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Personal/Hintergrund  

Gestatten, Michael Hellwig!

Vom "Spielermann" zum Verbandsfachwart Seniorensport

Eine bittere Niederlage als Jugendlicher führte Michael Hellwig seinerzeit überhaupt erst zum TT-Sport

Es heißt, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht. Im fünften Teil unserer Serie „Gestatten, …!" (alle Folgen unten verlinkt) stellen wir diesmal einen Mann vor, der beweist, dass es auch andersherum geht und gilt. Aus dem treuen Begleiter und Coach seiner erfolgreichen Frau Karen wurde im Laufe der Jahre obendrein ein Spitzenfunktionär des BTTV. Die Rede ist von unserem Verbandsfachwart für den Seniorensport: Gestatten, Michael Hellwig.

„Zuagroaster“ Geretsrieder

Auch wenn ihn sein Dialekt respektive sein nicht vorhandener Dialekt immer noch unverkennbar als „Zuagroasten“ outet, ist Hellwig längst in Bayern integriert. Aus Hannover kommend, verschlug es ihn nach Studium und anschließender Dienstzeit bei der Bundeswehr schon 1987 in den weißblauen Freistaat; heute wohnt er im oberbayerischen Geretsried. Bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2019 war Hellwig stolze 46 Jahre im öffentlichen Dienst tätig. In letzter „Verwendung“ leitete er das Rechenzentrum einer im Süden von München angesiedelten Bundesbehörde. 

„Es macht mir einfach Spaß“

Was den Posten des Verbandsfachwarts oder passender „VFW“ anbelangt, ist der 66-Jährige mit dem Faible für Abkürzungen und vor allem Akronyme, noch jung im Amt. Beim Verbandstag 2018 in Reichertshofen wurde Hellwig, der mit Ehefrau Karen zwei erwachsene Töchter sowie seit wenigen Monaten auch eine kleine Enkelin hat, zum Nachfolger von Jochen Scheller gewählt. Zuvor war er – ebenfalls im Bereich Seniorensport – sieben Jahre lang Bezirksfachwart in Oberbayern; aktuell engagiert er sich außerdem als stellvertretender TT-Abteilungsleiter des BCF Wolfratshausen sowie als Mitglied im Ressort Seniorensport des DTTB.

Seine Aufgabe als BTTV-Verbandsfachwart beschreibt Hellwig in einem Satz als "Koordination aller Maßnahmen im Senioren-Sportbereich des BTTV.“ Im Wesentlichen umfasst dies:

•   Die Vertretung des Fachbereichs Seniorensport im Vorstand Sport

•   Die Erarbeitung der Durchführungsbestimmungen und Richtlinien für den Seniorensport

•  Die Vorbereitung und Ausrichtung der Bayerischen Seniorenturniere in Verbindung mit dem durchführenden Verein sowie die Abwicklung des Spielbetriebs der Senioren in Ligenform

•  Die Zusammenarbeit mit den Seniorenwarten der Bezirke sowie dem Ressort Seniorensport des DTTB

•  Die Nominierung der BTTV-Teilnehmer*innen für die Deutschen Seniorenmeisterschaften

Aufgaben, die Hellwig mit Begabung und Begeisterung meistert: „Schon als Jugendlicher habe ich in meinem ersten TT-Verein in Hannover gerne bei der Organisation und Durchführung von teilweise größeren Turnieren mitgearbeitet. Diese Neigung hat sich im Laufe der Jahre weiter verstärkt, so dass es mir in meiner aktuellen Funktion recht leichtfällt, die teilweise hohen Herausforderungen zu bewältigen. Es macht mir einfach Spaß, zusammen mit meinen Mitstreitern z.B. die Bayerischen Einzelmeisterschaften vorzubereiten und auszurichten. Darüber hinaus bin ich jedes Mal aufs Neue begeistert angesichts der sportlichen Leistungen, die bei derartigen Meisterschaften zu sehen sind. In den vergangenen fast 20 Jahren ist das Niveau im bayerischen Seniorenbereich stetig angestiegen. Gerade in der Finalrunde einer „Bayerischen“ spielen ehemalige Bundesligaspieler*innen neben Akteuren aus Vereinen der aktuellen höchsten Spielklassen. Die Bandbreite reicht dabei vom gerade 40-Jährigen bis zu Aktiven, die mehr als 85 Lebensjahre vorweisen können. Hiervor habe ich den allergrößten Respekt und es ist gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich die weitere Entwicklung des Senioren-Tischtennis in Bayern mitgestalten darf.“

