Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt der TSV Dachau 65 um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Damen. Im Playoff-Finale der 1. Damen-Bundesliga trifft das Team von Trainer Alexander Yahmed auf den ttc berlin eastside – den großen Favoriten, zehnmaligen Deutschen Meister und seit Jahren eine der prägenden Mannschaften im deutschen und europäischen Damen-Tischtennis.
Das Hinspiel steigt am Freitag, 29. Mai, um 18 Uhr in der Sporthalle Augustenfeld in Dachau, das Rückspiel folgt nur zwei Tage später am Sonntag, 31. Mai, um 13 Uhr in Berlin. Sollte nach Hin- und Rückspiel Punktgleichheit bestehen, fällt die Entscheidung in einem Golden Match in direktem Anschluss an das Rückspiel in Berlin. Die Begeisterung rund um das erste Dachauer Finalspiel ist groß: Das Hinspiel ist bereits ausverkauft. Wer kein Ticket mehr bekommen hat, kann dennoch live dabei sein: Beide Finalspiele werden im Livecenter von BR24Sport in der ARD Mediathek, im Web, in der BR24 App sowie über HbbTV im BR Fernsehen übertragen.
Für Dachau ist bereis der Finaleinzug historisch: Nach drei Halbfinal-Niederlagen in den vergangenen Jahren gelang in dieser Saison erstmals der Sprung ins Endspiel. In einem extrem attraktiven und spannenden Halbfinale setzte sich der TSV gegen den Hauptrunden-Zweiten TSV Langstadt durch – nach einem 4:6 im Hinspiel und einem 6:2 im Rückspiel mit dem besseren Ende im Golden Match.
Die Favoritenrolle liegt – zumindest an den Hauptrunden-Ergebnissen gemessen – dennoch klar bei Berlin. Eastside dominierte die Hauptrunde mit elf Siegen aus zwölf Spielen, leistete sich nur ein Unentschieden gegen Bingen/Münster-Sarmsheim und zog mit zwei deutlichen Erfolgen gegen Titelverteidiger TTC 1946 Weinheim ins Finale ein. Auch die beiden bisherigen Saisonduelle mit Dachau gingen an die Berlinerinnen: 6:2 in Berlin und 6:1 in Dachau. Allerdings trat der TSV dabei jeweils nicht in Bestbesetzung an; im Rückspiel fehlten mit Sabine Winter und Seoyoung Byun sogar beide Führungskräfte.
Im Finale kann Yahmed voraussichtlich wieder aus dem Vollen schöpfen. Mit Superstar Winter, aktuell Nummer neun der Welt, Abwehr-Ass Seoyoung Byun, U15-Weltmeisterin Koharu Itagaki, Dora Cosic und Naomi Pranjkovic steht ihm ein starkes Quintett zur Verfügung. Vier aus Sechs heißt es bei eastside: Yuka Kaneyoshi, Nina Mittelham, Natalia Bajor, Sabina Surjan, Mia Griesel und Josephina Neumann bilden den Bundesliga-Kader des Serienmeisters. Gegen diese Berliner „Übermannschaft der Liga“, wie Yahmed den Gegner im Münchner Merkur einordnete, wird Dachau Punkt für Punkt denken und jede Chance nutzen müssen.
Gelingt der ganz große Wurf, wäre Dachau erst der vierte bayerische Verein, dessen Name auf dem Meisterpokal eingraviert würde. Bislang konnten drei Klubs aus dem Freistaat die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Damen gewinnen: der MTV München in der Saison 1950/51, der TTC Langweid mit acht Titeln zwischen 1996 und 2007 sowie der SV DJK Kolbermoor in der Spielzeit 2017/18. Dachau könnte sich nun in diese kurze, illustre Liste eintragen.









