Kolbermoor – Nach Jahren der Unbesiegbarkeit zum Saisonbeginn mussten Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen wieder einmal eine Niederlage hinnehmen. Mit 3:6 fiel sie vor 304 zumeist heimischen Zuschauern gegen den deutschen Vizemeister ttc berlin eastside dennoch einigermaßen moderat aus.
Dass die Berlinerinnen aber dennoch großen Respekt vor den Gastgeberinnen hatten, zeigte schon deren Aufstellung, die unter anderem die Team-Europameisterin Nina Mittelham sowie den polnischen Neuzugang Natalia Bajor auf dem Spielberichtsbogen führte.
Und die Stärke der Bundeshauptstädterinnen bekamen Kolbermoors Damen dann auch in den Eingangsdoppeln zu spüren, denn beide Begegnungen wurden jeweils nach drei Sätzen verloren.
Dabei hatte das Duo Wang/Jokic noch die besten Chancen, zu einem Punktgewinn zu kommen. Gegen die Berlinerinnen Bajor/Griesel agierten sie oftmals auf Augenhöhe, mussten aber jeden Fehler mit einem Punktverlust zahlen.
Im ersten Einzeldurchgang hätte man den zwischenzeitlichen Ausgleich schaffen können, denn nach dem Sieg von Annett Kaufmann gegen Natalia Bajor – sie verlor Durchgang Nummer eins noch mit 8:11, zeigte dann aber eine überragende Leistung und gewann die nächsten drei Sätze – führte Swastika Ghosh gegen Nina Mittelham, nachdem sie eine 2:0 Führung vergab, im fünften Satz beim Seitenwechsel mit 5:3. Allerdings brachte sie diese knappe Führung nicht über die Runden und musste sich am Ende mit 6:11 geschlagen geben.
Im hinteren Paarkreuz blieb man hingegen punktelos. Lisa Wang unterlag Mia Griesel in drei Sätzen und Tijana Jokic musste sich der erfahrenen Sabina Surjan in drei Sätzen beugen, sodass man nach dem 1:5 Rückstand doch schon mächtig unter Druck stand.
Im Fokus dieser Begegnung sollte aber zu Beginn des zweiten Einzeldurchgangs das Duell zwischen Annett Kaufmann und Nina Mittelham stehen, die noch vor wenigen Tagen in Zadar gemeinsam an der Platte standen und Team-Europameister wurden. Kaufmann hätte in diesem Spitzeneinzel eigentlich schon für eine 2:0 Führung sorgen können, gab aber die Sätze jeweils in der Schlussphase mit 10:12 beziehungsweise 9:11 noch ab. Sie kämpfte sie dann aber doch zurück, glich zum 2:2 aus und lag im Entscheidungssatz beim Seitenwechsel mit 5:2 in Front. Den Vorsprung baute sie bis auf 9:4 aus, ehe ihre Gegnerin bis auf 9:7 verkürzen konnte. Mit eigenem Aufschlag gelang Kaufmann dann aber doch noch ein 11:8 Sieg.
Für ein recht überraschendes Ergebnis, das das zwischenzeitliche 3:5 bedeutete, sorgte aber Swastika Ghosh. Der Inderin, die an diesem Tag im ersten Paarkreuz zum Einsatz kam, gelang nämlich ein glatter 3:0 Sieg gegen Natalia Bajor. Wie stark sie gegen die Polin agierte, unterstrich sie beispielsweise im zweiten Satz, als ihr nach einem 2:4 Rückstand eine 8:4 Führung und später ein 11:6 Sieg glückte. Und im dritten Durchgang dominierte sie vom ersten Ballwechsel an und gewann diesen Satz mit 11:3. Im Gegensatz dazu musste sich allerdings die 16-Jährige Lisa Wang der großen Favoritin Sabina Surjan klar in drei Sätzen geschlagen geben. Kolbermoors stellvertretender Abteilungsleiter Günther Lodes meinte nach Spielende: „Eine starke Vorstellung unserer Mannschaft. Einen Punkt hätten wir ganz gerne noch gehabt. Swastika Ghosh hat etwas unglücklich verloren. Berlin war letztlich ein wenig besser“.
Auch von Krisztina Toth, die den verhinderten Abteilungsleiter und Trainer Dr. Michael Fuchs vertrat, zog ein insgesamt positives Fazit, erklärte aber: „Im Doppel haben wir noch etwas schwach gespielt. Lisa Wang muss noch etwas lernen. Aber sie ist erst 16 und Berlin ist ja auch kein schlechter Gegner“.
Für den SV DJK Kolbermoor punkteten:
Doppel: Fehlanzeige;
Einzel: Kaufmann (2), Ghosh (1).
Bericht und Fotos: Gerhard Erlich











