80 Jahre BTTV, Jubiläen, Standortbestimmung und Ausblick nach der Umstellung auf einen hauptamtlichen Vorstand: Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum außerordentlichen Verbandstag 2025 hat der neue Vorstandsvorsitzende, Dr. Carsten Matthias, grundsätzlich über die aktuellen Themen referiert (es gilt das gesprochene Wort):
Sehr geehrte Ehrengäste, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,
alle Organisationen beschäftigen sich mit ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft (oder sie sollten es zumindest tun). Dies gilt auch für Sportvereine und Sportverbände und selbstverständlich auch für den BTTV. In der Gegenwart gilt es, unsere eigenen Ziele unter den vorhandenen äußeren Umständen bestmöglich umzusetzen – man könnte auch von der „Optimierung des Tagesgeschäfts“ sprechen. Eine weit größere Herausforderung für Sportorganisationen ist es, die optimale Aufstellung für die Zukunft zu finden, sich also zielorientiert weiterzuentwickeln. So ist dieser Verbandstag 2025 zum großen Teil geprägt von den Veränderungen in der Verbandsführung. Und zusätzlich zur Suche nach dem zukünftigen Weg ist es gute „Tradition“ von Vereinen und Verbänden, auf gewisse Zeiträume in der Vergangenheit zurückzublicken und entsprechende Jubiläen zu feiern.
Direkt vorher wurden einige Fachwarte für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Sie haben sich jahrelang und dankenswerterweise in den Dienst des Bayerischen Tischtennis-Verbands gestellt, und sie sorgen mit Ihrer wertvollen Tätigkeit für das Gelingen unseres Verbandswesens und unseres Sportbetriebs. Eine Anerkennung dieses Engagements sollte eigentlich permanent erfolgen, aber eine entsprechende Auszeichnung folgt dem Rhythmus unserer Ehrenordnung. Auch von meiner Seite aus, nochmals herzlichen Glückwunsch allen Geehrten und Dank an alle Fachwarte!
Es gibt aber darüber hinaus im Jahr 2025 ein paar jubiläumswürdige Ereignisse.
Dabei geht es um Personen bzw. Institutionen, die kein Amt im BTTV bekleiden und die in keiner Anschriftenliste auftauchen, die sich jeweils trotzdem in unschätzbarer Weise zum Wohle unseres Verbands einbringen.
Zuerst darf ich eine Person nennen, die uns seit Jahren mit professionellen Fotos versorgt, ohne dass dabei entsprechend „marktübliche“ Preise aufgerufen werden. Zusätzlich zu den vielen Einsätzen bei weiterführenden Veranstaltungen konnte Erik Thomas beim letzten Finale des BTTV Bavarian TT-Race sein 10-jähriges Jubiläum als Fotograf bei Race-Finals feiern, was für den BTTV bedeutet: 10 Jahre beste Fotoberichterstattung vom Jahreshöhepunkt unserer Turnierserie. Wir haben Erik Thomas unter dem Vorwand zu diesem Verbandstag eingeladen (gelockt), auch diese Jahrestagung für uns zu fotografieren (was er natürlich übernommen hat und dadurch für uns exzellente Fotos sicherstellt). Aber das Präsidium des BTTV möchte die Gelegenheit vor allem nutzen, um Erik Thomas für seine außergewöhnlichen Verdienste den Ehrenschild in Bronze zu verleihen.
Ohne Material läuft in unserer Sportart gar nichts. Deshalb sind wir dankbar, dass wir das nötige Equipment zuverlässig von unserem offiziellen Ausrüster erhalten, der seit über 20 Jahren TIBHAR heißt. Eigentlich hätten wir das runde, das 20jährige Jubiläum dieser Partnerschaft letztes Jahr begehen müssen, aber es fehlte der „passende Anlass“, nämlich der runde Geburtstag unseres Verbands. Und so holen wir dieses Jahr die Würdigung der jahrelangen Partnerschaft mit TIBHAR, der Tibor Harangozo GmbH, vertreten durch den unseren „Key-Account-Betreuer“ Achim Krämer mit der Überreichung einer besonderen Urkunde nach.
