Die Herren des FC Adler Weidhausen haben mit einem beeindruckenden 6:4-Auswärtserfolg bei der TS Kronach die Vorrunde als inoffizieller „Herbstmeister“ (12:4 Punkte) mit zwei Zählern Abstand vor gleich vier Mannschaften mit jeweils 10:6 Zählern abgeschlossen. Zu diesen Verfolgern gehört auch der TTC Waldershof, der den TTC Tiefenlauter (8:8) mit 8:2 eine Abfuhr erteilte. Ebenfalls 8:8 Zähler wie Tiefenlauter weist der TSV Untersiemau nach dem 6:4-Auswärtserfolg beim SC 1904 Nürnberg auf. Die Tabellensituation zeigt vor Eintritt in die Winterpause auf, dass den Rangzweiten und den Tabellensiebten nur zwei Zähler trennen. Es darf also mit einer spannenden Rückrunde im nächsten Jahr gerechnet werden
TS Kronach - FC Adler Weidhausen 4:6
Die Auseinandersetzung hielt was sie als Spitzenspiel versprach, sodass die rund 50 Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Das spektakulärste Match entwickelte sich zwischen dem noch unbezwungenen heimischen Spitzenspieler David Kostadinov (13:0 Einzelsiege) und der Nummer eins der Gäste, David Fischer. Nach dem zwischenzeitlichen 3:3 hatte es den Anschein, als würden die Kronacher mit 4:3 in Führung gehen, denn Kostadinov lag mit 2:0 vorne (11:7, 11:6). Doch da hatte wohl der Bulgare nicht mit dem unbändigen Siegeswillen von Fischer gerechnet. Dieser steigerte sich immer mehr, ging volles Risiko und wurde bei unglaublichen Ballwechseln für seine Aufholjagd belohnt. Zunächst riss der 19-Jährige im dritten Satz nach 1:4-Rückstand das Ruder noch herum (11:9), im vierten Durchgang zeigte er Nervenstärke (12:10) und in der entscheidenden Phase drehte er trotz 0:4-Rückstand den Spieß zum 11:7 noch um.
Hierzu Mannschaftsführer Joel Fischer, der aufgrund einer Verletzung zum Zuschauen gezwungen war: „Heute hat mein jüngerer Bruder wahrscheinlich das Spiel seines Lebens gemacht. Ich bin richtig stolz auf ihn, dass er zu solch einer Leistung fähig ist und den besten Ligaspieler bezwang.“ David Fischer hatte mit seinem Sieg die erstmalige Führung für sein Team (4:3) herbeigeführt. Die Hausherren glichen aber zum 4:4 aus, da Tom Hoger, der ins vordere Paarkreuz aufrücken musste, trotz guter Aktionen sich auch in seinem zweiten Einzel beugen musste. Doch die beiden Ergänzungsspieler Christian Leffer und Manuel Bojer, neben Joel Fischer musste auch der krankheitsbedingt fehlende Yannick Rauscher ersetzt werden, zeigten, dass sie mehr als „Ersatz“ waren. Zunächst war es Bojer der für den 5:4-Vorsprung sorgte. Dann war es Leffer, der nach dem 1:2-Satzrückstand zur erfolgreichen Aufholjagd ansetzte und gegen Oliver Reinhardt mit zwei 11:5-Resultaten den Hebel umlegte. Da hatte wohl der Kronacher Mannschaftsführer Michael Bittruf recht, als er vor Spielbeginn meinte, dass Weidhausens Ersatzspieler keine Schwäche darstellen würden.
