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Einzelsport Jugend  

Bayerisches Quartett beendet die Individualwettbewerbe der Jugend-EM ohne Edelmetall

Itagaki fordert spätere Europameisterin maximal

Koharu Itagaki lieferte sich mit der späteren Europameisterin einen herausragenden Fight. Foto: ETTU Flickr

Nach den erfolgreichen Teamwettbewerben mit Silber für Anna Walter und die deutschen Mädchen U15, Bronze für Koharu Itagaki und die Mädchen U19 sowie dem Wiederaufstieg der Jungen U19 mit Jonas Rinderer und Samuel Kuhl blieben die vier bayerischen Talente in den Individualkonkurrenzen der heute zu Ende gegangenen Jugend-Europameisterschaften in Gondomar ohne weitere Medaille. Am nächsten kam Edelmetall Koharu Itagaki. Die 15-jährige U15-Welt- und Europameisterin des Vorjahres erreichte bei ihrem ersten EM-Start in der Altersklasse U19 das Achtelfinale im Einzel und gemeinsam mit Lisa Wang das Viertelfinale im Doppel.

Im Einzel zeigte Itagaki zunächst zwei souveräne Vorstellungen. Als gesetzte Spielerin musste sie nicht in der Gruppenphase antreten. In der Hauptrunde bezwang sie zunächst die Schwedin Clara Ellermann ohne Satzverlust. Auch in der Runde der letzten 32 behielt sie gegen die in der 2. Damen-Bundesliga spielende Litauerin Lucrecija Juchnaite mit 4:1 deutlich die Oberhand. 

Im Achtelfinale lieferte sich Itagaki mit der französischen Topfavoritin und späteren Titelgewinnerin Nina Guo Zheng anschließend einen hochklassigen Sieben-Satz-Krimi. Im Halbfinale des Teamwettbewerbs war Itagaki der Französin noch klar mit 0:3 unterlegen, diesmal verlangte sie ihr alles ab. Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte sich Itagaki zurück und wehrte im weiteren Verlauf mehrere Matchbälle ab. Auch im Entscheidungssatz blieb die Partie bis zum Schluss offen, ehe Itagaki mit 10:12 unterlag. „Das war ein sehr gutes Spiel und Koharu hätte es genauso verdient. Das war ein sehr starker Kampf“, lobte Bundestrainerin Lara Broich den Auftritt der jungen Deutschen. 

Noch unmittelbarer vor einer Medaille stand Itagaki im Doppel. Zusammen mit Abwehrstrategin Lisa Wang setzte sie sich zunächst in fünf Sätzen gegen das ungarische Duo Nora Dohoczki/Sophie Barcsai durch. Nach klaren Erfolgen gegen Emma Molnarova/Vanda Vanisova aus der Slowakei sowie Elinor Davidov/Karolina Holda aus Israel und Polen erreichte das deutsche Gespann das Viertelfinale. Dort fehlte nur noch ein Sieg zum sicheren Gewinn der Bronzemedaille. Gegen die starken Französinnen Leana Hochart und Nina Guo Zheng mussten sich Itagaki und Wang allerdings mit 0:3 geschlagen geben. 

Im Mixed trat Itagaki an der Seite des Polen Patryk Zyworonek an. Nach einem Freilos drehten beide gegen Isaac Kingham und Hannah Silcock aus England einen 0:2-Satzrückstand und gewannen noch mit 3:2. In der Runde der letzten 32 endete ihr Wettbewerb durch eine 1:3-Niederlage gegen Aleksandra Bokova und Aleksei Samokhin. 

Walter erreicht Doppel-Viertelfinale

Die 15-jährige Anna Walter knüpfte in den Individualwettbewerben zunächst an ihre starken Auftritte aus dem Mannschaftswettbewerb an. Im Einzel war sie gesetzt und bezwang in ihrem ersten Hauptrundenspiel Yana Zhadzko nach einem 1:2-Satzrückstand noch mit 4:2. In der Runde der letzten 32 unterlag sie jedoch der starken Schweizerin Enya Hu mit 1:4. 