Im Jahr 2000 anlässlich der Bayerischen Meisterschaften in Ottobrunn begann etwas, was sich im Laufe der letzten 25 Jahre zu einer außergewöhnlichen Partnerschaft entwickelt hat. Es geht dabei nicht nur um die Fähigkeit der Geschäftsstelle zu drucken und zu kommunizieren. Bis heute hat sich eine vielschichtige Geschäftsbeziehung zuletzt mit der Einführung des Tools für digitale Abrechnungen entwickelt, die begleitet wurde von einer beispiellosen Unterstützung unter anderem bei der Preisgestellung für das Finale unserer Turnierserie. Sie wissen alle, um wen es sich handelt: die Fischer Business Technology GmbH. Ich freue mich ganz besonders, dass zum Anlass der 25jährigen Kooperation das Mitglied der Geschäftsführung, Robert Kerbler, zusammen mit seiner Familie hier nach Bad Windsheim gekommen ist. Auch dieses Jubiläum wollen wir mit einer besonderen Urkunde würdigen.
Liebe Unterstützer, liebe Sponsoren, der Bayerische Tischtennis-Verband hofft auf Euer fortdauerndes Engagement, und der Verband verspricht wie bisher ein verlässlicher Partner zu sein. Nochmals herzlichen Dank an alle, die sich für das Wohl des BTTV einsetzen.
Ja, und wenn wir schon bei Jubiläen sind …
Der BTTV selbst feiert einen runden Geburtstag: 80 Jahre alt ist er dieses Jahr geworden, unser Bayerischer Tischtennis-Verband. Auch ihm eine herzliche Gratulation, und den bisherigen Gratulanten dieser Eröffnungsveranstaltung ein herzliches Dankeschön für ihre Glückwünsche! Der runde BTTV-Geburtstag darf bei diesem Verbandstag auf keinen Fall unter den Tisch fallen. Trotzdem ist die Sichtbarkeit der Geburtstagsfeier reduziert. Natürlich hätten wir die Planungen für die 75-Jahr-Feier wieder herauskramen und modifizieren können, natürlich hätten wir eine neue „Jubiläums-Task-Force“ einsetzen können, aber es gab heuer andere Prioritäten sowie finanzielle und logistische Gründe, weshalb die Verbandsführung sich im Jahr 2025 in Bad Windsheim dazu entschieden hat, keine „große Party“ zu veranstalten.
Ich bin aber ganz sicher, spätestens beim 100jährigen wird es der Verband richtig krachen lassen.
Vor 80 Jahren, direkt nach dem 2. Weltkrieg, wurde unser Verband gegründet. Leider ist es uns verwehrt geblieben, das 75jährige Jubiläum im Jahr 2020 entsprechend zu feiern. Corona kam dazwischen. Nun ist der BTTV schon 80 Jahre alt – und für sein Alter und die derzeitigen Rahmenbedingungen steht er meiner Meinung nach bemerkenswert gut da.
Hoffentlich erwartet niemand einen dezidierten Bericht über die gesamte Zeit des Bestehens des Verbands. 80 Jahre mit allen Veranstaltungen, Entwicklungen und Personen können nicht einfach in einer Rede zusammengefasst werden! Außerdem beinhaltet dieser Vortrag auf der Grundlage der historischen Entwicklung auch eine Standortbestimmung und einen Ausblick.
Deshalb rückblickend in Kürze: Für die genannte positive Entwicklung in acht Dekaden waren etliche Ehrenamtliche verantwortlich. Die maßgeblichen Führungspersönlichkeiten möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht namentlich aufzählen, vor allem, um nicht wichtige Entscheidungsträger zu vergessen. Alle Interessierten finden die prägenden Persönlichkeiten des Bayerischen Tischtennis-Verbands unter anderem in der Übersicht über die Gedächtnispreise. Einerseits als Namensgeber der Preise und andererseits als Träger der verschiedenen Gedächtnispreise, die alle auf unserer Homepage veröffentlicht sind.
Und für die allgemeine Rückschau in die Anfangsjahre kann deshalb auch nur ein Blick in die Chronik dienen, um nur annähernd einen Eindruck vom Geschehen der frühen BTTV-Jahre zu erhalten. Für die letzten Jahrzehnte haben wir allerdings noch etliche Zeitzeugen unter uns, die die entsprechenden Entwicklungen im BTTV miterlebt haben.
