Endlich tut sich was in der 1. Damen-Bundesliga. Die Liga - Sollstärke acht Mannschaften - spielt aktuell nur mit sieben Teams. Zur Saison 2026/2027 werden es zumindest wieder acht sein. Der TuS Fürstenfeldbruck, aktuell Dritter in der 2. Bundesliga, hat zum Stichtag 15. März beim DTTB für die 1. Bundesliga gemeldet. Problem ist nur: Der Überraschungs-Tabellenführer MTV Engelbostel-Schulenburg hat beim Dachverband ebenfalls seine Ambitionen deutlich gemacht und würde offenbar, bei sportlicher Qualifikation, sein Aufstiegsrecht wahrnehmen. Engelbostel-Schulenburg (26:6 Punkte), das vor der Saison erst in die 2. Liga aufgestiegen war, hat aktuell einen Minuspunkt weniger als die punktgleichen, bayerischen Mannschaften Langweid und Fürstenfeldbruck (beide 21:7) auf dem Konto. Der TTC Langweid wiederum hatte zwischenzeitlich mal mit dem Oberhaus geliebäugelt, dann aber die Pläne verworfen.
In Fürstenfeldbruck indes stehen die Zeichen ganz klar auf 1. Bundesliga. Der Gründer des langjährigen TuS-Sponsors Laser Components, Günther Paul, habe sich zu seinem 80. Geburtstag gewünscht, mit dem Verein noch mal in die 1. Liga zu gehen, erzählt Teammanagerin Sandra Peter. Ob es in der Saison 2026/2027 schon der Fall sein wird, ist allerdings fraglich. "Die Liga ist sehr viel stärker, vor allem auch die Aufsteiger. Wir haben in der Vorrunde leider einige Punkte liegenlassen", so Peter.
Vor allem die 4:6-Hinspielniederlage im direkten Duell gegen Engelbostel schmerzte, als Iryna Motsyk eine 2:0- und 9:6-Führung aus der Hand gab. Engelbostel müsste in seinen verbleibenden zwei Partien noch Federn lassen, damit Fürstenfeldbruck vorbeiziehen und aufsteigen kann. "Wir haben es leider nicht in der eigenen Hand. Bei Engelbostel war zunächst die Vermutung, dass sie nicht hochgehen wollen, das hat sich jetzt offenbar geändert", sagt Peter und ergänzt: "Wenn wir es in diesem Jahr nicht schaffen, werden wir im kommenden Jahr angreifen."
Schreiner und Mantz kehren nach Bayern zurück
Denn personell hat der zweigleisig planende TuS bereits Nägeln mit Köpfen gemacht. Mit der gebürtigen Unterfränkin Franzi Schreiner und der langjährigen Kolbermoorerin Chantal Mantz wechseln zwei Spielerinnen mit bayerischen Wurzeln vom hessischen Langstadt (zieht aus der Bundesliga zurück) nach Fürstenfeldbruck. "Franzis Papa und Bruder haben ja hier schon gespielt. Und Chanti, die mittlerweile in Belgien lebt und auch als Trainerin dort arbeitet, freut sich, bei den Spielen wieder näher an ihrer Familie in Kolbermoor zu sein. Wir freuen uns, dass wir zwei ehemalige bayerische Kaderspielerinnen holen konnten. Das entspricht auch unserer Philosophie", berichtet Peter. Schreiner und Mantz haben auch für die 2. Bundesliga zugesagt, wenngleich sich Peter vor allem für die 24-jährige Schreiner die 1. Liga wünschen würde. Ansonsten bleibt das Gros des Teams erhalten, lediglich Olena Nalisnikovska verlässt den Club in Richtung Rastatt.
Nachdem der Rückzug von Langstadt aus der Bundesliga bekannt war, streckte Fürstenfeldbruck die Fühler nach Schreiner und Mantz aus. Die Bundesliga-Lizenz übernimmt der hessische Verein TG Langenselbold - für Sandra Peter schwingt da etwas Unmut mit. "Jahrelang wollte niemand aus der 2. Liga hoch, in diesem Jahr wären es gleich zwei Mannschaften gewesen. Doch mit der Lizenzübernahme von Langenselbold sind es sieben Teams und damit nur ein Platz frei. Dass man so einfach eine Spielklasse übernehmen kann, halte ich für schwierig."
Sollte es in diesem Jahr nicht klappen mit dem Aufstieg, dann werden die Brucker mit neuen Kräften einen weiteren Versuch in der Saison 2026/2027 starten. Für den TuS wäre es das erste Mal Beletage in der Vereinshistorie.









