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Personal/Hintergrund  

"Jeder ist ersetzbar"

Bernd Beringer, Macher und Manager des TV Hilpoltstein, hat seinen Rückzug angekündigt

Bernd Beringer sieht den TV Hilpoltstein für die Zukunft gerüstet - trotz seines Rückzugs (Foto: Erik Thomas)

Bernd Beringer ist sowas wie der "Mr. Tischtennis" in Hilpoltstein. Seit 40 Jahren kümmert sich der mittlerweile 73-Jährige um die 1. Mannschaft, führte den "TV Hip" von der 1. Kreisliga Anfang der 80er Jahre in sieben Jahren in die Regionalliga und später bis hoch in die 2. Bundesliga. 2020 soll Schluss sein, Beringer hat kürzlich bei einer Pressekonferenz seinen Abschied als Team-Manager angekündigt, zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Im Interview spricht der frühere Hilpoltsteiner Bürgermeister (1992-1997) über seinen Rückzug, die mögliche Nachfolge und über die gerade begonnene Spielzeit – die 15. Bundesliga-Saison der Burgstädter in Folge.

Wie tief sitzt der Stachel nach der 3:6-Auftaktniederlage gegen Passau am vergangenen Wochenende?
Bernd Beringer: Der sitzt jetzt nicht mehr so tief. Aber das war – bis auf ein paar Ausnahmen – sicherlich keine sehr erbauliche Leistung von uns. Vor allem in den Doppeln haben wir keinen Rhythmus gefunden, das war etwas enttäuschend.

Zwischendurch habt ihr noch 3:2 geführt.
Beringer:
Alex hat ein tolles Spiel gemacht gegen den jungen Grebnev, der – wie ich denke – eine große Zukunft vor sich hat. Und auch Francisco Sanchi hat wie schon im Pokal geliefert. Wir schaffen es einfach nicht, dass Alex oder David im vorderen Paarkreuz mal zwei Einzel gewinnen. Das war schon in der vergangenen Rückrunde das Problem. Ich weiß nicht, woran es liegt. Dennis hat zudem hinten beide Spiele im fünften Satz verloren. Bei ihm ist momentan der Kopf nicht richtig frei.

Warum?
Beringer:
Er ist als Pilot bei Swiss Air stärker eingespannt, fliegt jetzt Langstrecke und teilt als Teamleiter die Flüge ein. Da ist es mit dem Training und der Fokussierung nicht einfach.

Nächste Woche geht es gegen den Titelfavoriten Bad Homburg, danach kommt Celle. Fürchtet ihr bereits den Abstiegskampf wie in der Rückrunde der letzten Saison?
Beringer:
Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wir hatten gerade unser erstes Spiel. Im Pokal haben wir unsere Vorrundengruppe gewonnen und uns zum sechsten Mal in Folge für die Hauptrunde qualifiziert. Fakt ist, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Das konnte man auch im Pokal beobachten, als Celle den Favoriten Bad Homburg besiegt hat.

Bei der Pressekonferenz und der Teamvorstellung vor der Pokalvorrunde hast du durchsickern lassen, dass du nach dieser Saison nicht mehr als Teammanager weitermachst. Wie lange ist die Entscheidung gereift?
Beringer:
Ich habe ja schon vor ein paar Jahren gesagt, dass ich nicht ewig weitermachen werde. Und irgendwann braucht es sowieso einen Nachfolger. Ich bin jetzt 73, und so wie ich dieses Amt ausgeführt habe, mit viel Herzblut und Leidenschaft, geht es in diesem Alter nun mal nicht mehr. Das strengt alles enorm an. Seitdem ich die erste Mannschaft betreue (ca. 40 Jahre), bin ich bei fast jedem Heim- und Auswärtsspiel gewesen, auch in meiner Zeit als Bürgermeister. Mit der eingleisigen 2. Bundesliga ist die Zeit noch knapper geworden. Wenn man nach Celle reist, ist man zweieinhalb Tage unterwegs, kommt Montagfrüh weit nach Mitternacht nach Hause. Das ist ein gigantischer Aufwand – auch organisatorisch.

TV Hilpoltstein ohne Bernd Beringer klingt eigentlich unvorstellbar.
Beringer:
Ich bin der Meinung, jeder ist ersetzbar. Wir haben einige, sehr fähige Personen im Verein und Vorstand. Deswegen habe ich meinen Entschluss auch vor der Saison bekanntgegeben, damit die Übergabe in geordneten Bahnen verlaufen kann. Einige haben gemeint, dass es mit den Sponsoren dann schwierig werden würde, weil ich da einen guten Draht habe. Unsere Sponsoren sind aber so lange dabei, dass ich da keine Probleme sehe. Und wir haben auch nicht den einen großen Sponsor, von dem alles abhängt, sondern viele kleinere.

Hast du schon einen Nachfolger im Auge?
Beringer:
  Ich kann mir vorstellen, dass wir den Job auf mehrere Schultern verteilen und dass wir auch Alex Flemming, vor allem was das Sportliche betrifft, noch stärker als bisher einbeziehen. Aber das muss letztlich die Abteilungsleitung entscheiden.

Wird es eine Art Aufsichtsratsposten geben für dich ähnlich wie bei Uli Hoeneß?
Beringer:
Ich werde mir sicher die meisten Spiele anschauen, und wenn man mich um Rat fragt, werde ich natürlich antworten. Aber ins operative Geschäft werde ich mit Sicherheit nicht mehr einsteigen. Draußen ist draußen.

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