Soweit es mich betrifft, reicht der Rückblick bis ins letzte Jahrtausend, fast 30 Jahre. Der Verband hat in diesen drei Jahrzehnten alle bestehenden Herausforderungen bewältigt. Er hat finanzielle Schwierigkeiten, pandemiebedingte Ausfälle, kleinere interne Krisen und strukturelle Veränderungen erfolgreich gemeistert. Er hat sich technischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sportpolitischen Anforderungen frühzeitig gestellt, und er ist die Themen aktiv angegangen. Dies belegen u.a. seine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung, die Rolle als Gesellschafter bei der myTischtennis GmbH – übrigens einer unglaublichen Erfolgsgeschichte –, die Einführung eines Qualitätsmanagements für die Geschäftsstelle und zuletzt die Implementierung des Safe Sport Code des DOSB in unsere Satzung beim heutigen Verbandstag.
Vor einem Jahr, hat er seine wohl wegweisendste Strukturänderung beschlossen: Die Umstellung auf einen hauptamtlichen Vorstand.
Und so spreche ich heute zu Ihnen und Euch als Vorstandsvorsitzender des BTTV, nachdem das neu gewählte Präsidium als Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung die Bestellung vorgenommen und die entsprechenden Verträge unterzeichnet hat: Mit mir, aber auch mit dem Vorstand Sport Nils Rack und dem Vorstand Finanzen Martin Brugger.
Vielen Dank für das Vertrauen in uns!
Sollen wir unter dem Aspekt einer hauptamtlichen Verantwortlichkeit mal die Historie bemühen und 80 Jahre zurückblicken? Das wäre mit Sicherheit unangemessen! Aber ein Zeitsprung zurück, sagen wir bis vor 20 Jahren, ist, denke ich legitim. Ich persönlich kann wie viele von Euch auf die Zeit um die Jahrtausendwende zurückblicken. Das Thema „Hauptamtlicher Vorstand“ war damals undenkbar, im Sinne von „es kam niemandem überhaupt der Gedanke“. Und selbst vor 10 Jahren war meiner Meinung nach kein besonderes Bedürfnis im Verband vorhanden, die jetzige Struktur mit bezahlter Verantwortlichkeit einzuführen.
Jetzt ist er also da, der hauptamtliche Vorstand, 80 Jahre nach Gründung des BTTV.
Ist die Einführung ein sogenannter „großer Wurf“? Das kann, meine ich, nur die Zukunft zeigen, denn momentan sind – mangels vergleichbarer Landesfachverbände mit hauptamtlicher Führung – keine Benchmarks vorhanden.
Ist die Einführung eine Zäsur oder ein Paradigmenwechsel? Dazu stelle ich voller Überzeugung fest: Auf keinen Fall! Denn in der jüngeren Vergangenheit hat das Präsidium dem Hauptamt bereits immer mehr Aufgaben und Verantwortungen übertragen. Und auch die Bezirke mit ihren Delegierten haben diese Entwicklung durch sukzessive Anpassung der Satzung mitgetragen. Erinnern wir uns:
- Die Verantwortung für EDV, IT und Marketing wurde schon vor langer Zeit ins Hauptamt verlagert.
- Die fachliche Zuständigkeit für das hauptamtliche Personal wurde dem Geschäftsführer übertragen.
- Das Lehrwesen wurde professionalisiert und in die Tochtergesellschaft „Bayerische Tischtennis-Akademie gGmbH“ ausgelagert.
- Die Verbandstrainer verantworten seit einiger Zeit den Leistungssport mit Kaderzusammenstellung und Nominierungen selbständig.
- Die Öffentlichkeitsarbeit wurde in ausschließlich hauptamtliche Hände gelegt; damals unter der Führung von Florian Leidheiser als erstem hauptverantwortlichen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit.
Alle Beispiele zeigen, dass der BTTV sich eigentlich schon vor einiger Zeit „auf diesen Weg“ gemacht und mit den Beschlüssen der außerordentlichen Verbandstage 2024 und 2025 die Entwicklung quasi vollendet hat.
Deshalb bedanke ich mich heute und hier ganz herzlich bei allen jetzigen und früheren Kolleginnen und Kollegen im Hauptamt – bei Nicole Käser und Petra Scherer sowie auch bei den heute und hier nicht anwesenden oder nicht bzw. erst später namentlich genannten Mitarbeiter*innen – die mit ihrer loyalen, zuverlässigen und erfolgreichen Tätigkeit die Grundlage für eine solche Entwicklung gelegt haben. Danke für Eure Arbeit für unseren Verband!
