Weidhausen – Erstes Saisonspiel, erste Punkte für die Herren des FC Adler Weidhausen nach ihrem Aufstieg in die höchste bayerische Liga, der Verbandsoberliga. In einem nervenaufreibenden Match wurde vor einer begeisternden Zuschauerkulisse mit 6:4 der TV 1848 Erlangen in die Knie gezwungen. Während fünf der sechs Zähler auf das Konto der beiden Spitzenspieler David Fischer und Max Keller gingen, war es am Ende Tania Fischer, die für den erlösenden sechsten Siegpunkt sorgte und zur umjubelnden Spielerin des Tages in der Männerdomäne gekrönt wurde. Brisante Duelle, Aufholjagden, Nervenkitzel und überschäumender Freudenjubel kennzeichneten das drei Stunden und 15 Minuten dauernde Aufeinandertreffen der beiden Liganeulinge. Erlangen war als Meister mit einem Punkt Vorsprung vor Weidhausen in der vergangenen Saison als Meister der Verbandsliga Nordost durchs Ziel gegangen.
FC Adler Weidhausen – TV 1848 Erlangen 6:4
Für nervenschwache Zuschauer war diese Begegnung nichts. Dies vor allem als Weidhausen in der Schlussphase knapp mit 5:4 vorne lag und mit dem Ausgleich rechnen musste. Die aufgrund ihrer Leistungsstärke in die erste Adler-Mannschaft emporgestiegene Tania Fischer hatte in der letzten Tagespaarung gegen Michael Görsch den ersten Satz mit 12:14 abgegeben. Doch dann trauten die Besucher ihren Augen nicht: Mit 11:7 schaffte mit ihrer einzigartigen Spielweise Tania zunächst den 1:1-Ausgleich und mit einem hauchdünnen 12:10 und 11:9 behielt sie nicht nur die Oberhand, sondern machte den Heimsieg perfekt. Hierzu ihr 20-jähriger Sohn David: „Es hat mich außerordentlich gefreut, zu sehen, welch ein Kämpferwillen in meiner Mutter steckt und wie sie glücklich war, diesen wichtigen Punkt geholt zu haben. Ein unbeschreibliches Gefühl.“
Er, David Fischer selbst, war es der zum Auftakt mit Neuzugang Max Keller (kam vom TSV Unterlauter) im Doppel ohne Satzverlust den ersten Zähler einfuhr. Es hätte auch 2:0 stehen können, doch die Familienformation Joel Fischer/Tania Fischer hatte nach der 2:1-Satzführung noch mit 9:11 und 8:11 das Nachsehen. Über die volle Distanz ging anschließend auch das erste Tageseinzel von David Fischer. Er sah sich gegen Pawel Kostenko, der bei den Gästen aufgrund seiner letzten Saisonerfolge ins vordere Paarkreuz aufgerückt war, mit 1:2 im Hintertreffen. Obwohl er im vierten Durchgang einen Rückstand hinterherlaufen musste, schaffte er noch mit 11:9 den 2:2-Gleichstand. Nach dem 9:3 im entscheidenden fünften Satz lag David schon deutlich in Front. Aber der Pole in Diensten der Mittelfranken verstand zu kontern und kam bis auf 9:8 heran. Doch in der Schlussphase ließ sich David nicht mehr die Butter vom Brot nehmen und siegte mit 11:9. Nachdem der regionalliga-erfahrene Max Keller bereits im Doppel einen Einstand nach Maß bei seinem neuen Klub gefeiert hatte, ließ er sich in seinem ersten Einzel vom Gästespitzenspieler Karsten Reiß nicht von der Gewinnerstraße abdrängen und erhöhte auf 3:1. Obwohl Joel Fischer gegen Michael Görsch im ersten Satz mit 11:2 und im vierten Durchgang mit 11:3 aufgetrumpft hatte, musste er in den Entscheidungssatz und hier musste er sich in der Verlängerung mit 15:17 beugen. Da seine Mutter Tania gegen Peter Lommer kein geeignetes Mittel fand, hatte Erlangen zum 3:3 ausgeglichen. Doch Verlass war auf David Fischer, der im Treffen der beiden Spitzenspieler Reiß nicht zur Entfaltung kommen ließ (11:7, 13:11, 11:4) und die 4:3-Führung herstellte. Max Keller und Kostenko lagen gleichauf (10:12, 12:10, 6:11, 11:6), sodass es zum vierten Mal an diesem Tag in den Entscheidungssatz ging. Kostenko hatte hier nach dem 9:4-Vorsprung den Sieg schon vor Augen. Doch da hatte er nicht mit der spektakulären Aufholjagd von Keller gerechnet, der mit einem 11:9 das Ruder nicht nur herumriss, sondern mit dem damit einhergehenden 5:3 zumindest schon vorzeitig das Remis eintütete. Da Joel Fischer auch gegen Lommer nach dem 1:1-Satzgleichstand auf der Strecke blieb, lauerten nach diesem zwischenzeitlichen 5:4 die Gäste noch auf den Teilerfolg. Ihr Ansinnen schien auch aufzugehen, denn Tania Fischer scheiterte an Görsch im ersten Satz mit 12:14. Doch dann kam der eingangs geschilderte tolle Auftritt von Tania Fischer, der zum Heimsieg führte. Nochmals der unbezwungen gebliebene David Fischer: „Wir freuen uns enorm über diesen Auftaktsieg und sind extrem stolz auf den Zusammenhalt und die Willensstärke in unserem Team. Unser Neuzugang Max hat unter Beweis gestellt, zu welchen Leistungen er fähig ist. Dieser doppelte Punktgewinn gibt uns viel Selbstvertrauen und war schon einmal der erste Schritt in Richtung unseres Saisonziels, die Klasse zu halten.“ Übrigens: Mit diesem Sieg machten sich Tania Fischer und ihr Sohn David ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, denn beide wurden im vergangenen Monat September um ein Jahr älter.
Ergebnisse: D. Fischer/Keller – Kostenko/Görsch 3:0, J. Fischer/T. Fischer Reiß/Lommer 2:3, David Fischer – Kostenko 3:2, Keller – Reiß 3:1, Joel Fischer – Görsch 2:3, Tania Fischer – Lommer 0:3, D. Fischer – Reiß 3:0, Keller – Kostenko 3:2, J. Fischer – Lommer 1:3, T. Fischer – Görsch 3:1. hf / Hans Franz
Vorschau: Seine Anziehungskraft dürfte das einzig mögliche Coburger Kreisduell in der Verbandsoberliga Nord zwischen dem TTC Wohlbach und dem FC Adler Weidhausen an diesem Samstag, 10. Oktober, im Ahorner Gemeindeteil nicht verfehlen. Auf Gastgeberseite das mit ausländischen Spielern bestückte Heimteam, auf der anderen Seite eine fast schon als „Familienbetrieb“ einzustufende Mannschaft mit Mutter Tania Fischer und ihren Söhnen Joel (23 Jahre) und David (20 Jahre). Auch beim Blick auf die Q-TTR-Leistungswerte hat das Stammquartett von Wohlbach mit 8.314 Zählern gegenüber 7.744 von Weidhausen einen deutlichen Vorsprung. David Fischer vom FC Adler Weidhausen zu diesem Derby: „Der TTC Wohlbach hat uns sicherlich einiges voraus. Wir wissen, dass wir die Rolle des Außenseiters einnehmen. Trotzdem wollen wir die Partie genießen, Spaß haben und zeigen, was in uns steckt. Wir haben nichts zu verlieren und wollen unsere Leistung auf die Platte bringen.“ hf






