Es sind Geschichten wie diese, die den Mannschaftssport so spannend und interessant machen: In der Bezirksklasse D, Gruppe 3, Ostallgäu lieferten sich die SG Eggenthal-Baisweil IV und der TSV Stötten am Auerberg III ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft, am Ende waren beide Vereine punkt- (26:6) und spielgleich (114:46); Eggenthal-Baisweil lag nach 16 Liga-Matches letztlich in der Satzdifferenz (+186 zu +182) um vier Sätze (!) vorne und sicherte sich den Titel.
"Das war unglaublich eng, bis zum letzten Spieltag", sagt Eggenthal-Baisweils Kapitän Walter Neth. Am vorletzten Spieltag war es zum Top-Duell der beiden Teams gekommen, es endete 5:5-unentschieden. Der Showdown stieg am letzten Spieltag. Stötten legte mit einem 9:1 beim SV Oberostendorf II vor, Eggenthal-Baisweil stand dann im Heimspiel eine Stunde später gegen Irsee II unter Zugzwang und ziemlichem Druck. Mindestens ein 9:1-Sieg musste her und möglichst wenig Sätze abgegeben werden. "Wir waren über click-TT im Bilde, wie wir spielen mussten und dass wir uns nicht viel erlauben können. So haben wir dann teilweise auch gespielt. Ein Zuschauer meinte zu mir: Walter, schön war es nicht, aber effektiv."
Tolle Stimmung bei entscheidendem Heimspiel und feucht-fröhliche Meisterfeier
An jenem Freitagabend organisierte der Verein ein großes Happening in der Sporthalle. Insgesamt drei Teams spielten parallel, auch die Damen-Mannschaft. "Das war eine super Stimmung, es waren jede Menge Zuschauer da", schwärmt Neth. Meisterschaften, die so knapp ausfallen, sind oft die schönsten. Entsprechend wurde auch gefeiert. Erst in der Halle und dann bis nachts um 3 Uhr beim Italiener. "Der Grappa und der Ramazotti waren am Ende leer", so Neth.
Er selbst, Spitzenspieler Hannes Bader (25:1-Bilanz), Christian Auerbacher und Andreas Dempfle haben übrigens eine Fußball-Vergangenheit. "Wir haben früher mal in der Jugend Tischtennis gespielt, dann bis vor zwei Jahren Fußball. Wir sind jetzt quasi die Fußball-Reha-Gruppe in der Tischtenns-Abteilung, knie- und hüftgeschädigt", lacht Neth. Zur Stammtruppe gehörte auch Moritz Jankowski.
Für den ganz knapp Zweitplatzieren TSV Stötten dürfte es ein Trost sein, dass die Mannschaft dennoch aufsteigen wird. Eine große Rivalität ob des knappen Meisterkampfes habe es indes nicht gegeben. "Wir wussten schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison, dass es auf einen Zweikampf rausläuft. Das Hinspiel endete auch schon 5:5. Man muss sagen, dass wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis haben und nach dem Spiel einen netten gemeinsamen Abend hatten. Da haben sich alle wirklich super verhalten und das macht es ja aus: Spielen und Spaß haben", betont Neth abschließend.









