Langstadt – Am ersten Wochenende dieser Vorrunde haben Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen Aufsehen erregt, als sie beim TTC Weinheim nach einem 0:5 Rückstand eine sensationelle Aufholjagd starteten und am Ende noch mit einem Punkt belohnt wurden.
Am für sie letzten Vorrundenspieltag ist ihnen dieser Coup erneut gelungen, holten sie doch beim derzeitigen Tabellenführer TSV Langstadt nach dem 0:5 noch ein 5:5-Unentschieden, verließen den letzten Platz und sind derzeit Tabellenfünfter.
„Wir spielen erst richtig gut, wenn wir 0:5 hinten liegen“, ließ Kolbermoors Trainer Michael Fuchs nach etwa 205 Minuten Dramatik pur verlauten.
Was seine Damen anfangs boten, war genau das, was er eigentlich vermeiden wollte. 0:2 hieß es nämlich nach den Eingangsdoppeln. „Wir waren nicht chancenlos, aber wir haben auch nicht gut gespielt“, gab er zu verstehen.
Dieses Schreckensszenario setzte sich dann auch im ersten Einzeldurchgang mit zwei weiteren Niederlagen fort, wobei Kristin Lang mit dem 11:3 Sieg im ersten Satz gegen Franziska Schreiner sogar noch auf dem richtigen Weg zu sein schien. Die Aschaffenburgerin wurde mit der Zeit aber immer stärker und ließ das die 38-jährige Physiotherapeutin auch spüren. Lang hatte allerdings im vierten Satz beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle, vergab diese aber und unterlag in der Verlängerung mit 11:13. Im Entscheidungssatz führte sie beim Seitenwechsel mit 5:2 und erarbeitete sich in der Endphase erneut zwei Matchbälle. Doch auch diese blieben ungenutzt, sodass am Ende eine 10:12 Niederlage und ein 0:4 Rückstand zu Buche standen.
Nach der Viersatzniederlage von Naomi Pranjkovic gegen Izabela Lupulesku war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Langstadt den sechsten Punkt machen würde.
Michael Fuchs wusste, dass jetzt etwas passieren musste und stellte Svetlana Ganina ganz gezielt auch deren Gegnerin ein. Diese setzte die taktische Marschoute mit einem Viersatzerfolg gegen Lorena Morsch tatsächlich um und leitete mehr oder weniger die Wende ein, bei der sich Kristin Lang mit einem Viersatzkrimi gegen Chantal Mantz anschloss und auf 2:5 verkürzte.
Als dann die Oberbayerinnen zwei weitere Erfolge verbuchen konnten, gingen die Mundwinkel bei Langstadts Quartett nach unten und bei Kolbermoors Damen nach oben. Die Last, vielleicht den doch noch erhofften Punkt zu holen, lag nun bei Naomi Pranjkovic, die gegen Lorena Morsch in einem an Spannung nicht zu überbietenden Duell mit 2:1 Sätzen die Nase vorne hatte. Als sie dann im vierten Durchgang mit 1:5 im Rückstand lag, rechnete man eigentlich mit einem Entscheidungssatz, zumal Morsch beim Stand von 5:4 sogar noch ein Timeout nahm, um die 18-Jährige doch noch aus der Ruhe zu bringen. Dies gelang ihr allerdings nicht, denn Pranjkovic schaffte sogar eine 10:9 Führung und damit Matchball. Den vergab sie zunächst, nahm der Hessin aber beim Stand von 11:10 deren Aufschlag ab und sicherte den Gästen aus Oberbayern doch noch einen Zähler.
Michael Fuchs zeigte sich nach Spielende über dieses Ergebnis sehr erfreut. „Nach dem 0:5 hatte ich nicht an so etwas gedacht. Svetlana Ganina leitete die Wende ein und das Spiel von Kristin Lang gegen Chantal Mantz war eine heiße Begegnung auf mehreren Ebenen, wobei Lang ein wenig kaltschnäuziger agierte. Und auch Naomi Pranjkovic war im letzten Spiel die etwas Mutigere“, so der Kolbermoorer Trainer.
Für den SV DJK Kolbermoor punkteten:
Doppel: Fehlanzeige;
Einzel: Ganina (2), Lang, Arapovic, Pranjkovic (je 1).
Bericht und Foto: Gerhard Erlich