Und wo er jetzt da ist, der hauptamtliche Vorstand, fragen sich natürlich viele: Was wird er denn so machen, der Vorstand, 80 Jahre nach Gründung des BTTV?
Beleuchten wir zunächst den Zeitraum der nächsten drei bis vier Jahre, denn mein Dienstvertrag läuft danach aus. Anschließend werde ich nur ein paar Ideen des Vorstands skizzieren, denn die strategische Ausrichtung des BTTV und damit die finalen inhaltlichen Schwerpunkte für die kommenden Monate und Jahre obliegt satzungsgemäß dem Präsidium und dem Vorstand gemeinsam.
Im ersten Jahr sollte die beschlossene Strukturänderung vollendet werden. Auch wenn die neu bestellten Vorstandsmitglieder im Vorfeld schon etliche Vorbereitungen getroffen haben, …
- wir haben bereits einen Vorschlag für die Geschäftsordnung des Vorstands erarbeitet, der jetzt dem Präsidium zur Ratifizierung vorliegt,
- wir haben die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements vorbereitet, welches baldmöglichst in aktualisierten Funktionsbeschreibungen aller Mitarbeiter münden soll,
- wir haben mit vielen Bezirksvorständen Sitzungen abgehalten um deren Erwartungen zu hinterfragen und mögliche Akzente für die zukünftige Arbeit zu ermitteln,
..., aber auch mit diesen Vorbereitungen wird es noch eine Zeit benötigen, bis alles vollständig auf die neuen Gegebenheiten abgestellt ist.
Im zweiten Jahr – nach dem ordentlichen Verbandstag 2026 – wird der Vorstand zusammen mit dem dann für vier Jahre gewählten Präsidium den „Feinschliff“ vornehmen: Interne Strukturen und Abläufe auf die dann bestehenden Verhältnisse anpassen und optimieren, und die vereinbarten Themen priorisieren, vertiefen und sukzessive abarbeiten.
Und ab dem dritten Jahr wird es bereits darum gehen, die Struktur zukunftssicher zu machen, d.h. nachhaltig zu gestalten, u.a. mit der perspektivischen Nachfolgeregelung für den Vorstandsvorsitzenden selbst.
Vor der Vorstellung von inhaltlichen Schwerpunkten muss ein Thema beleuchtet werden, das für uns alle im BTTV eine übergeordnete Richtschnur besitzt: Die Finanzen!
Der Vorstand hat von den bisher für die Finanzen verantwortlichen Personen, ein wie man so sagt „gut bestelltes Haus“ übergeben bekommen. Die Finanzlage des BTTV ist gemessen an den bestehenden Rahmenbedingungen hervorragend, weshalb ich dem bisherigen Vizepräsidenten Finanzen Wolfgang Popp und allen Mitwirkenden im ehemaligen Vorstand Finanzen u.a. unserem Steuerberater Werner Kuper, herzlich danken möchte.
Der Haushalt war die letzten Jahre immer konservativ aufgestellt. Dies wird auch unter diesem Vorstand so bleiben! Martin Brugger hat sich bereits in der Vergangenheit energisch für Sparsamkeit und Effizienz eingesetzt. Ich bin mir sicher, dass dies in Zukunft so bleiben wird und er ein wachsames Auge auf die BTTV-Finanzen beibehält. Seine konkreten Ausführungen zum Haushalt 2025, denen ich überhaupt nicht vorgreifen möchte, wird Martin Brugger im morgigen zweiten Teil des Verbandstags präsentieren.
Und abschließend zu den Finanzen: Der Vorstand macht sich die Aussage von Konrad Grillmeyer zu Eigen, der als Präsident in seiner letztjährigen Grundsatzrede geäußert hat: „Alle Vorhaben und Projekte stehen immer unter dem Vorbehalt des Machbaren.“ Auch mit diesem Vorstand wird es keine finanziellen Experimente geben, zumal das Präsidium als Aufsichtsgremium dann immer noch ein entscheidendes Wörtchen mitzureden hat, wenn es wirklich um Beträge geht!
