Anna Ledwoch (18) feierte am Sonntag den größten Erfolg ihrer Tischtennis-Laufbahn. Von den QTTR-Punkten standen beim DTTB-Top-48-Turnier in Dissen ganze elf Spielerinnen vor ihr im Ranking, doch am Ende war die Regionalligaspielerin des FC Bayern München ganz oben auf dem Podest - vor ihren bayerischen Kolleginnen Eva Gao (TSV Oberstdorf) und FC-Bayern-Kollegin Theresa Faltermaier. Nach dem Triumph in Niedersachsen stand am Montag der zweite Teil der Aufnahmeprüfung bei der bayerischen Polizei an. Ledwoch bestand und hat die Zusage für das kommende Jahr.
Doppelt herzlichen Glückwunsch, Anna! Top 48 gewonnen, Zusage bei der Polizei erhalten, wie fühlt sich das an?
Anna Ledwoch: Mir geht es sehr gut. Heute hatte ich bei der Polizei noch den zweiten Aufnahmetest, unter anderm noch ein Bewerber-Interview. Danach habe ich vom Ausbilder direkt die Zusage erhalten für den Sommer. Das freut mich sehr.
Wenn du den Kopf voll hattest mit der Polizei-Bewerbung, wie konntest du dich auf das Turnier konzentrieren?
Ledwoch: Ich glaube, dadurch bin ich sogar entspannter in das Turnier gegangen. Ich hatte die gesamten Ferien eigentlich nur die Polizei im Kopf. Das ist mir sehr wichtig gewesen. Für das Top 48 wurde ich ja auch erst später nominiert. Die Polizeibewerbung war bereits im Juni, von da an habe ich mich vorbereitet, mit einer Lern-App für Grammatik und Grundwissen sowie für den Sportteil. Ich musste außerdem noch einen Vortest bestehen, weil ich nicht die Mindest-Körpergröße von 1,60 m habe. Tischtennis stand in der zweiten Reihe zuletzt, ich habe meinen 18. Geburtstag schön gefeiert, mich gezielt auf die Bewerber-Tests vorbereitet und viel anderen Sport gemacht. Das merkt man auch etwas an den schulischen Leistungen (lacht), aber das Abi im kommenden Jahr werde ich schon packen.
QTTR-mäßig standen in Dissen ganze elf Spielerinnen vor dir. Mit welcher Zielsetzung bist du in das Turnier gegangen?
Ledwoch: Wie gesagt hatte ich vorher wenig trainiert, einmal beim Lehrgang in Oberhaching, wo ich gegen Eva Gao (ihre Finalgegnerin) richtig auf die Mütze bekommen habe. Letzten Mittwoch fand noch der Sportest für die Polizei statt und ein Wissenstest. Ich wollte einfach ein gutes Turnier spielen, das Beste rausholen und vom Kopf her stabil sein. Damit habe ich ansonsten immer mal Probleme.
Und wie war es dieses Mal?
Ledwoch: Am ersten Tag war es schwierig kopfmäßig und von der Konzentration her. Am zweiten Tag war es dann besser und ab dem Halbfinale war ich dann relativ entspannt.
Du hast es trotz jeweils einer Niederlage in der Vor- und Zwischenrunde unter die letzten Vier geschafft. Wie war es dann, das Halbfinale und Finale gegen bayerische Kolleginnen zu spielen?
Ledwoch: Gerade das Halbfinale gegen Theresa war unangenehm. Wir sind lange befreundet und Teamkolleginnen, auf dieses Spiel hat keine Lust. Im Finale gegen Eva war ich dann sehr locker, weil ich das unangenehmere Match gegen Theresa schon hatte.
Wie feierst du deinen Doppel-Erfolg heute noch?
Ledwoch: Ich freue mich wieder auf das Fitnessstudio heute. Seit zwei Jahren verbringe ich dort viel Zeit und mache Krafttraining, das hat mir auch für Tischtennis und den Polizeitest geholfen. Danach habe ich noch ein Tischtennis-Match in der Münchner Firmen- und Behördenrunde. Also ich feiere mit viel Sport (lacht).
Was sind deine weiteren Ziele im Tischtennis?
Ledwoch: Mit Bayern wollen wir in die 3. Liga aufsteigen, ansonsten zählt für mich vor allem das Abi und die Polizei. Und im Tischtennis schaue ich, was da sonst noch geht.
Anna, vielen Dank für das Gespräch!











