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Neun Jahre gemeinsam – jetzt wartet die Jugend-EM in Gondomar

Samuel Kuhl und Jonas Rinderer verbindet eine langjährige Freundschaft

Seit 2017 gemeinsam unterwegs, vom Stützpunkttraining in Niederbayern bis zur Jugend-Weltmeisterschaft: Samuel Kuhl und Jonas Rinderer (Fotos: privat)

Wenn Jonas Rinderer und Samuel Kuhl am 10. Juli das Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei den Jugend-Europameisterschaften in Gondomar (Portugal) tragen, beginnt für beide ein weiteres gemeinsames Kapitel. Denn ihre Geschichte ist eng miteinander verbunden – und das schon seit fast neun Jahren.

Kennengelernt haben sich die beiden 2017 bei einer Sichtung im niederbayerischen Wörth. Unter A-Lizenz-Trainer Lukas Krementowski trainierten die damals 7-Jährigen erstmals gemeinsam. „Ich weiß noch, dass wir da zur Auflockerung verschiedene Spiele machen durften, und da hat es mit Jonas (und auch Fabian) sofort gepasst und wir haben uns direkt super verstanden“, erzählt „Samu“. Und Jonas ergänzt: „Ich hätte es selber nicht mehr gewusst, aber wenn Samu das sagt …“, lacht er.

Was damals mit einer gemeinsamen Sichtung begann, wurde zu einer Freundschaft, die bis heute anhält.

Fast alle wichtigen Stationen ihrer bisherigen Laufbahn haben Jonas Rinderer und Samuel Kuhl gemeinsam erlebt – von den ersten Sichtungen über Lehrgänge und Kadermaßnahmen bis hin zu internationalen Meisterschaften.

2018 folgte die erste Sichtung des BTTV in Burglengenfeld, ein Jahr später wurden beide in den Landeskader aufgenommen. 2020 absolvierten beide sämtliche Sichtungsstufen des Deutschen Tischtennis-Bundes, ehe sie 2021 den Sprung in den DTTB-Talentkader schafften. 2023 folgte die Aufnahme in den Nachwuchskader NK2, inzwischen gehören beide dem NK1 an – der höchsten Nachwuchsförderstufe des DTTB.

„Was ich an Jonas sehr schätze, ist, dass er immer nett und freundlich ist. Er ist immer positiv und hilfsbereit. Egal was ist, man kann sich auf Jonas verlassen“, betont Samuel Kuhl. Jonas Rinderer denkt ähnlich: „Ich kann mich immer auf Samu verlassen. Er ist da, wenn man ihn braucht, feuert an, unterstützt.“

Gemeinsam durch halb Europa

Nicht nur in den Kadern kreuzten sich ihre Wege immer wieder. Nahezu sämtliche Lehrgänge des BTTV und die Mehrzahl der DTTB-Maßnahmen bestritten sie gemeinsam. Zahlreiche Turnierreisen führten sie quer durch Europa – nach Berlin und Linz ebenso wie nach Senec, Havířov, Vila Real, Otočec, Varaždin, Ljubljana, Sarajevo oder Prishtina. Aus gemeinsamen Lehrgängen wurden gemeinsame Erlebnisse.

Auch die vorhandene sportliche Konkurrenz untereinander tat der Freundschaft keinen Abbruch.

„An der Platte stehen wir uns mehrmals im Jahr gegenüber. Wir pushen uns im Spiel gegenseitig zu Höchstleistungen, weil wir uns in- und auswendig kennen. Natürlich ist es nicht immer leicht, gegen einen Freund zu spielen, aber ich habe gelernt, dass das ab einem gewissen Niveau einfach dazugehört und völlig normal ist“, sagt Kuhl

Sportlich feierten die beiden immer wieder gemeinsame Erfolge. Beim DTTB-Talent Cup gewannen sie mit ihrer Mannschaft den Titel in der Altersklasse Jungen 12. Es folgten Siege beim Deutschlandpokal der Jungen 13 und später auch der Jungen 15. Auch häufig mit dabei: Jonas‘ Zwillingsbruder Fabian und Kazuto Itagaki.

Gemeinsam erfolgreich

Besonders eindrucksvoll war das Jahr 2025. Gemeinsam sicherten sich Rinderer und Kuhl den deutschen Meistertitel im Doppel der Jugend 15 und bewiesen dabei, wie gut sie sich auch am Tisch ergänzen. International folgte bei der Jugend-Europameisterschaft in Ostrava die Bronzemedaille im Teamwettbewerb. Wenig später sammelten beide weitere wertvolle Erfahrungen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Cluj.

Dass beide nun für die U19-Europameisterschaft in Gondomar nominiert wurden, ist deshalb mehr als nur der nächste sportliche Schritt. Als 15- beziehungsweise 16-Jährige gehören sie zu den jüngeren Spielern im deutschen Aufgebot und dürfen sich dennoch auf eine außergewöhnlich lange gemeinsame Geschichte stützen. Kaum ein anderes Duo hat in den vergangenen Jahren so viele Lehrgänge, Sichtungen, Turniere und Erfolge miteinander erlebt.

„Es ist mir superwichtig, mit Jonas jemanden zu haben der praktisch alles mit mir durchmacht. Wenn man über Jahre hinweg mit derselben Person alles gemeinsam erlebt, entsteht dadurch eine sehr enge und gute Freundschaft. Jeder geht mal durch Hochs oder Tiefs und da ist es schön, jemand an seiner Seite zu haben der den gleichen Weg geht und mit dem man sich austauschen kann“, erklärt Samu.

Gemeinsames Beistehen bei Niederlagen

„Egal ob Höhepunkte wie bei der EM im vergangenen Jahr oder Tiefpunkte wie bei den Deutschen Meisterschaften, als wir beide in der Gruppe raus sind: Wir machen seit langer Zeit dasselbe durch, können über alles reden und lachen kann, egal wie es gerade läuft“, sagt Jonas.

In Gondomar werden sie im Team und in den Individual-Wettbewerben für die Mannschaft und für sich kämpfen. Unabhängig davon, wie das Turnier verläuft, steht bereits fest: Der gemeinsame Weg von Jonas Rinderer und Samuel Kuhl geht weiter. Was 2017 bei einer Sichtung in Niederbayern begann, hat beide bis auf die internationale Bühne geführt – und das nächste Kapitel ist längst noch nicht geschrieben.

2025 wurde das Duo Deutscher Meister im Doppel J15
Das Trio Rinderer, Rinderer, Kuhl bei einer DTTB-Sichtung
Seit klein auf zusammen: Jonas Rinderer (von links), Samuel Kuhl und Fabian Rinderer
Hier auch bei einem Turnier in Ungarn
Durch Dick und Dünn: Kuhl und Rinderer

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