Drei inhaltliche Schwerpunkte des Vorstands werden unter weiteren sein, ohne eine Gewichtung, ohne eine Priorisierung:
- Mitgliederentwicklung
Schon vor „Corona“ hatte der Tischtennissport in Deutschland und der BTTV in Bayern einen Mitgliederrückgang zu verzeichnen. Die Zahlen sowohl betreffend die Vereine, die Spielberechtigungen als auch die Mannschaften waren rückläufig. Nach „Corona“ ist teilweise eine Aufbruchsstimmung entstanden. Aktive Vereine mit attraktiven Angeboten verzeichnen einen Zulauf an TT-spielenden Mitgliedern, der mangels Kapazität manchmal sogar zu einem Aufnahmestopp geführt hat. Andere Vereine haben einen solchen Neustart leider noch nicht vollzogen.
In Bezug auf die Mitgliederentwicklung wollen und müssen wir weiter am Ball bleiben. Wir wollen das Thema strategisch angehen, Kampagnen erarbeiten und alle im BTTV dazu motivieren, auf diesem Gebiet aktiv zu werden, damit Tischtennis weiterhin flächendeckend in Bayern präsent ist und das in möglichst zunehmendem Maße.
Dabei setzt der Vorstand zu großen Teilen auf die Unterstützung durch die Bayerische Tischtennis-Akademie, BTTA. Unter der Geschäftsführung von Michael Hagmüller und mit Lisa Saur als Referentin für den Vereinsservice ist die Tochtergesellschaft des BTTV durch ihre professionelle Aufstellung und ihre jahrelange Erfahrung prädestiniert, Maßnahmen rund um den Vereinsservice zu kreieren und umzusetzen. Ein Fokus sollte auf der Erschließung von weiteren Zielgruppen liegen. Ein weiterer auf der Gewinnung von jugendlichen Mitwirkenden, u.a. der Stärkung des Junior-Teams durch Ausweitung von deren Einfluss in den Gremien der Bayerischen Tischtennis-Jugend. Ein permanenter Fokus der BTTA wird wie bisher die Traineraus- und -fortbildung sein. Die BTTA hat unter jeweiligem Bestnoten-Feedback die Übungsleiterzahlen jedes Jahr gesteigert und somit unsere Mitgliedsvereine befähigt, Vereinsmitglieder auszubilden, zu gewinnen und zu halten.
Und abschließend: Bzgl. der Verbreitung von Angeboten bei der Mitgliederentwicklung – auch der unserer Dachverbände – und einer Kampagnenfähigkeit muss der zukünftige Fokus auf einer zielgerichteten Kommunikation mit den Bezirken, den Vereinen und den Leistungsempfängern liegen.
- Nachwuchsleistungssport
Der Bayerische Tischtennis-Verband erhält für seinen Nachwuchsleistungssport erhebliche staatliche Fördermittel. Diese sind maßgeblich von Erfolgen unserer Athleten abhängig, weshalb wir „zum Erfolg verdammt“ sind. Inhaltlich und personell ist unser „HLS“ genannter Bereich hervorragend aufgestellt. Wir haben mit Daniel Behringer einen Referenten für den Leistungssport, der zunehmend die Rolle eines – in anderen Verbänden betitelt – Sportdirektors ausfüllt. Wir haben mit Krisztina Toth eine leitende Verbandstrainerin – erfahren und erfolgreich –, die die Einsätze der weiteren Trainer koordiniert und zusammen mit Daniel Behringer die jungen Talente zu Spitzensportlern heranbildet. Unter deren beider Federführung wird ein leistungssportliches Konzept verfeinert, welches von allen Verbandstrainern, hier namentlich von Andrea Voigt, Maya Kunats und Szilard Csölle in Zusammenarbeit mit unseren Honorartrainern und kooperierenden Vereinen umgesetzt wird.
Wir stehen im Leistungssport unter Erfolgs- und unter Konkurrenzdruck! Dabei müssen wir uns nicht nur mit den anderen TT-Landesverbänden, sondern auch mit den übrigen (im Wintersport ausnahmslos sehr erfolgreichen) Sportarten in Bayern vergleichen lassen.
Der BTTV fordert seit Jahren, dass es für diesen Vergleich, dem wir uns gerne stellen wollen, auch annähernd gleiche Voraussetzungen geben muss. Das ist aber insbesondere bei der Sportinfrastruktur nicht der Fall! Wir haben immer noch keine „Spezialsportstätte“ für unser Leistungszentrum und unseren Bundesstützpunkt.
