Fast schon in guter alter Tradition haben wir Funktionäre, Fachwarte, Trainer, Spielerinnen und Spieler aus dem BTTV gefragt, was sie 2025 bewegt hat, privat oder im Tischtennis, und was ihre Wünsche für die Sportart 2026 sind. Hier sind ihre Antworten, Teil 1 von 3.
Sabine Winter (TSV Dachau, Nationalspielerin, Europas Nummer 1):
Das Ereignis von 2025 bleibt mir in besonderer Erinnerung:
Ich hatte dieses Jahr tasächlich so einige verrückte TT-Momente, die ich so schnell nicht vergessen werde und alles Highlights hätten sein können. Aber unter den "vielen Highlights" hebt sich eines nochmal hervor. Das WTT Champions in Montpellier, bei dem ich ins Finale einziehen konnte. Das liegt neben dem für mich großen Erfolg auch daran, dass ich von tausenden französischen Fans lautstark angefeuert worden bin. Das hat die Matches zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht.
Was hat dich in diesem Jahr besonders gefordert oder verändert?
Gefordert hat mich dieses Jahr vor allem trotz vieler Kopfschüttler, an mich und meinen Weg zu glauben und diesen zu gehen. Mich einfach nur auf mich und das Spiel zu konzentrieren.
Was erhoffst du dir für das kommende Jahr – für dich und den Tischtennissport in Bayern?
Ich erhoffe mir, dass mir Tischtennis genauso viel Spaß macht wie in diesem Jahr. Für den Tischtennissport allgemein, dass er auch in Europa mehr Aufmerksamkeit erfährt und noch ein paar mehr größere Turniere dort ausgetragen werden.
Wolfgang Popp (BTTV-Präsident):
Das Ereignis von 2025 bleibt mir in besonderer Erinnerung:
Der ausserordentliche Verbandstag in Bad Windsheim, weil alle Verantwortlichen mit großer Mehrheit eine grundlegende Reform der Führungsstruktur zugestimmt haben. Ich spüre auch, dass mittlerweile die Bereitschaft, sich neuen Aufgaben zu stellen und diese auch aktiv mitzugestalten, zunimmt.
Was hat dich in diesem Jahr besonders gefordert oder verändert?
Im ersten Halbjahr gab es durchaus interne Herausforderungen im BTTV, die auch für das Präsidium aufreibend und zeitaufwändig waren. Das Präsidium hat seit der Wahl im Juli andere Aufgaben, größtenteils als Aufsichtsrat. Das erfordert auch für uns neues Denken. Nach einigen Sitzungen des Präsidiums, teils zusammen mit dem Vorstand, bin ich der Meinung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das stimmt mich zuversichtlich.
Was erhoffst du dir für das kommende Jahr – für dich und den Tischtennissport in Bayern?
Für den Tischtennissport wünsche ich mir noch mehr gut besuchte Events mit echter Atmosphäre - sowohl im Profisport als auch und ganz besonders im Breitensport. Ich wünsche mir mehr Sichtbarkeit unseres Sports in allen Medien. Tischtennis hat so ein großes Potenzial - von spektakulären Ballwechseln bis hin zu spannenden Kurzclips. Das spricht vor allem junge Menschen an. Ich wünsche mir, dass Tischtennis als "Sport für alle" noch stärker verankert wird im Seniorensport, im Behindertensport und im Schulsport. Ich wünsche mir, dass neue technologische Innovationen unseren Sport noch spannender machen. Hier denke ich an eSports und Onlineturniere, an Roboter-Trainingspartner und an neue Spielsysteme. Persönlich wünscht man sich und anderen häufig Glück und Gesundheit - leider kommt nun auch der Wunsch nach Frieden hinzu.
Maya Kunats (Verbandstrainerin):
Das Ereignis von 2025 bleibt mir in besonderer Erinnerung:
Der Talent-Cup Mädchen Einzel U10 im Mai in Bad Blankenburg. Ich habe Xiaohan Zhou bis ins Finale betreut, das sie gewonnen hat. Dieses Turnier war für mich ein sehr schönes Erlebnis.
Was hat dich in diesem Jahr besonders gefordert oder verändert?
Der Neuanfang beim BTTV war eine große Herausforderung. Die Strukturen in Bayern sind anders, und ich wollte mich schnell und gut einarbeiten. Dabei musste ich mich neuen Situationen stellen, was mich auch persönlich weitergebracht und verändert hat.
Was erhoffst du dir für das kommende Jahr – für dich und den Tischtennissport in Bayern?
Ich hoffe, viele neue Talente zu entdecken und Kinder für den Tischtennissport zu begeistern. Außerdem wünsche ich mir viele Erfolge mit den aktuellen Talenten, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Anna Ledwoch (FC Bayern München, Siegerin DTTB Top 48 Mädchen 19):
Das Ereignis von 2025 bleibt mir in besonderer Erinnerung:
Mein 18. Geburtstag.
Was hat dich in diesem Jahr besonders gefordert oder verändert?
Unter anderem die Schule, Tischtennis und die Polizeiprüfung haben dieses Jahr ziemlich stressig gemacht. Trotzdem bin ich natürlich stolz, dass ich das alles vor allem durch meine Freunde geschafft habe.
Was erhoffst du dir für das kommende Jahr – für dich und den Tischtennissport in Bayern?
Ich gehe eigentlich ohne Erwartungen in 2026. Generell erhoffe ich mir einfach eine schöne Zeit mit vielen tollen Momenten und, dass es in sportlicher Hinsicht weiterhin gut läuft.
Erik Thomas (Fotograf):
Das Ereignis von 2025 bleibt mir in besonderer Erinnerung:
Wir mussten im Mai nach über 12 Jahren unseren treuen vierbeinigen Begleiter Odi gehen lassen. Er hatte mit über 15 Jahren ein gutes Hundealter, trotzdem fällt ein solcher Abschied immer schwer. Der Plan, zunächst ein wenig zu warten, bevor ein neuer Hund einziehen darf, war vier Monate später Geschichte. Ein Wirbelwind aus dem Tierschutz namens Renar hält uns nun seit September wieder auf Trab.
Was hat dich in diesem Jahr besonders gefordert oder verändert?
Herausforderungen hält das Leben doch immer bereit - aber es gab nichts, was nicht gut zu bewältigen gewesen wäre. Erwähnenswert wäre vielleicht die Zeit, in der meine Mutter innerhalb einer Woche von ihrer Wohnung in ein Pflegeheim umziehen musste, die war sehr intensiv. Es galt einiges zu organisieren, ihr Hausstand musste aufgelöst werden und vieles mehr. Aber letztlich ist alles recht gut verlaufen und meine Mutter ist gut versorgt, das ist am Ende das Wichtigste. Ein solches Ereignis lässt mich allerdings schon wenig darüber nachdenken, wie es mir im Alter wohl einmal gehen wird …
Was erhoffst du dir für das kommende Jahr – für dich und den Tischtennissport in Bayern?
Für mich persönlich habe ich sportlich keine besonderen Ambitionen. Nach über 50 fast unterbrechungsfreien Jahren im Ligabetrieb habe ich für mich entschieden, dem lockeren Training den Vorzug zu geben ;-).
Für den bayerischen Tischtennissport würde ich mir wünschen, dass das schon lange ins Auge gefasste Leistungszentrum Wirklichkeit wird. Es würde die bereits jetzt so erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Verbands sicherlich ein gutes Stück einfacher machen und noch weiter voranbringen.