Im Doppel spielte Walter mit Amelie Guzi Jia. Das eingespielte Duo ließ zunächst Lejla Botonjic und Mia Hadzovic aus Bosnien-Herzegowina sowie Anastasija Zibunova und Belinay Davus keine Chance und zog jeweils mit 3:0 ins Viertelfinale ein. Im Spiel um den Einzug in die Medaillenränge mussten sich Walter/Jia dann Amina Ilimbetova und Varvara Tolmacheva mit 1:3 geschlagen geben.

Auch im Mixed überstand Walter gemeinsam mit dem Belgier Bryan Zhang zwei Runden. Zunächst setzte sich das Duo knapp mit 3:2 gegen Mark Voronoi und Yuliia Sliesarenko durch, anschließend folgte ein 3:0 gegen Pablo Ramirez Rioja und Soraya Rahmani-Walentynska. In der Runde der letzten 32 war beim 1:3 gegen David Toro und Maya Madar Endstation.

Rinderer und Kuhl überstehen die Gruppenphase

Jonas Rinderer und Samuel Kuhl erreichten im Einzel jeweils als Gruppenzweite die Hauptrunde. Rinderer bezwang zum Auftakt den Norweger Filip Dagslett klar mit 3:0 und verlor anschließend gegen Gabriel Marjanovic. Mit einem 3:1-Erfolg über Dimitrios Sotiropoulos sicherte er sich dennoch den Einzug in die K.-o.-Phase. Dort gewann er zunächst mit 4:1 gegen Nazar Matsko, ehe er in der Runde der letzten 64 dem Slowaken Damian Floro mit 1:4 unterlag.

Kuhl begann seine Gruppenphase mit einem ungefährdeten 3:0 gegen Panagiotis Mikolaou. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Mateusz Sakowicz setzte sich der Linkshänder im entscheidenden Spiel gegen den Norweger Mathias Halvorsen nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung noch knapp mit 3:2 durch. In der ersten Hauptrunde erwischte Kuhl gegen Johan Havsteen jedoch keinen guten Tag und schied mit 0:4 aus.

Im Doppel traten die beiden 16-jährigen Niederbayern gemeinsam an. Gegen die Polen Jan Mrugala und Mateusz Sakowicz sah es zunächst nach einem erfolgreichen Start aus: Rinderer und Kuhl gewannen die ersten beiden Sätze, mussten ihren Gegnern anschließend aber drei Durchgänge in Folge und damit den 3:2-Erfolg überlassen. 

Im Mixed überstanden beide jeweils die Auftaktrunde. Rinderer gewann zusammen mit Rhea Zhu Chen zunächst in fünf Sätzen gegen Pavol Kokavec und Vanda Vanisova. Gegen Tiago Abiodun und Mariana Santa Comba aus Portugal folgte anschließend eine 1:3-Niederlage. Kuhl und Elisa Nguyen besiegten nach einem knappen Auftakterfolg gegen Gianni Koutra und Christina Tzenidi überraschend auch das starke französische Duo Nathan Doussinet/Alexia Nodin mit 3:1. In der Runde der letzten 32 unterlagen sie Luca Khidasheli und Irina Gimeno Font aus Spanien mit 1:3. 

Bronzemedaillen für Spieler bayerischer Vereine

Damit blieb dem bayerischen Quartett in den Individualwettbewerben zwar eine weitere Medaille verwehrt. Wenngleich nicht im DTTB-Trikot gelang der Sprung auf das Podest jedoch zwei Spielern bayerischer Vereine: Der 15-jährige Ukrainer Volodymyr „Vova“ Nevizhyn aus der in der Regionalliga spielenden zweiten Mannschaft des TSV Bad Königshofen, der 2026/27 als Ergänzungsspieler auch dem TTBL-Kader angehört, holte bei den Jungen U 15 die Bronzemedaille im Einzel. Im Halbfinale musste er sich nach einer 3:1-Satzführung noch mit 3:4 dem Schweden Emil Ellermann beugen.

Gleich zweimal Bronze sicherte sich Aleksandra Bokova. Die 17-jährige Russin, die unter neutraler Flagge antrat und in der 2. Bundesliga für den TTC Langweid spielt, erreichte sowohl im Einzel als auch im Doppel der Mädchen U 19 das Halbfinale.

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