Es ist mir ein persönliches Anliegen und eine Herzensangelegenheit, dass wir unsere Pläne zum „TT-Zentrum 2020“ (und durch die Jahreszahl wird deutlich, wie lange wir uns schon darum bemühen, nämlich seit 2016 mit der Zielsetzung 2020) verwirklichen können. Dann hätte Tischtennis in Bayern eine zentrale Stelle für alle unsere sportspezifischen Belange, nicht nur, aber auch und besonders für den Leistungssport.
Die Realisierung würde meiner Meinung nach durch eine Olympiabewerbung Deutschlands mit der Landeshauptstadt München einen erheblichen Schub erfahren – mehr hierzu am morgigen Sonntag.
- Weiterentwicklung des BTTV selbst
In unserer Satzung und in den weiteren Bestimmungen ist geregelt, wer was im Verband umsetzt. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden auf der Plattform click-TT, durch die bundesweit gültige Wettspielordnung und durch die zunehmende Digitalisierung sind die Gestaltungsspielräume (ich nenne sie immer mal wieder „Freiheitsgrade“) des BTTV, aber auch die seiner Bezirke in der Vergangenheit deutlich eingeschränkt worden.
Nichtsdestoweniger gibt es noch etliche Gebiete, auf denen wir gestalten können und gestalten sollten.
Einige dieser Themengebiete haben wir als noch designierte Vorstandsmitglieder mit Bezirksvorständen in den letzten Monaten diskutiert. Es ging um mögliche Verbindlichkeiten bei der Digitalisierung, um zukünftige Schwerpunkte der Verbandsarbeit und um personelle Ausgestaltungen. Und für alle diese Themen haben wir den jeweiligen zeitlichen Aspekt besprochen, nämlich was ggf. wann eingeführt bzw. umgesetzt oder zur Pflicht erklärt werden könnte.
Hierzu ein Versprechen: Der Vorstand wird gegenüber den Bezirken keine der genannten Entwicklungsmöglichkeiten „bedingungslos forcieren“. Wenn sich Vorschläge als mehrheitsfähig erweisen, wenn die Zeit für Veränderungen reif ist, wenn die Bezirke zielführend eine Weiterentwicklung mitgestalten möchten, dann unterstützen wir als Vorstand die Pläne, die nach konstruktiven Diskussionen z.B. im Verbandsausschuss heranreifen müssen.
Ansatzpunkte und Vorschläge jedenfalls sind vorhanden … und fanden teilweise bereits bei diesem Verbandstag Niederschlag.
Und wenn wir uns für technische oder organisatorische Weiterentwicklungen entschließen, so sehe ich überhaupt keine Probleme bei der Umsetzung, denn wir haben meiner Meinung nach denjenigen bei uns im Verband und im Vorstand, der sich wie kein anderer in der deutschen Tischtennis-Familie mit Sportstrukturen und mit Digitalisierung auskennt: Nils Rack.
Bei den vorher genannten Themen und bei der Weiterentwicklung des BTTV habe ich bereits ein paar Zusammenhänge angeschnitten. Viele Vorgaben und Rahmenbedingungen liegen nicht (mehr) in unserer eigenen Verantwortung. Deshalb kommt der Zusammenarbeit mit und in unseren Dachorganisationen eine immer größere Bedeutung zu. Deshalb möchte ich noch kurz auf unsere Dachverbände zu sprechen kommen.
TEAM Sport-Bayern
Wir bringen uns in TEAM Sport-Bayern zusammen mit etlichen weiteren bayerischen Sportfachverbänden ein, ganz nach dem Motto: „Aus der Praxis für die Praxis!“ Wir profitieren vom internen Meinungsaustausch zu verschiedenen gesellschaftlich und sportpolitisch relevanten Themen. Ein Projekt von TSB möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben: den Demokratietrainer. Es sind nicht nur wertvolle Inhalte, die in dieser Ausbildungsreihe vermittelt werden und die gerade im heutigen gesellschaftlichen Diskurs dringend nötig sind. Mittlerweile wird die Lizenz des Demokratietrainers bei der Vereinspauschale genauso gefördert wie die eines Übungsleiters.
Lieber Florian Geiger, vielen Dank für Deinen Besuch. Wir werden uns im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter in TSB engagieren, solange die Zusammenarbeit der TSB-Verbände zielführend ist oder bis irgendwann die Bedarfe und berechtigten Wünsche der Sportfachverbände in Bayern von nur noch einer Interessenvertretung wahrgenommen werden.
