Zum Inhalt springen

Personal/Hintergrund  

Die Königsklasse im Tischtennis hautnah

Ein Tag im Leben eines Schiedsrichters in der Champions League

Die SRaT Johannes Kühhorn (links) und Nils Dünninger (rechts) mit Referee Dr. Tobias Wille (mitte) vor dem Spiel.

Spätestens seit Bekanntgabe der Königstransfers im April war klar, dass der TTC Neu-Ulm international groß auftreten wird. In Stage 2 der Champions League Saison fand am Sonntag das erste Heimspiel statt. Gegner: KS Dekorglass Dzialdowo aus Polen.

Neben dem als Oberschiedsrichter eingesetzten internationalen Schiedsrichter Dr. Tobias Wille und Blue Badge Schiedsrichter Johannes Kühhorn bot sich für Deutschlands jüngsten nationalen Schiedsrichter Nils Dünninger die Möglichkeit, als Unparteiischer in die Box zu gehen. Er gibt einen Einblick aus seinem Tag beim ersten Einsatz in der europäischen Königsklasse.


05:00 Uhr – Guten Morgen! Meine Nacht endet heute deutlich früher als sonst. Das hat aber auch einen guten Grund: Etwa 250 km und drei Stunden Fahrt. Erstes Ziel: Johannes. Er liegt auf dem Weg. So sparen wir Kilometer, was die Umwelt und den Heimverein freuen wird, der Geld spart. Außerdem hat man gute Unterhaltung. Win-Win-Situation!

07:05 Uhr – Johannes wurde vor 15 Minuten eingesammelt, wir machen die erste Pause. Das liegt nicht am Nebel, sondern am fehlenden Frühstück. Gestärkt mit Nussschnecke und Kaffee vom Bäcker geht’s weiter nach Ulm.

09:00 Uhr – Punktlandung! Die Autobahn war frei, wir sind frühzeitig da. Tobias hat die Halle bereits gecheckt und für gut befunden. Wir bekommen erste Instruktionen. Vieles ist vertraut aus der TTBL, es gibt aber Unterschiede. Wir wechseln nicht durch, wodurch Ich Johannes alle Spiele als Assistent unterstützen werde. Der größte Unterschied ist der 5. Satz: Er endet immer beim sechsten Punkt. 5:5? – Entscheidungspunkt! Mal sehen, ob das eintritt… Jetzt erstmal umziehen.

10:20 Uhr – Hemd sitzt. Uhr? Karten? Netzlehren? Check! Die Anspannung steigt. So ein Spiel ist nicht alltäglich. Die Zuschauer kommen in die Halle. Ich bin gespannt, wie später die Stimmung wird. Mittlerweile sind die Aufstellungen bekannt. Neu-Ulm tritt mit Lin Yun-Ju, Truls Möregardh und Dimitrij Ovtcharov an. Die Gäste aus Polen schicken Jonathan Groth, Jakub Dyjas und Kaii Konishi ins Rennen.

11:00 Uhr – Der Hallensprecher hat den Zuschauenden eingeheizt. So geht es mit guter Stimmung ins erste Einzel. Jetzt zählt‘s (bzw. wir)!

13:20 Uhr – Aus! Neu-Ulm gewinnt mit 3:1 Spielen. Nach fast 2,5 Stunden durchgehend am Tisch tut es gut, durchzuatmen. Es waren faire Spiele, bei denen kaum eingegriffen werden musste. Trotzdem muss man mit voller Konzentration dabei sein. Wir essen noch und unterhalten uns. Während Johannes und ich uns auf den Heimweg machen, ist der Tag für Tobias noch nicht beendet. Für ihn steht beim TTBL-Spiel zwischen Neu-Ulm und Düsseldorf ein weiterer Einsatz an.

17:45 Uhr – Mein Tag endet und ich kann auf eine interessante Erfahrung zurückblicken. In drei Wochen geht’s wieder nach Neu-Ulm – zweites CL-Heimspiel im selben Team.

Ruhe vor dem Sturm: Die sich füllende Halle während des Einspielens

Ähnliche Nachrichten

Aktuelle Beiträge

Mannschaftssport Erwachsene

Witterungsbedingte Einschränkungen im TT-Spielbetrieb

aufgrund der derzeitigen Wetterlage in unserem Bezirk erscheint es nachvollziehbar, wenn es nicht möglich ist, dass angesetzte Spielpartien zumindest in der ersten Wochenhälfte angetreten werden können

Para-Tischtennis-Stützpunkttraining bei der TG Würzburg

Einzelsport Erwachsene

Spaß und Motivation pur für gehandicapte Spielerinnen und Spieler

Bei der TG Würzburg werden Para-Tischtennisspieler gezielt gefördert: Denn dort betreibt der BTTV einen von drei Stützpunkten in Bayern mit Landestrainer Trifon Lengerov. Von der Idee bis zur Umsetzung. Und von der Begeisterung zur Ermunterung für…