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Personal/Hintergrund  

Campus, Sprachkurs und Gratis-Feiern

Gräfelfings Abteilungsleiter Christopher Triep berichtet von seinem Auslandssemester in China / Teil 1 dreht sich um das Uni-Leben in Ningbo

Christopher Triep verbringt insgesamt fünf Monate in China

Christopher Triep (24) wurde bereits mit 21 Jahren Abteilungsleiter des TSV Gräfelfing. Derzeit absolviert der Spieler des Oberliga-Tabellenführers ein fünfmonatiges Auslandssemester in Ningbo, China. Der Master-Student der TU München (Management und Technologie) berichtet auf der BTTV-Homepage in drei Teilen vom Leben, Studieren und natürlich vom Tischtennisspielen in der Millionenstadt an Chinas Ostküste. Im ersten Teil geht es zunächst um das Uni-Leben in Ningbo.

Teil 1: Ningbo und das Uni-Leben

nĭ hăo (chinesisch für: Hallo, Guten Tag),
Im Rahmen meines Master-Studiums an der TU München habe ich die Möglichkeit erhalten, ein Auslandssemester zu machen. Ich habe mich entschieden, nach China zu gehen und hatte mich auch nur für chinesische Unis beworben. Warum? Zum einen, weil mich China einfach extrem interessiert als aufstrebende Macht in der Wirtschaft und Politik; zum anderen vor dem Hintergrund, dass ich dort Tischtennis spielen kann und einen Einblick von China als Tischtennis-Macht bekomme. Das war auch ein Argument dafür, nach China zu gehen.

Ich habe dann die Zusage für die University of Nottingham/Ningbo China bekommen. Dies ist – wie der Name schon sagt – eine englische Uni, die in Nottingham sitzt, die aber auch zwei Tochter-Unis in Malaysia und eben in Ningbo hat. Ich absolviere hier drei Business-Fächer und einen chinesischen Sprachkurs, der aber auf einem Anfänger-Niveau ist. Da geht’s um Dinge wie Vorstellung und Begrüßung sowie um einfache Sätze, den Namen oder die Uhrzeit sagen, wo ich herkomme, wo ich hinmöchte, dass ich dem Taxifahrer erklären kann, wo es hingehen soll, usw. Die Sprache ist nicht einfach zu lernen, macht aber sehr viel Spaß. Kürzere Dialoge konnte ich schon anwenden. Ich bin sicher, dass ich aus dem Kurs noch das eine oder andere mitnehmen kann.

Auf dem Campus spielt sich das gesamte Leben ab

Das Leben hier ist deutlich anders als das Studentenleben, das ich in München führe. Hier ist ein Campus-Leben angesagt. Praktisch das gesamte Leben spielt sich auf dem Campus ab. Für chinesische Verhältnisse ist die Uni mit 7000 Studenten nicht sehr groß. Normalerweise haben die Unis 40.000 bis 50.000 Studenten. Wie erwähnt, leben in China alle Studenten auf dem Campus. Hier ist auch eine Mauer um das Areal. Innerhalb gibt es alles, was es zum Leben braucht: Wohngebäude, Lernräume, Supermarkt, Sporthalle, Bibliothek. Es gibt einen Friseur, einen Bäcker, Brillenverkäufer und eine Wäscherei. Zur Auswahl stehen mehrere Kantinen, eine auch für den westlichen Geschmack, wo zusätzlich ein Starbucks und ein Subway untergebracht sind. Dies ist ein bisschen dem geschuldet, dass wir eigentlich eine englische Uni sind. Der Vorteil ist, dass alle Englisch sprechen, es wird auch nur in Englisch gelehrt. Dementsprechend müssen auch alle Chinesen Englisch sprechen können. Das ist an anderen Unis nicht so. Mein sehr guter Kumpel und früherer Jugendtrainer beim TSV Gräfelfing, Jonas Binninger, studiert aktuell in Wuhan. Dort sind 40.000 Studenten auf dem Campus, aber gefühlt kann nur einer von zehn Englisch. Hier in Ningbo kann jeder Englisch sprechen. Dementsprechend kann ich mit jedem erstmal einen Dialog führen – egal ob Austauschstudent oder Chinese. Das macht es leichter und hat für mich den Vorteil, dass ich die chinesische Kultur besser kennenlerne, weil sie mir besser erklärt werden kann. Das ist ein großer Vorteil von der Uni hier.

Bezahlen beim Ausgehen? Nicht als ausländischer Student…

Ningbo hat ca. 8 Millionen Einwohner, es ist eine schöne und sehr saubere Stadt. Die Wolkenkratzer-Dichte ist hoch, die Skyline beeindruckend. Ich glaube, Wohnhäuser fangen erst ab 30 Stockwerken an. Es gibt sehr viele Shopping-Malls, die alle sehr viel größer sind, als das, was wir hier aus Deutschland kennen. In den Malls verbringen wir manchmal einen Wochenend-Tag, gehen ab und zu shoppen und was essen. Es gibt viele Karaoke-Bars, die sehr witzig sind und Spaß machen. Bei den Clubs und Bars genieße ich den Vorteil, dass Nicht-Chinesen häufig vieles umsonst bekommen. Für die Betreiber ist es offenbar sehr cool, uns in ihrem Club zu haben. Das wertet ihren Club auf. Es gibt Promoter, die versuchen, dich an ihren Tisch zu bekommen. Wenn du dann an dem Tisch sitzt, kriegst du meist alles gratis. Das macht das Feiern natürlich extrem spaßig und alkohollastig. Ich bin sehr viel mit anderen Austauschstudenten aus allen möglichen Ländern zusammen, das macht mir generell sehr viel Spaß.

Im zweiten Teil in der kommenden Woche berichtet Christopher Triep darüber, wie er sein Amt als Tischtennis-Abteilungsleiter vom Reich der Mitte aus steuern kann.

Hauptgebäuder der Uni in Ningbo (Fotos: privat)
Campus mit integriertem Fluss
Weiteres Foto vom Campus
Chrstopher beim Lernen
In diesem Auditorium wurden die Studenten begrüßt
Ein komplex mit Wohnungen auf dem Campus
Weiteres Wohngebäude
Campus-Leben
Blick in eine Mensa
Ein typisches Mensa-Gericht
Christopher Triep (24) ist seit 3 Jahren Abtelungsleiter beim TSV Gräfelfing
Oberliga-Team des TSV Gräfelfing

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