Das Treffen hatte eigentlich vielversprechend für die Cranachstädter begonnen, denn nach dem ausgeglichenen Auftakt in den Doppeln gingen sie mit den Siegen ihrer beiden Spitzenspieler mit 3:1 in Front. Doch danach kamen die beiden erfolgreichen Auftritte der Bezirksoberligaspieler Leffer und Bojer, die zum 3:3-Ausgleich führten. Nach der zweieinhalbstündigen Spieldauer resümierte Joel Fischer über die beiden im Einzel unbezwungen gebliebenen Ersatzleute: „Respekt vor Christian und Manuel, die sich grandios eingefügt, kühlen Kopf behalten und dem Druck standgehalten haben.“ Abschließend meinte der Mannschaftsführer: „Dies war heute ein perfekter Vorrundenabschluss. Wer weiß wohin im neuen Jahr die Reise noch gehen kann.“
Der Kronacher Spielführer Michael Bittruf bestätigte dem „Adler“-Team zwar den verdienten Sieg, meinte aber auch, dass einfach auf Seiten der TSK zu hohe Satzführungen liegen gelassen wurden. „Sicherlich wäre ein 5:5 gerecht gewesen, aber letzte Woche waren wir beim TSV Untersiemau der glücklichere Gewinner. Heute war es umgekehrt, wobei unter anderem zwei 5-Satz-Niederlagen der Genickbrecher mit waren“.
Ergebnisse: Reinhardt/Bittruf - Hoger/Bojer 1:3, Kostadinov/Proano Quimis – Fischer/Leffer 3:2, Kostadinov – Hoger 3:0, Proano Quimis - Fischer 3:1, Eichner- Bojer 0:3, Reinhardt – Leffer 1:3, Kostadinov – Fischer 2:3, Proano Quimis – Hoger 3:0, Eichner – Leffer 2:3, Reinhard – Bojer 1:3.
SC 1904 Nürnberg - TSV Untersiemau 4:6
Der gastgebende Relegationsplatzinhaber war sich seiner prekären Situation bewusst und wollte nach dem 5:5 wenige Stunden vorher gegen Kronach auch gegen Untersiemau etwas Zählbares erreichen. So kam es auch, dass bis zum zwischenzeitlichen 4:4 noch alles offen war. Bis dahin hatten die Gäste beide Doppel und Michal Bozek seine beiden Einzel gewonnen. In der Schlussphase waren es schließlich Markus Gundel und Frank Zeller, die Wiedergutmachung für die zuvor erlittenen Niederlagen betrieben und mit den Zählern fünf und sechs den Auswärtssieg unter Dach und Fach brachten.
Ergebnisse: Hennemann/Brandl – Bozek/Gundel 2:3, Kies/Romankiewicz – Markert/Zeller 0:3, Hennemann – Markert 3:0, Brandl – Bozek 1:3, Kies – Zeller 3:1, Romankiewicz – Gundel 3:0, Hennemann – Bozek 1:3, Brandl – Markert 3:1, Kies – Gundel 0:3, Romankiewicz – Zeller 0:3.
TTC Waldershof - TTC Tiefenlauter 8:2
Die Gäste waren gegenüber ihrem jüngst starken Auftritt beim TSV Untersiemau (9:1-Sieg) nicht wiederzuerkennen und gerieten beim über sich hinauswachsenden Aufsteiger in der Oberpfalz gehörig unter die Räder. Selbst der bislang erst mit einer Einzelniederlage belastete Spitzenspieler Trifon Lengerov ging diesmal in seinen zwei Einzeln leer aus. Allerdings jeweils erst im Entscheidungssatz, wobei ihn vor allem nach seiner 2:0-Satzführung gegen Roman Vavrinek das Glück gänzlich verließ und er dreimal in der Verlängerung Federn lassen musste. Ein weiteres Mal blieb Jürgen Forkel im Entscheidungssatz auf der Strecke. Zu Beginn gewannen Lengerov und Paul Hofmann gemeinsam ihr Doppel. Den zweiten Zähler verbuchte Kai Müller in der letzten Tagespaarung.
Ergebnisse: Mende/Janku – Forkel/Müller 3:1, Vavrinek/Andritzky - Lengerov/Hofmann 2:3, Vavrinek – Hofmann 3:0, Andritzky - Lengerov 3:2, Mende – Müller 3:1, Janku – Forkel 3:2, Vavrinek - Lengerov 3:2, Andritzky – Hofmann 3:1, Mende – Forkel 3:1, Janku - Müller 1:3. hf / Hans Franz