BLSV
Unser wichtigster Ansprechpartner für die sportspezifischen Belange im Freistaat ist der Bayerische Landes-Sportverband. Wir arbeiten auf allen Ebenen zusammen. So danke ich dem BLSV-Kreis- und dem Bezirksvorsitzenden für ihre Anwesenheit bei dieser Eröffnungsveranstaltung und Dir, lieber Dieter Bunsen, als BV und Vorsitzendem des Verbandsbeirats für Dein Grußwort. Auf Ebene des Verbands ist unser wichtigster Berührungspunkt die staatliche Förderung! Diese ist existenziell nötig für die Umsetzung unserer Pläne in Bezug auf den Nachwuchsleistungssport. Die Entwicklungen bei der finanziellen Ausstattung seitens der Bayerischen Staatsregierung und den nachfolgenden BLSV-internen Festlegungen über deren Verteilung habe ich dem Verbandstag im Zusammenhang mit der Genehmigung des Protokolls bzw. des Jahresabschlusses 2024 ausführlich erläutert und auch kritisiert.
Der BTTV ist natürlich sehr enttäuscht, dass er trotz seiner erfolgreicher Arbeit nicht von der letztjährigen Erhöhung der Leistungssportmittel profitiert hat. Wir sind aber noch mehr unzufrieden mit der Art und Weise der Berechnung und der anschließenden Übermittlung der staatlichen Leistungen seitens des BLSV bzw. des beliehenen Unternehmers im BLSV: Hier bedarf es deutlich mehr Transparenz und Partizipation sowie besserer Kommunikation; auch dies habe ich im Verlauf dieses Verbandstags an einigen Stellen bereits deutlich gemacht.
Deshalb ein offenes Wort an den BLSV in Person des Präsidenten: Lieber Jörg Ammon, ich möchte Dir ausdrücklich den Dank des nunmehr verantwortlichen Vorstands aussprechen: ganz allgemein für Deinen Einsatz für den Sport in Bayern und speziell für Dein Engagement beim letzten Aufwuchs von dessen Finanzierung. Aber genauso ausdrücklich fällt unser Credo für die Zusammenarbeit mit dem BLSV aus: Wir Vorstände werden für unseren Verband wie in der Vergangenheit und zukünftig noch intensiver eine bedarfsgerechte, bürokratieminimierte und transparente Verteilung der Staatsmittel sowie eine inhaltliche Partizipation aller Sportfachverbände einfordern.
DTTB
Sportspezifisch sind wir im Deutschen Tischtennis-Bund aktiv. Getreu unserem Leitbild sehen wir uns als (mit-)gestaltendes, proaktives Mitglied. In der Vergangenheit haben aber auf etlichen Gebieten mangels zentraler Führung die Mitgliedsverbände des DTTB – hierbei leider nur wenige und dabei auch in vorderster Front der BTTV – jeweils die ausschließliche Gestaltungshoheit übernehmen müssen, so im gesamten Bereich um click-TT und um die Digitalisierung.
Lieber Konni Grillmeyer, als DTTB-Präsident, der Du uns heute die Glückwünsche des Spitzenverbands überbracht hast, weißt Du sehr genau um diese Umstände. Und auch gegenüber dem neuen Vorstandsvorsitzenden des DTTB, Dr. Wolfgang Dörner, haben wir diese Problematik schon im persönlichen Gespräch erörtert, und er hat die Situation zuletzt bei seiner Vorstellung beim Bundesrat des DTTB thematisiert. Wolfgang Dörner wird unseren Verbandstag am morgigen Sonntag besuchen, und ich gehe davon aus, dass er auch zu diesen angesprochenen Punkten Stellung nehmen wird.
Wir als BTTV-Vorstand sind zuversichtlich, dass unser Dachverband nach seiner Umstellung auf einen hauptamtlichen Vorstand bei wichtigen Themen die Initiative übernehmen wird – auch wenn dies wohl zwangsläufig zu höheren Beiträgen seitens der Mitgliedsverbände führt. Denn nur auf diesem Weg haben wir die Chance, den gesamten TT-Sport in Deutschland so digital und serviceorientiert zu gestalten, dass bestehende Spielberechtigungen gehalten und neue Zielgruppen erschlossen werden können. Ich wünsche meinem DTTB-Kollegen für seinen Auftrag und für unseren gemeinsamen Weg viel Erfolg.
