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Einzelsport Erwachsene   Personal/Hintergrund  

"Nicht auf dem Radar, zu wenig Eigenverantwortung"

Die Fachwartin für den Einzelsport, Sandra Peter, zieht nach den vier Verbandsbereichsranglisten Bilanz

Sandra Peter mit Töchterchen Nika bei den Bayerischen Meisterschaften 2017 (Foto: Nils Rack)

Im vergangenen Jahr ist der Einzelsport im Erwachsenenbereich infolge der Strukturreform reformiert worden, am Wochenende nun fanden die ersten Veranstaltungen im neuen Modus statt. Bei den Verbandsbereichsranglisten in den vier bayerischen Regionen Nordwest, Nordost, Südwest und Südost (jeweils vier Bezirke), konnten maximal jeweils 16 Damen und 32 Herren mitspielen. Die Anmeldung erfolgte online über myTischtennis, das Turnier an sich wurde im "Schweizer System" abgewickelt. Sandra Peter, Fachwartin für den Einzelsport im BTTV, zieht im Interview ein erstes Fazit und äußert sich zu den Teilnehmerzahlen.

Wie hat die Abwicklung der Verbandsbereichsranglisten in den vier Regionen geklappt?
Sandra Peter:
Die Ausrichter waren total kooperativ, engagiert und fürsorglich. Auch mit den Turnierleitern Daniel Ziegler (Nordwest), Paul Münster (Nordost), Tim Reininger (Südwest) und Oliver Moser (Südost) hat es super funktioniert.

Wer hat sich nun für das Verbandsranglistenturnier am 5./6. Oktober in Putzbrunn mit jeweils 16 Teilnehmern qualifiziert?
Peter:
Die beiden Erstplatzierten der Verbandsbereiche sind auf jeden Fall dabei. Dazu kommen zwei Härteplätze für Erwachsene und einen für die Jugend. Die restlichen Plätze für das Verbandsranglistenturnier werden aus einem Pool, der nach Q-TTR-Wert sortiert ist, gefüllt. Die 3-6-Platzierten bei den Verbandsbereichen kommen in diesen Pool. Anfang der kommenden Woche stehen die Teilnehmerlisten für das Verbandsranglistenturnier fest und werden veröffentlicht.

Im Süden waren die Herren-Konkurrenzen mit 30 Teilnehmern (Südwest) und 27 Teilnehmern (Südost) fast voll, zum Norden ergab sich eine größere Diskrepanz (9 im Nordwesten, 17 im Nordosten), bei den Damen nahmen insgesamt in ganz Bayern nur 21 Aktive teil. Das ist schon ernüchternd, oder?
Peter:
Bei den Herren waren die Teilnehmerzahlen gar nicht so schlecht. Bei den Damen konnte man schon die Befürchtung haben, dass es nicht angenommen wird. Was aber einfach schade ist, ist, dass auch von den größeren Damen-Hochburgen zum Beispiel in Regensburg, Schwabhausen, Landshut, Langweid, Kolbermoor oder Ettmannsdorf keine Spielerinnen teilnahmen.

Wie ist die Resonanz bei den jüngeren Erwachsenen?
Peter:
Mein Eindruck ist, dass die jungen Spieler/innen, wenn sie aus dem Jugendalter kommen, die Erwachsenenturniere gar nicht auf dem Radar haben, aber auch leider wenig Eigenverantwortung zeigen. Vor allem bei früheren Kaderspielern kann man das feststellen. Sie mussten sich früher nie groß drum kümmern, wo sie spielen. Jetzt, wo sie aus dem Kader draußen sind, spielen sie zum Teil gar keine Turniere mehr oder sind gar nicht informiert, was es da gibt. Den Spaß am Tischtennis können ja nicht alle von heute auf morgen verloren haben. Ich habe auch schon mit den Verbandstrainern gesprochen, dass da noch stärker drauf hingewirkt wird, dass die Kaderspielerinnen und -spieler bei solchen Turnieren dabei sind. Bei Nationalspielern kann ich es verstehen, weil die sehr, sehr viele Termine haben, aber bei allen anderen verstehe ich es nicht.

Inwieweit spielt bei den Teilnehmerzahlen auch der neue Modus eine Rolle?
Peter:
Natürlich muss das neue System auch erst richtig durchdringen. Wir haben schon Feedback bekommen und werden das im Vorstand Sport aufgreifen. Zum Schweizer System gab es die eine oder andere Rückmeldung. Grob lässt sich sagen, dass dieses System den Spielern im mittleren und unteren TTR-Bereich eher zusagt – was ja auch die Resonanz beim Bavarian TT-Race zeigt – als den Spielern, die 1800, 1900 Punkte aufwärts haben. Die empfanden das System nicht unbedingt als fair. Allen wird man es aber nicht recht machen können.

Sind Neuerungen im kommenden Jahr geplant?
Peter:
Wir wollen insgesamt noch transparenter werden und überlegen, unter anderem die Teilnehmer-Listen schon früher zu veröffentlichen.

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