Gerade mal 550 Einwohner zählt das Örtchen Rettersheim im Main-Spessart-Kreis. Und Tischtennis ist dort das ganz große Ding. Der TTC ist ein reiner Tischtennis-Verein - mit eigener, selbst gebauter Halle plus Gastronomie in Eigenregie nebenan. Das allein wäre schon eine Geschichte wert. Doch in Rettersheim verwalten sie den Laden nicht bloß, sondern bewegen richtig was. Und das wird gesehen: Der Verein ist unlängst - zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre - mit dem Breitensportpreis des DTTB ausgezeichnet worden. Ziel der Auszeichnung ist es, besonderes Engagement im Vereins-Breitensport sichtbar zu machen und bundesweit zu würdigen. Der Preis ist mit einem 500-Euro-Gutschein einer Tischtennis-Firma verbunden.
Für die Rettersheimer ist der Preis eine schöne Auszeichnung und Bestätigung der Arbeit. Der Verein schafft es seit Jahrzehnten, ganz unterschiedliche Zielgruppen für Tischtennis zu begeistern und verschiedene Altersgruppen einzubinden. Dazu nutzt der TTC bekannte Aktionen wie die mini-Meisterschaften oder das TT-Sportabzeichen und bleibt darüber hinaus kreativ. So fand ein Familien-Generationen-Turnier einen tollen Anklang.
PingPongParkinson-Gruppe hat Aufnahmestopp
Seit einiger Zeit hat sich Rettersheim als PingPongParkinson-Stützpunkt einen Namen gemacht. Mittlerweile 18 Teilnehmer, von denen 12 an Parkinson erkrankt sind, trainieren einmal pro Woche - angeleitet von Elmar Schulz. Der C-Trainer ist seit 35 Jahren im Vorstand, sportlicher Leiter und gute Seele. Für das PPP-Training lässt er sich neben Tischtennis stets zusätzliche Spiele einfallen. So mancher Teilnehmer hat eine gehörige Strecke zurückzulegen, um am Training teilzunehmen. Die Resonanz ist positiv, zumal es im Nachgang des Trainings noch einen "Runden Tisch" gibt. "Das hat ein Teilnehmer vorgeschlagen und es wird super angenommen. Das macht riesig Spaß und ist eine tolle Clique", erzählt Schulz. Bei der Zusammenkunft tauschen sich die Parkinson-Erkrankten bei einem Kaltgetränk aus, geben sich Tipps, hören einander zu. "Gerade das ist für viele so wichtig", weiß Schulz, der in Zukunft selbst noch eine Trainer-Fortbildung speziell für diese Zielgruppe absolvieren möchte.
Die Einführung der PPP-Gruppe war für Rettersheim ein Wagnis. "Wir wussten nicht, ob das überhaupt bei uns angenommen wird", sagt Vorstand Peter Deubert. Der TTC fühlt sich bestätigt. Mittlerweile gibt es einen Aufnahmestopp, weil die Kapazitäten nicht ausreichen. "für uns sind die neuen Mitglieder natürlich auch eine wichtige Einnahmequelle", verhehlt Deubert nicht. Fast jeden Tag können die Halle und die Gastronomie nebenan genutzt werden, die Energiekosten sind entsprechend hoch. Das muss refinanziert werden.
Kosten hin, Kosten her: Beim TTC Rettersheim werden sie weiter engagiert bleiben, Elmar Schulz zieht sich Mitstreiter, Jugendleiter und Unterstützer für das Training, heran. Auch besondere Aktionen wird es sicher wieder geben. "Irgendwas fällt uns eigentlich immer ein", lächelt Schulz.