80 Jahre BTTV. Wie es zukünftig weitergehen kann in diesem ehrenamtlich getragenen Verband, habe ich versucht zu skizzieren. Ja, Ihr habt ganz richtig gehört: einem weiterhin ehrenamtlich getragenen Verband! Das Ehrenamt besitzt nach wie vor die übergroße Stimmenmehrheit in der Legislative, die allermeisten Exekutivfunktionen auf Verbands- und alle auf Bezirksebene sind ehrenamtlicher Natur. Und ich sage genau wie meine Vorstandskollegen mit voller Überzeugung: Das Ehrenamt ist heute und bleibt auch in Zukunft im BTTV unverzichtbar!
Was bedeutet diese Aussage zusammen mit einer hauptamtlichen Führung an der Spitze? Sie darf auf keinen Fall den Rückzug des Ehrenamts auf eine Position des Beobachters bedeuten, aber diesbezüglich sehe ich keine Gefahr! Ich meine, die Aussage bedeutet die klare Benennung von Zuständigkeiten, sie bedeutet Transparenz und Kommunikation, und sie bedeutet vor allem Vertrauen und sie bedarf eines grundlegenden Vertrauens.
Ein Vertrauen, das in der vorherigen Konstellation Präsidium/Geschäftsstelle schon enorm ausgeprägt war. Ein Vertrauen, für das wir Vorstandsmitglieder unseren bisherigen Präsidien und Präsidenten sehr dankbar sind. Es gab für uns drei Vorstände lediglich zwei Präsidenten als Chef der Exekutive, aber es waren jeweils prägende Persönlichkeiten, die das Hauptamt im konstruktiven Zusammenwirken mit dem Ehrenamt immer gestärkt haben: Zu Beginn Claus Wagner und zuletzt Konrad Grillmeyer. Dir Konny, und allen vorangegangenen Präsidiumsmitgliedern, zuletzt Deinem Stellvertreter Wolfgang Popp, der in „the lead“ gegangen ist, sowie Gunther Czepera, Florian Wäsch und Marcus Nikolei, von uns danke für Euer Vertrauen.
Der Vorstand freut sich auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidium, jetzt als Aufsichtsrat. Deshalb nochmals herzlichen Glückwunsch zu Eurer Wahl in unser „Aufsichtsgremium“. Das Einzige, womit ich Euch schon heute eventuell enttäuschen muss, ist, dass Ihr Euch wahrscheinlich einen anderen regelmäßigen Protokollanten für Eure Sitzungen suchen müsst. Diese Aufgabe gebe ich jetzt nach nunmehr 336 Präsidiums-Protokollen „natürlich mit viel Wehmut“, aber doch auch „gerne“ in andere Hände.
Auf einer vertrauensvollen Basis freut sich der Vorstand auf die Unterstützung und die Zusammenarbeit durch und mit unseren Dachverbänden, durch die Politik sowie durch und mit unseren Partnern und Sponsoren. Er sieht einer weiteren erfolgreichen Zusammenarbeit mit allen unseren Fachwarten auf Verbands- und Bezirksebene mit Freude entgegen.
Wir Vorstände werben bei den Präsidiumsmitgliedern, bei allen Mitgliedern dieses Verbandstags, aber auch bei allen weiteren Fachwarten des BTTV für das nötige Vertrauen in die hauptamtliche Führung; nämlich mit dem Versprechen, dass der Vorstand ausschließlich zum Wohle des BTTV handelt.
Denn wir müssen weiter aktiv handeln: Es ist noch nicht alles zufriedenstellend und es gibt nach wie vor große Herausforderungen.
Wir Vorstände setzen unser Vertrauen in Euch als ehrenamtliche Entscheidungsträger, dass wir den Weg eines aktiven, eines progressiven und eines stets modernen Sportverbands gemeinsam weiter beschreiten – für unsere Mitglieder, für den Tischtennissport in Bayern.
Der Bayerische Tischtennis-Verband ist 80 Jahre alt geworden. Nochmals herzlichen Glückwunsch! Ich bin fest davon überzeugt, dass der BTTV seine Traditionen bewahren und seine Zukunft weiter positiv gestalten wird. Ich wünsche unserem Verband viele weitere erfolgreiche Jahrzehnte!
Dankeschön!













