Beim zweiten MischMiTT-Event am Wochenende in Nürnberg stand unter anderem das Thema „Demokratie im Verein – Gemeinsam für Vielfalt“ auf der Agenda. Und mit Julian Hörndlein, ehemaliger Sprecher des BTTV-Juniorteams und ausgebildeter Demokratietrainer, hätte es wohl keinen passenderen Referenten geben können.
„Ziel war es, die Teilnehmenden für die Gefahren von Extremismus und Diskriminierung zu sensibilisieren, das Verständnis für die Inklusion und Partizipation im Verein zu stärken, kritisches Denken zu fördern und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Vereinsarbeit abzuleiten“, erklärt Hörndlein.
In einer ersten Abfrage zeigte sich, dass der Verein als Organisation bei den jungen Erwachsenen grundsätzlich sehr positiv besetzt ist. Attribute wie Bewegung, Gemeinschaft, Zusammenhalt und weitere verbindende Elemente arbeiteten die Teilnehmenden heraus.
Und doch zeigte sich, dass der Verein auch ein Ort sein kann, wo durchaus Begriffe wie Diskriminierung und Extremismus eine Rolle spielen können. In einer Übung mussten sich die Teilnehmenden positionieren, ob sie einer getätigten Aussage vollkommen zustimmen oder gänzlich nicht oder ob man unentschieden ist. Dementsprechend musste man über eine Linie treten, zurückgehen oder stehenbleiben und am Ende den eigenen Gedanken erklären. Ein Satz lautete zum Beispiel: „Es ist nur ein Witz, wenn jemand Witze über andere Kulturen macht."
In einer anschließenden Gruppenarbeit beschäftigten sich die Teilnehmenden mit fiktiven Fallbeispielen aus dem Verein, etwa mit im Chat geteilten Memes, bei denen bestimmte Gruppen lächerlich gemacht werden; oder eine Überforderung von Trainern/Aktiven, wenn es um die Integration einer Person mit Behinderung geht; oder auch das Beispiel der Vereinsjugend, die nicht wirklich in Entscheidungen des Vorstands einbezogen wird. Die gebildeten Gruppen diskutierten über die Beispiele und erarbeiten Lösungen für eine jeweilige Vorgehensweise.
Am Ende des Seminars durften die Teilnehmenden auf einen Zettel schreiben, welchen Punkt sie aus dem Seminar mit in ihren Verein nehmen und welche Rolle sie selbst dabei spielen möchten. „Das ist der Sinn und Zweck des Demokratietrainings, dass die jungen Erwachsenen als Multiplikatoren die Botschaften und Themen mit in ihren Verein tragen“, sagte Hörndlein, der ein positives Fazit zog und die Gruppe fürs engagierte Mitmachen lobte.













