Daniel Rinderer wurde mit dem TSV Windsbach am Samstag durch einen 6:2-Erfolg über Mainz erstmals Meister in der 2. Bundesliga. Nach der Drittliga-Meisterschaft ein Jahr zuvor ist es der zweite Titel binnen zwei Spielzeiten. Im Interview spricht der 24-jährige zweifache bayerische Einzelmeister über den Titelgewinn, die Stärke des Teams und die TTBL-Ambitionen.
Dani, am Samstag habt ihr vorzeitig, drei Spieltage vor Schluss, die Meisterschaft in der 2. Bundesliga eingefahren. Wie habt ihr den Titelgewinn gefeiert?
Daniel Rinderer: Die Nacht war sehr kurz, ich war mit den Zuschauern bis 2 Uhr in der Halle. Danach sind wir ins Hotel und haben da noch weitergefeiert. Um 4 Uhr bin ich ins Bett, aber um 8 Uhr musste ich schon wieder raus, weil ich einem Windsbach-Fan versprochen habe, zum Geburtstag vorbeizukommen. Danach bin ich nach Hilpoltstein, weil ich nach dem Spiel mit Matze Danzer zum Challenger-Turnier nach Ochsenhausen fahren wollte. Das Spiel ging dann vier Stunden, sodass es auch am Sonntag spät wurde. Heute am Montag habe ich beim Challenger-Turnier meine ersten Spiele. Mit der Mannschaft haben wir uns am letzten Spieltag schon zum Grillen verabredet und werden dann sicher nach dem Passau-Spiel noch ein wenig gemeinsam feiern.
Du hast erwähnt, dass du mit den Fans gefeiert hast. Wie wichtig ist dir das?
Rinderer: Für mich ist es sehr wichtig, ein gutes Verhältnis zu den Zuschauern aufzubauen. Das hat sich jetzt auch noch mal entwickelt. In der 3. Liga hatten wir immer so um die 100 Zuschauer, in den letzten Spielen kamen 250 bis 300, da ist ein kleiner Hype entstanden. Und es kommen immer noch neue Gesichter. Auch das Helferteam, das sich um den Aufbau und die Orga kümmert, ist sehr eng mit uns.
Was bedeutet dir diese Meisterschaft persönlich?
Rinderer: Sehr, sehr viel. Es ist mein größter Erfolg bislang im Mannschaftssport. Letztes Jahr Erster in der 3. Liga, jetzt Erster in der 2. Liga, fehlt eigentlich nur noch der TTBL-Titel (lacht).
Windsbach hat sich sportlich für die TTBL qualifiziert und nimmt am Lizenzierungsverfahren teil. Trotzdem ist alles noch sehr ungewiss. Wie ist deine Meinung, es könnte doch gerne mal zum Duell Rinderer-Fan Zhendong kommen, oder?
Rinderer: Also einmal in der TTBL zu spielen, wäre ein Traum - auch wenn es für mich vermutlich nur ein paar Spiele wären. Aber ich würde alles reinhauen. Ob es dazu kommt, ist aber noch sehr ungewiss. Der finanzielle Aufwand ist deutlich höher, wenn man wettbewerbsfähig sein möchte. Und dann braucht man ja auch noch adäquate Spieler. Wenn das nicht klappt, werden wir, denke ich, so zusammenbleiben und in der 2. Liga weiterspielen.
Ab welchem Punkt habt ihr gemerkt, da geht was in dieser Saison nach ganz oben hin?
Rinderer: Es ist verrückt, unser Ziel war der Klassenerhalt. Und anfangs waren wir auch gar nicht so gut, hatten 6:6 Punkte und durchaus Zähler verschenkt. Als wir dann am Ende der Vorrunde drei Spiele gewonnen hatten und im Januar in Jülich und Velbert, sah es schon ganz anders aus. Es lief dann einfach komplett für uns, oft auch sehr souverän, und wir hatten irgendwie das Gefühl, dass wir nicht verlieren konnten.
Abgesehen von eurer individuellen Klasse, was hat euch ausgezeichnet?
Rinderer: Ich denke schon, die vielen Siege bewirken etwas, geben unheimlich Selbstvertrauen. Und selbst wenn man ein Einzel verliert, weiß man, dass da drei starke Teamkollegen dahinter stehen, die meistens Favorit sind. Tommi hat eine richtig starke Rückrunde gespielt, Jakub Folwarski spielt unfassbar. Er hat nur drei Einzel verloren, davon eines im zweiten Paarkreuz. Tommi und ich sind eines der besten Doppel in der Liga, das harmoniert gut. Insgesamt haben alle ihren Anteil an der Meisterschaft.
Wie fällt dein persönliches Fazit aus?
Rinderer: Ich bin gut gestartet, hatte dann ein Tief auch wegen meines Pfeifferschen Drüsenfiebers im Herbst/Winter. Mitte Januar ging es dann bergauf und seit Mitte Februar merke ich davon nichts mehr. Im Spiel ist es deutlich zu sehen, dass man mehr Vertrauen hat, weniger nverös ist, gerade bei 9:9. Es läuft wieder deutlich besser.
Wie geht ihr die letzten drei Spiele an?
Rinderer: Ganz normal, wir werden jetzt nichts herschenken und wie vorher geplant auflaufen.










