91 AthletInnen sowie 10 Unified PartnerInnen waren beim Tischtennisturnier im Rahmen der Special Olympics Sommerspiele in Erlangen am den Start gegangen. Unterstützt wurde Stefan Meßlinger (Koordinator Tischtennis SOBY) und sein Orgateam von Special Olympics Bayern von den Tischtennis-Abteilungen SpVgg Erlangen und SG Siemens Erlangen. Die Abteilungsleiter Bernd Sachs (SpVgg) und Matthias Munzert (Siemens) waren schon während der Vorbereitung der Veranstaltung mit einbezogen und sorgten zusammen mit zahlreichen weiteren Vereinsmitgliedern, die vor allem als Tischschiedsrichter eingesetzt waren, für einen professionellen Turnierverlauf. Den AthletInnen konnten an 16 Wettkampftischen hervorragende Bedingungen geboten werden.
Herzschlagfinale bei den Herren Ü40, Hartig dominiert bei U40
Bei seinem ersten Special Olympics Turnier gewann Florian Hartig (Sparta Noris Nürnberg), der seit zehn Jahren das Paratischtennis in der Klasse 11 (Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung) in Deutschland dominiert, die Goldmedaille in der ersten Wettkampfgruppe bei den Herren U40. Bei den Herren Ü40 war die Favoritenrolle nicht so klar verteilt. Ins Finale um die Goldmedaille in der LK 1 schafften es die beiden Vereinsspieler Günther Ritschel (TV Dietenhofen) und Jürgen Wittwar (TSV Obernzenn). Beide leben in Wohngruppen von Diakoneo Wohnen Bruckberg bzw. Obernzenn. Der Spielverlauf hätte in einem Drehbuch vorher nicht spannender ausgedacht werden können. Nach fast aussichtslosem 0:2 Satzrückstand und 6:10 im Dritten, konnte Ritschel, das bis bereits hochklassige Spiel, noch wenden und mit 15:13 gewinnen. Wittwar leistete zwar in den Sätzen vier und fünf noch heftigen Widerstand, die Zuschauer wurden weiter mit umkämpften Ballwechseln begeistert, aber Ritschel war jetzt der dominantere Spieler und gewann schließlich die Goldmedaille.
Bei den Damen setzte sich in der LK 1 Sandra Heselberger (Regensburger Werkstätten der Lebenshilfe e.V.) gegen die Turnierfavoritin Anne Weiglein von den Mainfränkischen WS Würzburg knapp mit 3:2 durch.
Die 20 Doppelpaarungen ermittelten ihre Sieger an zwei Wettkampftagen. Am ersten Tag stand wie im Einzel die Klassifizierung über sechs Runden auf dem Programm. Das Besondere der Doppelkonkurrenz war, dass alle möglichen Doppelzusammenstellungen gegeneinander antraten: Mixed, Herren, Damen und Unified Paarungen. Im Unified Doppel bilden ein/e AthletIn und ein/e PartnerIn (ohne geistige Beeinträchtigung) ein Doppel. Nach Klassifizierungsrangliste wurden fünf 4er Gruppen gebildet, die am nächsten Tag im "Jeder-gegen-Jeden"-Modus die Medaillengewinner ermittelten.
In der inklusiven Trainingsgruppe beim TV Dietenhofen war es möglich, dass durch das gemeinsame Training zur Vorbereitung auf die Spiele, Athleten und Partner von verschiedenen Vereinen zu vier hochkarätigen Unified Doppeln formiert werden konnten. So fanden in der Trainingsgruppe Florian Hartig (Para TT Weltrangliste Nr. 23, WK11) und Peter Hochreuther (Vereinsspieler beim FC Sachsen) zusammen und wurden ihrer Favoritenrolle mit dem Gewinn der Goldmedaille in der LK 1 auch gerecht. Die routinierten Bronzemedaillengewinner der Special Olympics Weltspiele von Berlin, Strössner (SV 1970 Schalkhausen)/ Ritschel (TV Dietenhofen), freuten sich dennoch über die Silbermedaille. In der LK1 ist auch die Bronzemedaille des einzigen reinen Athletendoppels Wittwar/Miroskin (TG Würzburg Heidingsfeld 1861) besonders hervorzuheben.
BTTV-Vorstandsvorsitzender Dr. Carsten Matthias und Karsten Fischkal, Bürgermeister der Gemeinde Adelsdorf, waren als Ehrengäste aufmerksame Beobachter und übernahmen die Gratulationen bei den Siegerehrung. Matthias zeigte sich beeindruckt von der Professionalität der Turnierorganisation, vom großen Engagement der Erlanger Abteilungen und vor allem von der Begeisterung der Athleten und der familiären Atmosphäre des Turniers. Er bestätigte die Bereitschaft des BTTV, die bereits bestehende Kooperation zwischen SOBY und dem Verband weiter zu vertiefen und mit Leben zu füllen.