Transparenz und breite Basis

Dabei ist Hellwig außerordentlich wichtig, „dass meine sowie die Arbeit im Fachbereich möglichst transparent abläuft. Ich wünsche mir, dass sich die Senior*innen mit ihren Anliegen an mich bzw. uns, einschließlich der Senioren-Fachwarte in den Bezirken, wenden und wir in einen offenen Dialog eintreten können.“ Inhaltlich ist Hellwigs Schwerpunktanliegen „den Seniorensport in Bayern auf eine breitere Basis zu stellen. Hierzu haben wir in 2019 bereits erste Anstrengungen unternommen: Wir wollen insbesondere die durch die Strukturreform weggefallenen Bezirksmeisterschaften für Senioren wiederbeleben. Dabei richtet sich unser Augenmerk verstärkt auf diejenigen, welche selbst nicht der Riege der Spitzensportler angehören. Und das sind fast 90 Prozent in Bayern. Wir haben hierzu modifizierte Alters- und Leistungsklassen eingeführt, die inzwischen auch in die Durchführungsbestimmungen der Senioren aufgenommen wurden. Und im Bezirk wird dann für die Erstplatzierten längst nicht Schluss sein. Eine Bayerische Senioren-Leistungsklassenmeisterschaft sollte bereits in dieser Saison 2020/21 erstmals ein neuer Höhepunkt werden. Leider hat Corona auch diesen Schritt unmöglich gemacht. Aber wir werden nicht aufgeben und nehmen in der kommenden Saison erneut Anlauf.“

Final-Niederlage bei Schulmeisterschaften führt Hellwig in den Tischtennisverein

Keine Frage: Hellwig ist ein ehrgeiziger, steter Kämpfer, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Eigenschaften, die ihn überhaupt erst zum Tischtennis gebracht haben. Dass er im Finale von Tischtennismeisterschaften seiner Schulklasse regelmäßig einem Mitschüler unterlag, der bereits im Verein spielte, „wurmte“ ihn so sehr, dass er im Alter von 14 Jahren selbst einem Verein beitrat. „Nach kurzer Zeit im Hannoverschen Tischtennis Club konnte ich besagten Klassenkamerad dann erstmals besiegen. Fortan ist meine Begeisterung für diesen Sport stetig gewachsen und hat schließlich meine Aktivitäten im Fußball und Handball als Hauptsportart abgelöst. Meinen sportlichen Höhepunkt hatte ich in der 1. Mannschaft beim SV Wacker Osterwald, die 1982 in der 1. Landesliga gespielt hat. Heute sind meine TT-Künste kaum nennenswert, mehr Erfolg habe ich als Coach von Karen bei ihren Punktspielen und Seniorenturnieren.“

Bittere Niederlagen führten Hellwig zum Tischtennis, große Erfolge zum Senioren-Tischtennis. Wie bereits angeklungen allerdings nicht seine eigenen, sondern die seiner Frau: „Als Karen in der Saison 2001/02 bei ihrer ersten Teilnahme an den Bayerischen Meisterschaften völlig überraschend den Titel im Einzel und Doppel der Seniorinnen 40 gewann, war mein Interesse geweckt. Als sie dann im darauffolgenden Jahr im Einzel sogar den 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt erreichen konnte, war aus dem ersten Interesse echte Begeisterung geworden.“ Fortan waren die beiden gemeinsam auf nahezu allen Seniorenturnieren auf bayerischer und nationaler Ebene dabei. „Als Karens Begleiter und Coach habe ich neben zahlreichen Aktiven natürlich auch Jochen Scheller, den damaligen Seniorenwart des BTTV kennengelernt und erste Einblicke in die Arbeit als Funktionär im Seniorentischtennis bekommen.“ Was sich aus dem Kennenlernen und den ersten Einblicken entwickelte, ist bekannt.

Zu Wasser, zu Land und in der Küche auf Entdeckungstour

Neben dem Tischtennis sind gemeinsame Fahrradtouren mit Ehefrau Karen seine liebste Freizeitbeschäftigung „auch mehrtägig und über größere Entfernungen z.B. nach Venedig, Bozen, oder auf dem Nordsee-Radweg in den Niederlanden.“ Aber auch zu Wasser ist er gerne unterwegs: „Das Segeln auf hoher See genieße ich sehr, wenn ich in einer Crew dabei sein darf.“ Umgekehrt gilt: Wer mit Michael Hellwig auf Tour gehen darf, darf sich auf kulinarische Genüsse und Expeditionen freuen: „Ich koche gerne und probiere vorzugsweise neue Rezepte aus.“

Michael Hellwig sportlich beim Tischtennis (hier Deutschlandpokal), beim Radeln mit Karen oder Segeln (Fotos: privat)

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