Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) treibt gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden die Digitalisierung des Tischtennissports voran. Ziel ist es, den Spielbetrieb durch moderne, verlässliche und zukunftsfähige Lösungen zu unterstützen.
Im Zuge dieser Entwicklung hat der DTTB Mitte 2025 ein Auswahlverfahren für eine Software-Partnerschaft bei digitalen Zählgeräten durchgeführt, an dem sich insgesamt sieben Anbieter beteiligt haben. Die janova GmbH hat an diesem Verfahren teilgenommen, konnte sich jedoch im Wettbewerb aufgrund eines weniger wirtschaftlichen Angebots nicht durchsetzen. Die Entscheidung für eine Lösung erfolgte auf Grundlage klar definierter Kriterien und im Interesse eines einheitlichen und leistungsfähigen Spielbetriebs.
Zugang für weitere Anbieter möglich
Es besteht die Möglichkeit für weitere Anbieter von Zählgeräten, ihre Anwendungen an die bestehenden digitalen Strukturen anzubinden. Der DTTB hatte sich im Zuge des Digitalisierungsprojekts dazu entschlossen, hierfür entsprechende technische Schnittstellen zu schaffen. Bereits zu Beginn der Entwicklung der neuen technischen Schnittstellen, das heißt im September 2025, und auch danach hat der DTTB der janova GmbH die Nutzungsmöglichkeit der Schnittstellen für deren kommerzielle Zwecke des Einsatzes ihrer digitalen Zählgeräte und entsprechende Verhandlungen über die Vertragsbedingungen angeboten. Die janova GmbH hat nun Klage gegen den DTTB eingereicht mit dem Ziel, Zugang zu den Spielbetriebsdaten des organisierten Tischtennissports zu erhalten. Die Klageschrift hat der DTTB am 7. April erhalten und prüft sie zurzeit sorgfältig.
Vereinbarungen berücksichtigen Datenschutz und Investitionen in die Infrastruktur
Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens erfordert die Zugangsgewährung für digitale Zählgeräte klare und sachgerechte Rahmenbedingungen. Der DTTB muss bei Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Unternehmen seinen gemeinnützigen Auftrag berücksichtigen: den Tischtennissport zu fördern. Er berücksichtigt deshalb unter anderem die erheblichen Investitionen in die digitale Infrastruktur, die auch von den Verbänden und damit mittelbar von den Spielerinnen und Spielern getragen wurden und werden. Zudem müssen die Anbieter digitaler Zählgeräte die erforderlichen datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen.
Über die konkrete Ausgestaltung dieser Rahmenbedingungen befindet sich der DTTB seit mehreren Monaten im Austausch mit der janova GmbH. Zum Zeitpunkt der Klageeinreichung hatte die janova GmbH bereits Zugang zu einer seitens des DTTB zu Verfügung gestellten Testumgebung für ihr digitales Zählgerät.
Die kostenfreie Software Scorix ist schon im Einsatz
Für den Spielbetrieb der Verbände und Vereine gibt es bereits funktionierende digitale Lösungen. Wie der DTTB am 17. Februar mitgeteilt hat, steht die Software Scorix des Ausschreibungsgewinners Arteco GmbH allen Mitgliedsverbänden und Vereinen kostenlos zur Verfügung. Kosten entstehen den Vereinen nur für die Anschaffung der erforderlichen Hardware, für die es am Markt mehrere Optionen gibt, und den Internetzugang.
Scorix ermöglicht die digitale Erfassung von Spielen Punkt für Punkt als Live-Ticker mit direkter Anbindung an den digitalen Spielbericht über alle Spielklassen hinweg. Der DTTB hält Scorix für eine leistungsfähige und zugleich wirtschaftlich tragfähige Lösung für Tischtennis-Deutschland.
Mit Blick auf das laufende Verfahren bittet der DTTB um Verständnis, dass es zu weitergehenden rechtlichen Fragen derzeit keine detaillierte Stellungnahme geben wird. Ist es zu einer Klage gekommen, ist das Gericht der richtige Ort für die Klärung, nicht die öffentliche Debatte.
Archiv, 9. April 2026: DTTB nimmt Klage der janova GmbH zur Kenntnis









