Kolbermoor – Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen hatten am vergangenen Freitag doppelten Grund zur Freude.
Einerseits landeten sie im Heimspiel gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim einen 6:4 Erfolg und andererseits verlängerte Annett Kaufmann ihren Vertrag um ein weiteres Jahr.
Schon vor Spielbeginn herrschte große Freude bei Kolbermoors Vorstandschaft, denn Annett Kaufmann wird dem Bundesligisten ein weiteres Spieljahr erhalten bleiben.
Im Beisein des stellvertretenden Abteilungsleiters Günther Lodes sowie Vorstandssprecherin Sabine Balletshofer-Wimmer und Vorstandsmitglied Christoph Kecht verlängerte sie ihren bestehenden Vertrag um ein weiteres Jahr.
Kecht anschließend: „Wir freuen uns, dass wir bereits jetzt verkünden können, dass Annett Kaufmann ein weiteres Jahr für uns spielt“.
Die Begegnung als solches war ein Krimi, der seinesgleichen suchte.
Die Eingangsdoppel endeten unentschieden, wobei das Duo Huang/Jokic ein wenig Pech hatte. Gegen die Paarung Rakovac/Kuzmina führte es mit 2:1 Sätzen, ehe sich im vierten Satz kleine Fehler einschlichen und zum Satzausgleich führten. Im Entscheidungssatz lag das heimische Duo beim Seitenwechsel mit 1:5 im Rückstand und kam im weiteren Spielverlauf nochmals bis auf 5:7 heran. Doch dann gelang dem gegnerischen Duo noch der eine oder andere Punkt zum 11:6.
Das erste Paarkreuz ließ sich aus Kolbermoorer Sicht nicht lange bitten und gewann seine Spiele jeweils mit 3:0 Sätzen.
Lediglich Yu-Chiao Huang benötigte gegen Lea Rakovac in den Sätzen zwei und drei etwas Glück, vergab sie doch hier jeweils deutliche Führungen und musste am Ende ein wenig zittern, diese jeweils mit 11:9 für sich entscheiden zu können.
Bis zum 3:3 verlief die Begegnung ausgeglichen, denn das hintere Paarkreuz musste zwei Minuspunkte hinnehmen.
Dabei war aber Alina Zavarykina, die erstmals in einem Bundesligaspiel eingesetzt wurde, auf einem guten Weg, gegen Karolina Mynarova zu punkten. Im dritten Satz vergab sie zwar nach der 10:8 Führung die Chance, bei eigenem Aufschlag den Satz zu beenden, hatte dann aber doch noch mit 15:13 in der Verlängerung die Nase vorne. Nach dem Satzausgleich zum 2:2 lag sie beim Seitenwechsel des Entscheidungssatzes mit 2:5 im Rückstand, konnte diesen aber nicht mehr aufholen und unterlag letztlich mit 3:11.
Annett Kaufmann brannte dann zu Beginn des zweiten Einzeldurchgangs im Spitzenspiel gegen Lea Rakovac beim 3:1 Sieg über weite Strecken ein Feuerwerk ab und gewann Durchgang Nummer eins mit 11:2. Nach dem 2:0 ließ sie die Zügel nach der anfänglichen 2:0 Führung ein wenig schleifen und verlor prompt mit 7:11. Dafür aber war sie im vierten Satz wieder hellwach und überrollte ihre Gegnerin förmlich. Nach der 10:0 Führung gestattete sie Rakovac doch noch den Ehrenpunkt und setzte sich mit 11:1 durch.
Auch Alina Zavarykina durfte ihr erstes Erfolgserlebnis feiern und holte beim 3:1 Sieg gegen Elena Kuzmina Punkt Nummer fünf für das heimische Quartett (Anmerkung: Tijana Jokic wurde nur im Doppel eingesetzt).
Nach der 5:4 Führung machte es Lisa Wang nochmals spannend. Sie gewann zwar gegen Karolina Mynarova mit 3:1 Sätzen, vergab aber in Satz Nummer zwei eine 9:3 Führung und benötigte beim Stand von 9:7 ein Timeout. Im dritten Satz, in dem sie anfänglich mit 5:1 führte, musste sie in der Endphase den 9:9 Ausgleich hinnehmen und unterlag mit 9:11. Im vierten Satz führte sie bis auf das anfängliche 3:3 jeweils mit zwei Punkten und kassierte hier abermals den 9:9 Ausgleich. Die beiden letzten Punkte zum 10:9 und 11:9 waren dann aber – würde es den Punkt des Monats, wie im Fußball, geben – zum Zunge schnalzen und würden zudem einen Eintrag in ein Tischtennis-Lehrbuch verdienen.
Krisztina Toth, die den verhinderten Kolbermoorer Trainer Michael Fuchs vertrat, fiel ein Stein vom Herzen.
Nach Spielende meinte sie kurz: „Es war ein Zittersieg. Lisa Wang hat ihr Spiel Gott sei Dank noch gewonnen. Einen 2:2 Ausgleich hätte ich nicht ausgehalten. Am Ende waren es aber zwei wichtige Punkte für Kolbermoor“.
Für den SV DJK Kolbermoor punkteten:
Doppel: Kaufmann/Zavarykina (1);
Einzel: Kaufmann (2), Huang, Zavarykina, Wang (je 1).
Bericht und Fotos: Gerhard Erlich










