, Berlin war aber zu diesem Zeitpunkt aufgrund des besseren Satzverhältnisses aber Meister. Es sprach nun für die Moral der Kolbermoorer Damen, dass sie sich in den letzten beiden Begegnungen – im Gegensatz zu den ersten beiden Spielen  musste auf alle Fälle bis zum Schluss durchgespielt werden – nicht gehen ließen. Yuan Wan gelang durch einen Viersatzerfolg gegen Britt Eerland der Anschluss zum 3:4. Und Svetlana Ganina hätte fast sogar noch den Ausgleich geschafft. In der letzten Begegnung gelang ihr im Duell der Abwehrspielerinnen gegen Yaping Ding zunächst eine 2:1 Satzführung. Die Entscheidung hätte bereits im vierten Durchgang fallen können, als sie mit 4:1 führte. In dieser Phase nahm ihre Gegnerin ein Timeout und hatte mit dieser Maßnahme Glück. Der Vorsprung schmolz und verwandelte sich – obwohl Ganina Mitte des Satzes ebenfalls nochmals eine Auszeit nahm – in einen Rückstand, der zur 7:11 Niederlage führte. Etwas aus dem Tritt gekommen, lag sie anfangs des Entscheidungssatzes gleich mit 0:3 im Rückstand und konnte – nachdem man beim Stand von 3:5 die Seiten wechselte – für keinerlei Akzente mehr sorgen. Der Frust führte sogar soweit, dass die Russin am Ende sogar noch die gelb/rote Karte durch den Zählrichter gezeigt bekam, der ihr einen Minuspunkt einbrachte.

Alles in allem war es ein dreiteiliges Finalduell, in dem Kolbermoors Damen insbesondere mit den Entscheidungssätzen Pech hatten. Dreimal verloren sie hierbei in der ersten Begegnung und auch dreimal ging man in der entscheidenden dritten Partie als Verlierer von der Platte.

In der Hauptstadt war die Freude natürlich groß, den größten Widersacher aus Oberbayern knapp auf Distanz gehalten zu haben. Berlins Spielerin Jessica Göbel, die in den Finalspielen nicht zum Einsatz kam, meinte am Ende des dritten Duells: „Für mich war heute die Begegnung zwischen Fu Yu und Nina Mittelham, als Yu eine 2:0 Führung verspielte, entscheidend“.

Kolbermoors Trainer und Abteilungsleiter Michael Fuchs war nach den vergebenen Chancen ein wenig geknickt. „Zunächst einmal Kompliment an Berlin. Wir waren aber wieder nahe am Champions-League-Sieger nahe dran. Ich glaube, es wäre nicht unverdient gewesen, wenn wir gewonnen hätten“.

Für den SV DJK Kolbermoor punkteten: Lang (2), Wan (1).  

Bericht und Foto: Gerhard Erlich

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