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Personal/Hintergrund   TT-Zentrum München  

Kurioses Zweitliga-Debüt, Wechsel ins LZ München

Aufregende Premiere und neue Umgebung für Sebastian Hegenberger vom Oberligisten TV Hilpoltstein

Video: Der 16-Jährige spricht im Interview über seinen Wechsel nach München und sein Debüt in der 2. Liga

Man stellt sich folgendes vor: Ein Team der 2. Bundesliga fährt am Samstagmittag zum 500 Kilometer entfernten Auswärtsspiel, das für Sonntag (14 Uhr) angesetzt ist. Ein Spieler der Mannschaft erhält kurz vor Ankunft am Zielort einen Anruf: vorzeitige Wehen bei seiner hochschwangeren  Frau. Der Spieler kehrt wieder um und begibt sich umgehend in seine tschechische Heimat zu seiner Frau, die in der Nacht ein Mädchen zur Welt bringen wird. Doch wer spielt für den frischgebackenen Zweifach-Vater Ersatz in der Zweitliga-Partie?

Ein 16-jähriger, der normalerweise in der Oberliga im mittleren Paarkreuz (RR-Bilanz in der Mitte: 9:0) spielt, erhält am Samstagabend den Anruf, ob er kurzfristig in der ersten Mannschaft im 500 Kilometer entfernten Jülich aushelfen kann. Ein Flug von München nach Köln am Sonntag wird schnell in die Wege geleitet. Der Spieler reist am Sonntag nach München, steigt in den Flieger. Blöd nur: Das gesamte Gepäck bleibt - der Spieler ist frei von Schuld - in der bayerischen Landeshauptstadt. Kein Schläger, keine Schuhe, kein Trikot. Endlich am Ort des Geschehens angekommen, wird der Spieler vor seinem ersten Zweitliga-Einsatz auf die Schnelle "ausgestattet": Ersatzschläger und (zu große) Spiel-Klamotten von den Teamkollegen, (leicht zu große) Schuhe vom Sohn des Abteilungsleiters der Gegner. Das Match beginnt: Der Spieler gewinnt überraschend das Doppel - erster Sieg im ersten Zweitliga-Spiel; seine beiden Einzel gehen klar verloren. Am Ende kann das Team mit einem 5:5-unentschieden (überraschende vier Punkte im vorderen Paarkeuz) gut leben. Auf der Rückfahrt ist die Mannschaft noch in einen Unfall verwickelt. Totalschaden, Leih-Auto, Rückkehr am Montag um 5 Uhr in der Früh...

Die Geschichte, die wie konstruiert klingt, hat sich genauso ereignet. Protagonisten waren die Mannschaft des TV Hilpoltstein und der 16-jährige Sebastian Hegenberger, der in Jülich seine Zweitliga-Premiere feierte. Von diesem Debüt wird "Sebbo" seinen Enkeln noch erzählen können. Zum Spielbericht Jülich vs. Hilpoltstein auf myTischtennis.de

Hegenberger kommt im Herbst ins Leistungszentrum nach München

Für Sebastian Hegenberger, Jahrgang 2002 und D1-Kader-Athlet des BTTV, beginnt derweil im September ein neuer Lebensabschnitt. Der 16-Jährige wird nach München umziehen und im Leistungszentrum unter anderem mit Nachwuchs-Nationalspieler Daniel Rinderer (FC Bayern München) trainieren. Hegenberger wird die FOS in Unterschleißheim besuchen, die zum kommenden Schuljahr das Prädikat "Partnerschule des Leistungssports" erhält. Der Rechtshänder geht dann in die Leistungssport-Klasse, welche während der Schulzeit zweimal vormittags ein Training ermöglicht. "Ich stand vor der Entscheidung, ob ich das Trainingspensum wegen der Schul-Belastung zurückfahre oder noch mal etwas probiere. Dann habe ich beschlossen, nach München in die Sportklasse zu gehen", berichtet Hegenberger, der auch in der kommenden Saison das Hilpoltsteiner Trikot tragen wird. Wie Daniel Rinderer (seit September 2016 in München) bezieht Hegenberger ein Zimmer im "Haus der Athleten" und wird dann mit den weiteren Mitgliedern des LZ München täglich ein- bis zweimal unter den Verbandstrainern Krisztina Toth und Manuel Hoffmann trainieren.

Nach dem beendeten Oster-Lehrgang am Freitag in Oberhaching reist Hegenberger mit dem BTTV-Jugendteam um Rinderer, Felix Wetzel und Nico Longhino zum Deutschland-Pokal nach Saarbrücken.

Sebastian Hegenberger beim Oster-Kaderlehrgang in Oberhaching

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Reportage des Bayern-Magazins "51" über die Kader-Athleten Rinderer, Wetzel und Longhino / Zwischen Schule und Leistungssport